11.05.2026

AutoScout24-Studie: Chinesische Autos auf der Überholspur

Chinesische Automarken gewinnen in der Schweiz an Akzeptanz: Eine aktuelle Studie und Plattformdaten von AutoScout24 zeigen einen klaren Stimmungswandel. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Preisvorteile und technologische Fortschritte, während der After-Sales-Bereich weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

AutoScout24-Studie: Chinesische Autos auf der Überholspur

Die Skepsis gegenüber Fahrzeugen aus China sinkt – der Anteil der strikten Kaufgegner ist innerhalb von acht Monaten von 43 auf 24 Prozent gefallen. Gleichzeitig nehmen Nachfrage und Angebot auf AutoScout24 zu. Auch die Offenheit wächst: 30 Prozent würden ein chinesisches Auto in Betracht ziehen, und 53 Prozent erwarten, dass diese Marken in fünf Jahren zum normalen Strassenbild gehören.

 

Preis und Technologie treiben die Nachfrage

Als Hauptgrund für das wachsende Interesse nennen 69 Prozent der Befragten das Preis-Leistungs-Verhältnis. Laut Mobilitätsexperte Prof. Dr. Zheng Han, Professor für Innovation und Strategie an der Tongji-Universität in Shanghai sowie Gastprofessor an der Universität St. Gallen, profitieren führende chinesische Elektroauto-Hersteller von strukturellen Vorteilen: «Dank modularer Plattformen, hoher Skaleneffekte, starker vertikaler Integration und weitgehend kontrollierter Lieferketten erzielen sie je nach Segment Kostenvorteile von rund 25 bis 30 Prozent gegenüber vielen etablierten Wettbewerbern. Zudem entwickeln diese Unternehmen neue Fahrzeuge in 18 bis 24 Monaten, während etablierte Hersteller dafür meist drei bis fünf Jahre benötigen», so Han.

Neben dem Preis spielt auch die Technologie eine wichtige Rolle: 30 Prozent sehen chinesische Marken bei Batterietechnologie und Innovationsgeschwindigkeit im Vorteil. Für 33 Prozent sind elektrische und umweltfreundliche Antriebe ein zentraler Kaufgrund. Zudem verlagert sich laut Prof. Han der technologische Wettbewerb zunehmend von der Hardware hin zu Software und «KI-definierten Fahrzeugen». Digitale Features werden zum Differenzierungsfaktor und erhöhen die Attraktivität bei digital-affinen Kundinnen und Kunden. Dies spiegelt sich auch in der Studie wider: Für über ein Viertel der potenziellen Käuferschaft (26 Prozent) ist die digitale Bedienung im Alltag bereits heute ein entscheidendes Kaufargument.

 

Suchanfragen und Angebot wachsen

Das steigende Interesse zeigt sich auch in den Nutzungsdaten von AutoScout24. Zwischen September 2025 und März 2026 hat sich das Suchvolumen nach BYD bei Neuwagen mehr als verdreifacht, bei Occasionen sogar vervierfacht. MG wurde bei Neuwagen doppelt so häufig gesucht.

Parallel dazu wächst das Angebot: Die Zahl der Neuwagen-Inserate für Polestar stieg um 81 Prozent, bei MG um 24 Prozent. Polestar ist die bekannteste Marke unter den abgefragten Herstellern: 50 Prozent kennen sie zumindest dem Namen nach, gefolgt von BYD (42 Prozent) und MG (32 Prozent).

 

Service bleibt entscheidend

Trotz wachsender Offenheit bleibt der After-Sales-Bereich zentral: 82 Prozent der potenziellen Käuferinnen und Käufer legen grossen Wert auf ein verlässliches Händler- und Servicenetz. Chinesische Hersteller planen ihre Präsenz in Europa mit lokalen Produktionsstätten auszubauen. Gemäss Prof. Han können sich Schweizer Garagenbetriebe als lokale Dienstleister der neuen Marken positionieren, um Wartung und Service flächendeckend und verlässlich anzubieten und so Vertrauen aufzubauen.

 

www.autoscout24.ch 

 

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