16. April 2020

So helfen die Importeure ihren Händlern!

Lockdown: Seit dem 16. März 2020 dürfen die Schweizer Garagisten keine Neuwagen und Occasionen mehr verkaufen. Ohne Hilfe der Importeure wären viele Betriebe gefährdet. AUTO&Wirtschaft wollte wissen, wer, wie hilft und stellte den Importeuren vier Fragen. 1. Wie unterstützt ihr eure Händler? 2. Wie helfen euch die Hersteller? 3. Gibt es neue Geschäftsmodelle, z. B. den Onlinekauf mit Heimlieferung des Neuwagens, die eure Händler praktizieren? 4. Was passiert, wenn der Lockdown erst im Sommer endet?

So helfen die Importeure ihren Händlern!

Fragen: Mario Borri

 

AMAG (VW, Audi, Seat, Skoda)

  1. Zum Beispiel mit der Anpassung der Anforderungen an Lagerbestände, dem Aussetzen gewisser Ziele oder der Vereinfachung von Garantieanträgen, um nur einige wenige Punkte zu nennen.
  2. Analog, wir sind mit all unseren Herstellern in einem guten, konstruktiven Austausch.
  3. Die AMAG-eigenen Garagen haben unabhängig von Corona am 16. März ihr neues Onlinesalesportal gestartet, das genau diese Punkte abdeckt und den Kunden einen Fullservice anbietet.
  4. Das wollen wir für die gesamte Schweizer Wirtschaft nicht hoffen…

 

 

BMW

  1. Wir sind in engem Kontakt mit unserer Handelsorganisation und prüfen verschiedene Massnahmen, um diese zu unterstützen.
  2. Die BMW Group Switzerland ist ein Tochterunternehmen der BMW Group, womit wir die Rolle des Herstellers in der Schweiz einnehmen.
  3. Unsere Händler setzen verstärkt auf digitale Kanäle und Tools und bleiben über alternative Wege der Kommunikation mit ihren Kundinnen und Kunden in Kontakt. Teilweise liefern Händler auch Fahrzeuge direkt zum Kunden nach Hause. Dabei werden die Hygienevorschriften des Bundes stets eingehalten.
  4. Wir beobachten die Situation insgesamt weiterhin sehr genau und werden - wenn nötig – den Umständen entsprechende Massnahmen ergreifen.

 

 

FCA (Alfa Romeo, Fiat, Jeep)

  1. Wir haben ein Paket zusammengestellt, welches die Händler in Bezug auf Zielbonifikationen und Liquidität unterstützt.
  2. Als Filiale des Herstellers sind alle Aktionen abgestimmt.
  3. Um den Kundinnen und Kunden dennoch einen vollumfänglichen Service zu bieten, setzt FCA jetzt auf das digitale Tool car@home. Das Tool ist für Schweizer Kundinnen und Kunden seit dem 14. April im Einsatz und erlaubt es Endnutzern, alle gewünschten Informationen bequem und sicher von Zuhause aus zu erhalten.
  4. Aufgrund der aktuellen Faktenlage ist es schwierig, Prognosen abzugeben. Wir beobachten das Geschehen sehr aufmerksam und überlegen uns diverse Szenarien. Es ist aber für uns alle eine schwierige Situation. 

 

 

Ford

  1. Wir haben schnell reagiert und in allen Bereichen entsprechende Anpassungen gemacht und Massnahmen getroffen, um alle unserer Händler unterstützen und teils auch entlasten zu können. Eine der bedeutendsten Massnahmen ist sicherlich diejenige, dass wir die Verkaufsziele für die Monate März und April als erfüllt ansehen. Weiter haben wir u.a. beschlossen, dass sämtliche Zinszahlungen die im Zusammenhang mit der Lagerfinanzierung stehen, ein verlängertes Zahlungsziel erhalten.
  2. Wie sagt man so schön «spezielle Situationen erfordern spezielle Massnahmen». Diese Situation erfordert jedoch ein ganzes Massnahmenpaket. Dieses haben wir schnell und unkompliziert mit den Verantwortlichen innerhalb unserer DACH-Organisation abgestimmt und schnell in die Umsetzung gebracht. Schon alleine dieses Vorgehen war eine grosse Hilfe für uns und daher auch für den Handel.
  3. Durch die Tatsache, dass Landesweit - bis auf die Werkstätten - alle Showrooms geschlossen sind, stehen unsere Händler vermehrt online mit Kunden und Interessenten in Kontakt. Eine Heimlieferung des gekauften Neuwagens müsste in einer solchen Zeit sicherlich nicht extra diskutiert werden, sofern die Lieferung für den Händler von der Distanz her kein Problem ist. Damit die Fahrzeuge desinfiziert und Viren frei an die Kunden übergeben werden können, bieten sämtliche Ford-Händler in der Schweiz den sogenannten «No Touch»-Service an. Dieser Service stellt sicher, dass sämtliche Werkstatt-Dienstleistungen gemäss den speziellen Hygienevorschriften durchgeführt werden. Nach den Reparatur- und Wartungsarbeiten und vor der Übergabe an den Kunden erfolgt ausserdem eine gründliche Desinfektion des Fahrzeugs.
  4. Im Moment planen wir unsere Aktivitäten «auf Sicht». Angenommen die Situation hält bis im Sommer an, so würden wir diese tagtäglich weiter prüfen und unsere Planung in Absprache mit dem Handel entsprechend anpassen.

 

 

Mazda

  1. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Händlern und haben eine Reihe von Massnahmen entwickelt, um ihnen in dieser Zeit zu helfen und sie zu unterstützen. Unter anderem auch die Überprüfung der Geschäftsbedingungen, der Verkaufsziele sowie anderer Faktoren.

 

  1. Globale Krise, globale Lösungen: ein breites Spektrum an Support, damit wir das Netzwerk unterstützen können, einschliesslich Produktionsanpassungen.
  2. Die Überprüfung des Geschäftsmodells ist normal in unserem  Geschäft und wird kontinuierlich durchgeführt. Unsere Händler gehen unterschiedlich mit der Situation um. Einige von ihnen haben begonnen, neue Wege zu finden, wie sie mit den Kunden interagieren können.
  3. Wir entwickeln Notfallpläne, aber es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen.

 

 

Mercedes-Benz

  1. Wir arbeiten eng mit unsere Mercedes-Benz Partnern zusammen um diese herausfordernde Situation gemeinsam zu bewältigen und unsere Kunden in der Schweiz bestmöglich zu betreuen, insbesondere über unsere Online-Kanäle. Hier stehen wir unseren Kundinnen und Kunden beispielsweise mit Produktinformationen und dem Fahrzeugkonfigurator zur Verfügung. Unsere Retail-Partner unterstützen wir zudem in der Liquiditätssicherung.
  2. k. A.
  3. In der Schweiz werden aktuell weiterhin Neufahrzeuge  an Kunden ausgeliefert. Dabei werden basierend auf den Empfehlungen der Behörden entsprechende Vorkehrungen zum Infektionsschutz getroffen. Beispielsweise desinfizieren unsere Partner alle relevanten Bestandteile des Fahrzeugs vor der Übergabe und übergeben den Schlüssel kontaktlos. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeitenden haben für uns erste Priorität.
  4. Mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung von COVID-19 lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Daimler derzeit weder hinreichend ermitteln noch verlässlich beziffern.

 

 

Renault/Dacia

  1. Um die akuten, aus der Corona-Pandemie resultierenden wirtschaftlichen und finanziellen Folgen für die Renault Handelspartner abzufedern, unterstützen Renault Suisse SA und die RCI Finance SA die Schweizer Renault Händler mit einem umfassenden Massnahmenpaket. Dazu zählen insbesondere angepasste Ziele im Neuwagen- und Service Bereich, ein umfangreiches Finanzpaket der RCI Finance SA sowie zahlreiche administrative Erleichterungen für die Betriebe und ihre Mitarbeiter.
  2. Renault Suisse SA ist eine Tochtergesellschaft der Groupe Renault und daher selbst der Hersteller. Wir haben wirtschaftliche und gesundheitspolitische Massnahmen schnell und unbürokratisch – teils bereits vor konkreten Empfehlungen der Bundesregierung und des BAG umgesetzt. Die meisten Aktivitäten – bis auf den Präsenzverkauf - wurden auch in der Lockdown Phase, selbstverständlich unter Einhaltung aller Richtlinien, fortgesetzt.
  3. Renault und Dacia hatten bereits viele Aspekte der Kundenreise digitalisiert und online abgebildet, das kommt uns in dieser Zeit jetzt zugute. Das heisst, die Kunden können online Angebote entdecken, ihr Fahrzeug konfigurieren und dafür eine Offerte anfordern, sofort verfügbare Fahrzeuge in der ganzen Schweiz lokalisieren, per Video sehen, und eine Offerte per E-Mail anfordern. Ein Autokauf ist doch etwas komplexer und Kunden sollen vom Fachhandel gut beraten werden, damit ihr Fahrzeug dann alle gewünschten Optionen enthält und ihren Anforderungen bestmöglich entspricht. Das kann letztendlich nur durch das Beratungsgespräch – das natürlich auch per Video-Konferenz oder Telefon durchgeführt werden kann -  sichergestellt werden. Das Auffinden der Angebote kann aber sehr gut online erfolgen, daher setzten wir im Moment zusätzliche Anreize in Form von Online-Boni von bis zu 2000 Franken, die das Shopping auf renault.ch und dacia.ch noch attraktiver machen.
  4. Wir gehen davon aus, dass die Verkaufsflächen im Autohandel im Mai wieder öffnen dürfen und die Nachfrage dann langsam wieder auf ein normales Niveau steigen wird. Die Corona-Krise wird aber, in der einen oder anderen Form, leider noch sehr lange andauern und nachwirken.

 

 

Toyota

  1. Wir betreuen unsere Händler über die bestehenden Kanäle individuell. Aufgrund der stark differenzierten Lage je nach Kanton und Region gibt es keine Pauschallösungen. Wo nötig beraten wir den Händler bezüglich Möglichkeiten zur Betriebssicherung innerhalb der vom Bund vorgegebenen Rahmenbedingungen. Zudem unterstützen wir den Vertreter wenn möglich in Bezug auf Liefer-, Zahl- und Lagerkonditionen.
  2. Der Hersteller hilft uns durch die Sicherstellung der Teileverfügbarkeit für alle relevanten Ersatzteile, trotz der eingeschränkten Tätigkeiten der Herstellerwerke. Dies ist in der jetzigen Situation sehr wichtig damit wir die individuelle Mobilität von allen Toyota Kundinnen und Kunden in der Schweiz sicherstellen können.  Des Weiteren reagiert der Hersteller mit äusserst flexiblen und kurzfristigen Anpassungen auf unsere Wünsche in Bezug auf die Modellwahl, das Volumen und Ausstattungen.
  3. Alle Toyota Händler könne seit Anfang des Jahres auf die neue Dienstleistung Toyota RENT zurückgreifen. Dabei kann ein Toyota im All-Inclusive-Monatsabo bezogen und nach Hause geliefert werden. Diese Lösung ist ideal um Beispielsweise die Zeit bis zur Neuwagenabholung zu überbrücken. Zudem werden von unseren Händlern unterschiedliche Programme für telefonische oder Online-Beratungen angeboten.
  4. Es bleibt schwierig einzuschätzen, wie lange die im Moment gültige Situation andauern wird. Wir arbeiten mit den vom Bund gesetzten Terminen und werden unsere Planung laufend anpassen, sollten diese angepasst werden.

 

 

Volvo

  1. Volvo Schweiz hat sehr schnell eine Mehrzahl von Massnahmen beschlossen um unser Händlernetz in dieser Krise bestmöglich zu unterstützen. Diese Massnahmen umfassen unter anderem: Verlängerungen von Kreditrückzahlungs-Terminen, verschiedene Bonus-Garantien, Aufschiebung diverser Projekte auf einen späteren Zeitpunkt, Informationen zur Kurzarbeitszeit-Thematik, detaillierte Angaben und zusätzliches, physische Material zur Umsetzung von Hygienemassnahmen, welche über jene des vom Bund erlassenen hinaus reichen.
  2. Unser Hauptquartier in Schweden lässt uns weitgehend autonom handeln, damit wir selbst die richtigen Massnahmen treffen können um die Vorschriften des Bundes bestmöglich umzusetzen. Wir konnten wir zum Beispiel sehr früh das ganze Team von Volvo Schweiz auf Homeoffice umstellen und können auch in diesen schwierigen Zeiten alle Arbeitsplätze bei Volvo Schweiz garantieren. Des Weiteren verfügte unser Hauptquartier einen Lieferstopp für alle Fahrzeuge, bis die Nachfrage im Schweizer Markt wieder vorhanden ist.
  3. Wir sind aktuell daran neue Möglichkeiten zu prüfen, verschiedene Volvo Modelle auch über den Online-Kanal zu verkaufen. Bereits heute bieten wir die Ablieferung eines Neuwagens mit Heimlieferung auch als Option an.
  4. Dann werden wir versuchen uns der Situation weiter anzupassen und im Besonderen den Online-Verkaufskanal weiter auszubauen.

 

AUTO&Wirtschaft hat die Fragen sämtlichen Schweizer Autoimporteuren gestellt. Jene, die nicht im Bericht vorkommen, wollten oder konnten die Fragen nicht beantworten.

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