16. November 2009

Mit 50 km/h gegen die Wand: Toyota Prius besteht ersten Hybrid-Crashtest

Wie sicher sind Autos mit Hybridantrieb, wenn es im Straßenverkehr kracht? Die Antwort auf diese Frage gab ein erster Crashtest von Dekra und „Auto Bild“ mit einem Hybridauto. Die Unfallforscher schickten im Dekra-Crash-Center Neumünster einen drei Jahre alten Toyota Prius Hybrid II mit Tachostand 124 000 Kilometer auf die Bahn. Nach den Vorgaben der amerikanischen FMVSS-Norm – eine entsprechende europäische Norm liegt noch nicht vor – prallte das Hybridauto mit knapp 50 km/h frontal gegen eine schräge Wand. Das Fazit von Versuchsleiter Peter Rücker: „Der Toyota Prius ist auch in punkto Unfallsicherheit der elektrischen Anlage ein grundsolides Auto.“ (Einen Link zum Crashtest-VIDEO finden Sie ganz unten.)

Mit 50 km/h gegen die Wand: Toyota Prius besteht ersten Hybrid-Crashtest

Offenbar keine Stromschlag-Gefahr für Insassen und Rettungskräfte: Gekrashter Toyota Prius.

Tritt bei einem Hybridauto-Unfall Unfall ein Kurzschluss an der Nickel-Metall-Hdrid-Batterie, der Hybridelektrik oder an den Stromleitungen auf, besteht für die Insassen und die Rettungskräfte akute Lebensgefahr. Der Elektroantrieb des Fahrzeuges arbeitet mit Spannungen zwischen 200 und 500 Volt. Doch die Unfallforscher konnten schnell Entwarnung geben: „Bei der Elektrosicherheit bietet der drei Jahre alte Prius noch das gleiche Sicherheitsniveau wie ein neues Fahrzeug", stellt Unfallforscher Rücker fest.


Auprallsensor trennt Batterie ab

Obwohl die Anprallenergie vor allem in die linke Front, ans Herzstück des Hybridantriebs, geleitet wurde, trat kein Defekt auf, der die Karosserie unter Strom gesetzt hätte. Auch das von der Batterie im Heck zum Motor führende Hochvoltkabel blieb selbst an einer Engstelle zwischen Vorderachse und Karosserie unversehrt. Wie die Online-Messung der Batteriespannung während des Crashtests zeigte, wird der mit Crashsensoren gekoppelte Akku im Moment des Anpralls sofort vom Stromnetz getrennt. Daher stand die Karosserie zu keinem Zeitpunkt des Aufpralls unter Spannung.

 

Keine Brandgefahr

Der Crash konnte auch der sicher über der Hinterachse platzierten Batterie nichts anhaben. Sie ist so gut geschützt, dass sie sogar einen normalen Heckanprall unbeschadet überstehen würde, lautete das Fazit. Eine Brandgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt.

 

Leichter Knick in der A-Säule

Darüber hinaus bestätigten weitere Crashwerte das Sicherheitskonzept der Prius Konstrukteure. Die Limousine steckte den starken Anprall insgesamt gut weg, sieht man von einem leichten Knick in der A-Säule ab. Die Verzögerungswerte der Dummys lagen im grünen Bereich, der Überlebensraum in der Fahrgastzelle blieb beim Crash erhalten. Auch die Türen ließen sich einwandfrei öffnen und die Sicherheitsgurte problemlos lösen. (ampnet/red)

 

Klicken Sie HIER für ein VIDEO des Prius-Crash-Tests.

 

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