25.03.2026

TCS-Test zeigt: Zwei E-Roller lassen sich viel zu einfach tunen

Der TCS hat sieben E-Roller von Schweizer Händlern getestet und das Resultat fiel durchzogen aus. Zwar überzeugten alle Modelle bei den grundlegenden Eigenschaften, doch zwei E-Roller mussten mit dem Prädikat «nicht empfehlenswert» disqualifiziert werden. Sie können mit einfachen Handgriffen für höhere Geschwindigkeiten manipuliert werden und stellen damit ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar.

E-Roller sind aus dem Strassenbild nicht mehr wegzudenken. Insbesondere bei Jugendlichen sind die Fahrzeuge, die ab 16 Jahren ohne Führerschein gefahren werden dürfen, äusserst beliebt. Seit dem ersten Test der E-Roller im Jahr 2021 hat sich der Markt stark verändert und im Juli 2025 wurden die gesetzlichen Grundlagen angepasst. Aus diesen Gründen hat der TCS sieben aktuelle Modelle unter die Lupe genommen. Dabei wurden nur E-Roller von Händlern mit Service-Werkstatt in der Schweiz berücksichtigt. Bei den umfangreichen Tests überprüften die TCS-Experten Antriebssystem, Fahrverhalten, Sicherheit, Handhabung sowie Ausstattung und Verarbeitung der E-Roller.

 

Nicht empfehlenswert und ein Risiko im Strassenverkehr

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit der E-Roller beträgt 25 Stundenkilometer. Auf dem Prüfstand bewegten sich die Maximalgeschwindigkeiten der sieben E-Roller alle im gesetzlichen Rahmen. Bei der Manipulationsprüfung beim Sicherheitstest zeigte sich allerdings, dass bei den Modellen Zilla Loki X CarPlay und Fat BOB Premium einfachste Handgriffe reichten, um die Geschwindigkeit illegal zu erhöhen. Damit stellen die beiden Modelle ein erhebliches Risiko im Strassenverkehr dar und erhielten deshalb ungeachtet der restlichen Resultate die Bewertung «nicht empfehlenswert». Wer mit einem getunten E-Roller unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selber, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Bei einem Unfall drohen ausserdem Haftungskosten durch Versicherungen. Der TCS hat die Modelle Zilla Loki X CarPlay und Fat BOB Premium für eine Konformitätsüberprüfung dem Bundesamt für Strassen gemeldet.

 

Ecooter E2 Urban ist Testsieger

Bei den anderen fünf Modellen war eine solch einfache Manipulation nicht möglich. Sie wurden deshalb aufgrund ihres Abschneidens in den verschiedenen Kategorien bewertet. Das Prädikat «sehr empfehlenswert» erhielten die E-Roller Ecooter E2 Urban und TSC NEXT ONE NX1 7i. Mit 78 von 100 Punkten schnitt der E-Roller des Herstellers Ecooter am besten ab. Er überzeugte insbesondere mit einer soliden Beschleunigung und einem stabilen und sicheren Fahrverhalten. Mit einer gemessenen Reichweite von 107 Kilometer liegt er zwar auf Rang zwei, allerdings liegt die Reichweite deutlich unter der Herstellerangabe von 130 Kilometern. Der Zweitplatzierte holte 67 Punkte. Drei verschiedene Fahrmodi und eine gute Manövrierbarkeit zeichnen ihn aus. Negativ gewichtet wurde der Seitenständer, der in Linkskurven den Boden berühren könnte – ein klares Sicherheitsrisiko.

Die E-Roller Citytwister 8.0 Retro, Vespino Love und Yadea DE38 wurden allesamt mit «empfehlenswert» bewertet und liegen mit ihren Vor- und Nachteilen nah beieinander. Nutzer müssen gewisse Kompromisse eingehen zwischen Leistungsreserven am Berg, Sicherheitsdefiziten oder Fahrkomfort.

Abgesehen von der erschreckend einfachen Manipulation bei den nicht empfehlenswerten Modellen, ergab der Test gute Resultate. E-Roller sind mittlerweile deutlich robuster als in ihrer Anfangszeit und dank ihrer Verbreitung ein wichtiger Bestandteil der urbanen Mobilität.

 

www.tcs.ch 

 

 

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