12. Mai 2021

Stellantis fertigt 190'000 Autos weniger wegen Chipmangel

Wegen des weltweiten Chipmangels büsst der Opel-Mutterkonzern mehr als ein Zehntel seiner geplanten Produktion ein. Erst in der zweiten Jahreshälfte werde sich die Lage entspannen.

Stellantis fertigt 190'000 Autos weniger wegen Chipmangel

Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen macht jetzt auch dem Opel-Mutterkonzern Stellantis schwer zu schaffen. Von Januar bis Ende März konnten 190’000 Fahrzeuge nicht gebaut werden, das waren rund elf Prozent der geplanten Produktion, wie Stellantis kürzlich mitteilte. Eine verbesserte Lage bei den Halbleitern erwartet der Konzern erst im zweiten Halbjahr. Auch andere Hersteller sind von der Krise betroffen. Fiat Chrysler (FCA) und der Peugeot-Hersteller PSA hatten Mitte Januar ihre Fusion zum viertgrössten Autobauer der Welt abgeschlossen. Der Konzern führt 14 Marken wie Fiat, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo und hat starke Standbeine in Europa sowie in Nordamerika.

 

Seit Ende des letzten Jahres leidet die Autoindustrie weltweit unter einem Engpass an Computerchips. Die Chip-Hersteller hatten aufgrund der hohen Nachfrage nach Kommunikations- und Unterhaltungselektronik vorrangig diese Branche bedient, während die Autoindustrie wegen Absatzproblemen in der Corona-Krise vorübergehend die Abrufe reduziert und dann zum Teil zu spät neu bestellt hatte.

 

Anfang Mai kündigte Ford an, wegen fehlender Halbleiter-Chips die Auto-Produktion in den Werken in Köln in den nächsten Monaten nahezu komplett einstellen zu müssen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5000 der 15’000 Mitarbeiter in Köln. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schliessen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder am 16. August, hiess es.

 

Auch die Autohersteller Volkswagen, Audi und BMW haben wegen des Chipmangels bereits Produktionseinschränkungen hinnehmen müssen. Nicht nur aber auch aus diesem Grund kündigte Volkswagen zuletzt an, neben der Software für selbstfahrende Autos auch die dafür nötigen Hochleistungschips selbst zu entwickeln. Selbst fertigen wolle der Konzern die Halbleiter nicht, aber deren Design und technische Auslegung bestimmen und nach Möglichkeit die Patente besitzen, hiess es in Presseberichten.

 

Auch der Daimler-Konzern muss die Produktion aufgrund des Chipmangels teilweise einfrieren, wie die Automobilwoche vermeldet. Vor wenigen Tagen erklärte eine Daimler-Sprecherin, dass nun auch die E-Klasse-Produktion in Sindelfingen wegen des Chipmangels ins Stocken geraten sei und die Bänder für mehrere Tage still stehen. Zuvor waren beispielsweise auch die Kompaktwagen in Rastatt und im ungarischen Kecskemet betroffen. Die Pause der E-Klasse-Produktion dauert noch bis zum 14. Mai. Der Konzern zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Rückstand bei der E-Klasse im Laufe des Jahres wieder aufgeholt werden könne.

 

Wie die Automobilwoche berichtet, konzentriert sich der Daimler-Konzern aufgrund des Chipmangels auf die Produktionslinien zu konzentrieren, «die enorm wichtig sind». Dazu gehören beispielsweise die in der Factory 56 in Sindelfingen produzierte S-Klasse und die Maybach-Varianten, sowie der rein elektrische EQS. Priorität geniesse auch die Fabrik in den USA in Tuscaloosa, wo die margenstarken SUVs wie GLS und GLE vom Band laufen. Bevorzugt werden insgesamt auch alle EQ-Modelle. (ir)

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