REP-TALK #05: Zwischen Fachkräftemangel, Bürokratie und neuen Reparaturrealitäten
Posted by: Mario Borri
Fachkräftemangel, steigender administrativer Aufwand und neue Anforderungen durch asiatische Fahrzeughersteller beschäftigen die Schweizer Reparaturbranche. Im REP-TALK #05 diskutieren Branchenvertreter über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze.
V.l.: Enzo Santarsiero talkt mit Gabriel Galliker (Carplanet Gruppe), Matthias Eggenschwiler (FlatDrive/Swissbility AG), René Mitteregger (auto-i-dat ag) und Nino Theus (Carrosserie Theus AG),
Die Schweizer Fahrzeugreparaturbranche steht vor grossen Veränderungen. Fehlende Fachkräfte, zunehmende Bürokratie und neue Marktteilnehmer aus Asien prägen den Werkstattalltag. Im REP-TALK #05 diskutiert Moderator Enzo Santarsiero mit Nino Theus (Carrosserie Theus AG), René Mitteregger (auto-i-dat ag), Matthias Eggenschwiler (FlatDrive/Swissbility AG) und Gastgeber Gabriel Galliker (Carplanet Gruppe) über die Zukunft der Branche.
Fachkräftemangel bleibt die grösste Herausforderung
Einigkeit herrschte darüber, dass die Lösung nicht allein in der Rekrutierung liegt, sondern vor allem in Ausbildung, Nachwuchsförderung und Mitarbeiterbindung. Gleichzeitig müsse die Branche jungen Menschen stärker vermitteln, wie modern und technologisch die Berufe geworden seien. Für Nino Theus steht dabei die Unternehmenskultur im Zentrum: «Wir wollen zur führenden Karosserie in der Ostschweiz aufsteigen. Aber den Weg dahin wollen wir mit unseren Mitarbeitern und als gesamtes Team gehen.»
Digitalisierung verändert Prozesse
Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge werden die Branche verändern, vor allem im administrativen Bereich. Dokumentationen und Routineaufgaben könnten künftig effizienter abgewickelt werden. Das eigentliche Handwerk bleibe jedoch auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. René Mitteregger betont: «Der menschliche Aspekt im Geschäft, die ganzen Emotionen, die um Autos herum sind, die kann KI oder Software nicht darstellen.»
Asiatische Hersteller bringen neue Herausforderungen
Die wachsende Bedeutung asiatischer Fahrzeughersteller war ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion. Vor allem chinesische Marken gewinnen Marktanteile und stellen Werkstätten vor neue Anforderungen bei Ersatzteilen, technischen Informationen sowie Garantie- und Serviceprozessen. Gabriel Galliker sieht insbesondere im Kundendienst Nachholbedarf: «Die grösste Hürde zurzeit sind die After-Sales-Prozesse. Die gibt es noch nicht.»
Bürokratie belastet Werkstätten
Der administrative Aufwand nimmt spürbar zu. Dokumentationen, Freigaben und Abstimmungen mit Versicherungen beanspruchen immer mehr Ressourcen. Die Teilnehmer forderten einfachere Prozesse und eine stärkere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Moderator Enzo Santarsiero fasst die Situation zusammen: «Wir haben zu wenige Leute, zu viele Vorschriften und immer komplexere Autos.»
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Die Diskussion machte deutlich, dass die Herausforderungen der Branche nur gemeinsam gelöst werden können. Matthias Eggenschwiler sieht in der Vernetzung einen wichtigen Erfolgsfaktor: «Wir müssen zusammen die jungen Menschen für die Branche sensibilisieren können und ihnen zeigen, wie technologisch das Fahrzeug- und Mobilitätswesen ist.»
REP-TALK #05 zeigt, dass die Schweizer Reparaturbranche vor grossen Herausforderungen steht. Erfolgreich werden jene Betriebe sein, die in Ausbildung, Digitalisierung und Zusammenarbeit investieren.
Die Sendung kann ab dem 11. Juni 2026 um 17 Uhr auf der REP-TALK-Webseite gestreamt werden.



