15.06.2026

Raststättentest: Frankreich an der Spitze, Spanien bildet das Schlusslicht

Der TCS hat 129 Raststätten in Frankreich, Spanien und Portugal getestet. Ziel dieser Untersuchung war es, die Qualität der Dienstleistungen, die Vielfalt der Infrastrukturen sowie deren Eignung für die Bedürfnisse der Reisenden zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen markante Unterschiede zwischen den Ländern.

Raststättentest: Frankreich an der Spitze, Spanien bildet das Schlusslicht

Mit Blick auf die Sommerferien bereiten sich Tausende von Touristinnen und Touristen darauf vor, die europäischen Autobahnen zu nutzen. Um festzustellen, welche Länder die besten Infrastrukturen bieten, führte der TCS im Frühling 2026 einen Praxistest auf 129 Raststätten entlang der wichtigsten Autobahnachsen in Frankreich, Spanien und Portugal durch. Die Untersuchung knüpft an die in den Jahren 2024 und 2025 durchgeführten Erhebungen zu Raststätten in der Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien an. Zwei TCS Experten legten im Rahmen dieser Studie nahezu 10’000 Kilometer zurück.

 

Der Test umfasste 52 Raststätten in Frankreich, 60 in Spanien und 17 in Portugal. Alle wurden anhand eines standardisierten Bewertungsrasters beurteilt. Die TCS-Experten untersuchten die Parkinfrastruktur, Schnellladestationen, Einrichtungen für Wohnmobile, Freizeit- und Erholungsbereiche sowie das Gastronomie- und Einkaufsangebot. Jede Raststätte wurde nach denselben Kriterien besucht und detailliert bewertet.

 

Die Unterschiede zwischen den drei untersuchten Ländern sind erheblich. Frankreich erreicht mit 69,5 % die beste Durchschnittsbewertung, vor Portugal (56,9 %) und Spanien (41,8 %). Frankreich verfügt über neun als «ausgezeichnet» eingestufte Raststätten und 36 «sehr empfehlenswerte» Anlagen. Damit gehören mehr als 86 % der bewerteten Standorte zu den beiden höchsten Kategorien. Die Raststätten Besançon (89 %), Mâcon-la-Salle (88 %), Bolleville (84 %) belegen die Spitzenplätze, während Relais Bouguenais (22 %), Treillières (36 %) und Communay Sud (43 %) die Schlusslichter bilden.

 

Spanien hingegen verzeichnet lediglich eine einzige Raststätte in der Kategorie «sehr empfehlenswert». Von den 60 getesteten Raststätten überschreiten nur 11 die Marke von 50 %. Die Mehrheit der Standorte wird als «empfehlenswert» (34) oder «mit Vorbehalt empfehlenswert» (25) eingestuft. Die Raststätten La Caridad  (63 %), Penedès (58 %) und La Plana (58 %) erzielen die besten Ergebnisse, während Algarrobo (28 %), Torrox (29 %) und Moncalián (30 %) am Ende der Rangliste stehen.

 

Portugal nimmt mit 11 «empfehlenswerten», 5 «sehr empfehlenswerten» und 1 «mit Vorbehalt empfehlenswerten» Raststätte eine Mittelposition ein. Die Raststätten Aveiras (69 %), Santarém (68 %) und Almodôvar (61 %) erzielen die besten Bewertungen, während Galp Coronado (38 %), Alcochete (52 %) und Palmela (52 %) die niedrigsten Ergebnisse aufweisen.

Diese Unterschiede lassen sich durch deutliche Abweichungen bei den Infrastrukturen und Dienstleistungen der einzelnen Länder erklären. Frankreich überzeugt insbesondere durch die Qualität seiner Einrichtungen für Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Wohnmobilreisende. Entsorgungsstationen für Abwasser, Trinkwasserstellen, Sanitäranlagen und Duschen sind weit verbreitet. Auch die Erholungsbereiche sind gut ausgebaut und bieten Picknickplätze, Spielplätze, Fitnessgeräte und Hundezonen. Schnellladestationen sind zahlreich vorhanden und einfach zu bedienen. Dagegen bleibt das Gastronomieangebot sowie das Angebot an Gasflaschen und Wohnmobilzubehör begrenzt.

 

Spanien weist erhebliche Defizite bei der Ausstattung für Wohnmobile auf. Die grösste Schwäche betrifft jedoch die Schnellladeinfrastruktur: Nur etwas mehr als jede zehnte Raststätte verfügt über Schnellladestationen, und viele Ladepunkte waren während des Tests defekt oder ausser Betrieb. Auch die Zahlungsmöglichkeiten und die Transparenz der Tarife wurden als unzureichend bewertet. Portugal hebt sich durch sein Gastronomie- und Einkaufsangebot sowie durch eine gute Ausstattung mit Schnellladestationen hervor. Die Ergebnisse werden jedoch durch den Mangel an Infrastruktur für Wohnmobile beeinträchtigt, insbesondere bei Entsorgungsmöglichkeiten für Schwarz- und Grauwasser sowie bei der Versorgung mit Trinkwasser.

 

Der Test verdeutlicht den Nutzen gemeinsamer Standards auf europäischer Ebene, um Qualität und Funktionalität von Raststätten zu verbessern. Ziel sollte es sein, ein verlässliches Mindestniveau an Dienstleistungen zu gewährleisten – etwa bei Ladeinfrastruktur, Entsorgungseinrichtungen, kinder- und tierfreundlicher Ausstattung, Sauberkeit und Sicherheit. Der TCS ruft zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden, Betreibern und europäischen Mobilitätsclubs auf, um die Reiseinfrastruktur nachhaltiger und benutzerfreundlicher zu gestalten – für alle Verkehrsteilnehmenden, unabhängig vom gewählten Fortbewegungsmittel. (pd/ir)

 

www.tcs.ch

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