«Wir bringen mehr Bewegung in die Messe»
Posted by: Mario Borri
Motoren an, Emotionen hoch: An der Swiss Classic World 2026 wird nicht nur geschaut, sondern gefahren – auf der Strasse und neu auch in den Messhallen in Luzern. Besucherinnen und Besucher erleben die grössten Old und Youngtimer Veranstaltung der Schweiz vom 29. bis 31. Mai damit noch intensiver, direkter und vor allem eines: spürbar lebendiger. Messeleiter Bernd Link nimmt dazu Stellung.
Klassische Fahrzeuge sind an der Swiss Classic World 2026 allgegenwärtig – vor der Messe Luzern und neu auch in den Hallen 1 und 2 während allen drei Messetagen.
Bernd Link will die Swiss Classic World konsequent weiterentwickeln – ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Im Gespräch erklärt der Messeleiter, weshalb Bewegung so zentral ist, welche Rolle Emotionen spielen und wie die Klassiker-Szene in die Zukunft fährt.
Bernd Link, was macht die Swiss Classic World 2026 besonders?
Wir haben in den letzten Jahren Schritt für Schritt mehr Bewegung in die Messe gebracht – mit der Rallye und den Ausfahrten. Jetzt gehen wir noch weiter: Fahrzeuge fahren direkt durch die Hallen. Damit werden Klassiker von Porsche, Ferrari oder Bentley nicht nur sichtbar, sondern in ihrer ganzen Wirkung erlebbar. Genau das haben sich viele gewünscht.
Warum ist dieses «Erleben» so entscheidend?
Weil ein Auto mehr ist als ein Fortbewegungsmittel. Gerade klassische Fahrzeuge sprechen alle Sinne an. Es geht um Klang, Geruch, Vibration und das Fahrgefühl. Diese emotionale Komponente lässt sich nicht digital ersetzen. Während moderne Mobilität oft auf Effizienz ausgerichtet ist, bleibt das Auto für viele ein Erlebnisraum – etwas Persönliches, das über den reinen Nutzen hinausgeht.
Wie wichtig sind solche Emotionen heute noch?
Sehr wichtig. Für viele Menschen bedeutet Mobilität Freiheit und Individualität. Das zeigt sich besonders bei Klassikern. Man fährt nicht einfach von A nach B, sondern geniesst den Weg. Genau diese Haltung macht den Reiz aus und erklärt, warum das Interesse an Old- und Youngtimern ungebrochen ist.
Stichwort Zukunft: Welche Rolle spielen alternative Kraftstoffe?
Eine zentrale. Die meisten Klassikfahrzeuge sind Verbrenner. Langfristig bieten synthetische oder biobasierte Kraftstoffe für sie die Zukunft: Denn die CO₂-Bilanz eines mit neuen Kraftstoffen betriebenen Klassikfahrzeuges ist – über dessen Lebensfahrleistung gerechnet – kaum zu unterbieten.
Also bist Du kein Fan von Umrüstungen?
Technisch ist vieles möglich, aber oft geht dabei genau das verloren, was ein Fahrzeug ausmacht. Für viele Enthusiasten ist es entscheidend, dass ein Klassiker so bleibt, wie er gedacht war. Alternative Kraftstoffe bieten hier einen Weg, Tradition und Zukunft zu verbinden.
Und wie gelingt es, auch jüngere Generationen für das Thema zu begeistern?
Gerade junge Menschen suchen heute oft nach echten, analogen Erlebnissen. Klassische Fahrzeuge sind ein Gegenpol zur digitalen Welt – sie sind greifbar, direkt und sinnlich. Dazu kommt, dass Youngtimer einen Einstieg bieten, der finanziell realistischer ist und näher an der eigenen Lebensrealität liegt.
Was fasziniert junge Leute an Klassikfahrzeugen konkret?
Es ist die Kombination aus Charakter, Geschichte und Erlebnis. Ein Klassiker hat Ecken und Kanten, er fordert den Fahrer oder die Fahrerin. Das unterscheidet ihn stark von modernen Autos. Und nicht zuletzt spielt auch der Ausdruck eine Rolle: Man fährt etwas Eigenständiges, nicht einfach das Neueste. Diese Individualität hat einen grossen Reiz.
Mit dem neuen Fahrkonzept trifft die Swiss Classic World 2026 damit den Nerv der Zeit. Weniger Stillstand, mehr Bewegung – und vor allem mehr Emotion. Genau so, wie man es sich von echten Klassikern wünscht.



