12.06.2026

Carrosserie Suisse: Delegiertenversammlung zwischen Luftwaffe und WorldSkills

Alt Bundesrat Ueli Maurer, die Schweizer WorldSkills-Hoffnungen und eine Kulisse voller Kampfjets: Die Delegiertenversammlung von Carrosserie Suisse im Air Force Center Dübendorf bot vor rund 150 Teilnehmenden Einblicke in die Zukunft von Verband und Branche.

Carrosserie Suisse: Delegiertenversammlung zwischen Luftwaffe und WorldSkills

Zentralpräsident Felix Wyss begrüsst die Delegierten und die Gäste.

Umgeben von Kampfjets, Helikoptern und historischem Armeematerial führte Carrosserie Suisse seine diesjährige Delegiertenversammlung im Air Force Center in Dübendorf durch. Rund 150 Delegierte und Gäste informierten sich über aktuelle Projekte, strategische Entwicklungen und die Vorbereitung der Schweizer Teilnehmer auf die WorldSkills 2026 in Shanghai.

Für einmal standen nicht Fahrzeug-, sondern Flugzeugkarosserien im Mittelpunkt. Die eindrückliche Ausstellung der Schweizer Luftwaffe bot den Rahmen für Austausch und Begegnungen. Zentralpräsident Felix Wyss zeigte sich begeistert: «Die Flugzeuge hier aus der Nähe betrachten zu können, ist einzigartig. Ich fühle mich hier schon auch etwas zu Hause, da wir in unserer Branche ja auch Flugzeuge bearbeiten und auch das ein oder andere Nutzfahrzeug kann man hier bestaunen.»

Zu Beginn gedachte die Versammlung verstorbener Persönlichkeiten der Branche: Carlo Steger (Tessin), Martin Tischhauser (Graubünden), Walter Koch (Ostschweiz) und Markus Angliker (Zürich).

 

Direkter Draht zwischen Branche und Politik

Michael Oesch, Präsident der gastgebenden Sektion Zürich, begrüsste die Anwesenden und verwies auf die Bedeutung der mit 118 Mitgliederbetrieben grössten Sektion von Carrosserie Suisse. Per Videoschaltung berichtete Nationalrat Heinz Theiler über aktuelle politische Entwicklungen und betonte den Wert eines engen Austauschs zwischen Gewerbe und Politik: «Um praxistaugliche Lösungen erarbeiten zu können, ist der direkte Draht zwischen Branche und Politik entscheidend.»

Auch Dübendorfs Stadtpräsident André Ingold hob die Bedeutung eines starken Gewerbes für die wirtschaftliche Entwicklung der Region hervor.

Zu den Gästen zählte zudem alt Bundesrat Ueli Maurer. Der ehemalige Magistrat sprach über aktuelle wirtschaftliche und politische Entwicklungen und blickte auf die Zukunft der Branche: «Meiner Meinung werden Fahrzeuge aus dem asiatischen Raum, speziell aus China, vermehrt in unserem Markt anzutreffen sein.» Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass der Individualverkehr in der Schweiz weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde und die Branche gefragt bleibe.

 

Verband entwickelt Strukturen weiter

Carrosserie Suisse treibt die Umsetzung seiner langfristigen Strategie voran. Ziel ist eine agilere und schlankere Organisation. «Der Verband soll agiler agieren und gewisse Kompetenzen an die Geschäftsstelle delegieren können», erklärte Direktor Daniel Röschli.

Vorgesehen ist ein strategisches Führungsgremium mit maximal neun Mitgliedern. Die neu geschaffene Konferenz der Sektionen soll den Regionen weiterhin eine starke Stimme geben. Einen konkreten Vorschlag will die Verbandsführung 2027 den Delegierten zur Abstimmung vorlegen.

 

Entwicklungen bei «EUROGARANT» und VFCB

Die Verbandsführung informierte zudem über die aktuelle Situation des Qualitätslabels «EUROGARANT», das für fachgerechte Reparaturen nach definierten und regelmässig überprüften Qualitätsstandards steht.

Auch beim Verein zur Förderung der Carrosserieberufe (VFCB) laufen Veränderungen. Der Verein modernisiert seinen Auftritt, um bestehende Partnerschaften zu stärken und neue Mitglieder zu gewinnen. VFCB-Vorstandsmitglied Mathias Dufaux betonte: «Für uns im VFCB ist entscheiden, dass der Verein auf solider Basis steht, dazu gehört auch ein moderner Auftritt.»

 

WM-Träume aus nächster Nähe

Zum Abschluss rückte die Berufs-Weltmeisterschaft in Shanghai ins Zentrum. Carrosseriespengler Gilles Glauser von der Carrosserie G&G AG und Carrosserielackierer Davide Manieri von der Huggel Carrosserie AG gewährten persönliche Einblicke in ihre Vorbereitung auf die WorldSkills 2026.

Begleitet werden die beiden Schweizermeister von ihren Trainerteams mit Pascal Lehmann und Diana Schlup. Die Gesamtverantwortung für die Berufsmeisterschaften trägt Benjamin Mazenauer als Präsident der Arbeitsgruppe Berufsmeisterschaften. Die Teilnehmenden erhielten einen eindrücklichen Einblick in den Trainingsaufwand und die Motivation der Schweizer Delegation, die im September die Schweiz und die Carrosseriebranche auf der grössten Berufsbühne der Welt vertreten wird.

 

https://www.carrosseriesuisse.ch/ 

 

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