17. März 2020

So gehen Schweizer Garagisten mit der «Notlage» um

Die neusten Massnahmen des Bundesrates und des BAG zur Eindämmung der Corona-Epidemie treffen das Schweizer Gewerbe hart – insbesondere auch das Schweizer Garagen- und Autogewerbe. AUTO&Wirtschaft hat bei grossen und kleinere Garagen und Autohäusern nachgefragt.

So gehen Schweizer Garagisten mit der «Notlage» um

Werkstätten dürfen offen bleiben, Showrooms müssen dicht machen – so lautet die Vorschrift des BAG für das Schweizer Garagengewerbe, welche bis zum 19. April 2020 gilt. Zusätzlich müssen die aktuellen Hygienevorschriften eingehalten werden. Doch wie gehen Schweizer Garagisten mit der aktuellen Situation um, AUTO&Wirtschaft hat nachgefragt.

 

Jan Bill, Inhaber der Garage E. Bill AG in Detligen (BE): «Wir haben das Glück, dass unsere Werkstatt und der Showroom komplett von einander getrennt sind. Zwischen Werkstatt und Showroom ist eine Strasse, deshalb können wir problemlos den Werkstattbetrieb weiterführen. Noch haben wir Arbeit  - nur wie lange noch. Wir informieren aktuell unsere Kunden, dass wir geöffnet haben und haben insbesondere für Kunden, die zur Risikogruppe gehören einen Hol-und-Bringservice eingerichtet, inklusiv kompletter Desinfektion des Fahrzeugs. Zudem können Kunden bei uns ihr Fahrzeug auch abgeben und den Schlüssel einfach in die Schlüsselbox legen.»

 

Auto Züri West: Auf Anfrage von AUTO&Wirtschaft erklärt Auto Züri West, dass der Betrieb am Standort in Schlieren komplett geschlossen ist und aktuell keine Kunden bedient werden.

 

Burak Sentürk, Geschäftsführer Semes Automobile AG in Zürich: «Unsere Werkstatt ist diese Woche noch normal offen. Den Showroom und den Fahrzeugverkauf haben wir komplett eingestellt. Der Showroom ist geschlossen. Ab nächster Woche müssen wir aufgrund der fehlenden Auslastung in der Werkstatt auf Notfallbetrieb umstellen. Wir hoffen alle, dass wir das gut überstehen.»

 

Marc Oliver Gerber, Leiter Autoverkauf und Kundendienst bei der Bahnhofgarage Lüthi in Oberdiessbach (BE): «Aktuell läuft der Werkstattbetrieb bei uns normal weiter. Wir halten uns an alle vorgegebenen Schutzmassnahmen. Da wir keinen Showroom haben, können wir uns rein auf die Werkstatt konzentrieren. Unklar ist es, wie wir mit unserem Occasionsplatz umgehen. Dieser Platz ist im Freien und wir wissen im Moment noch nicht, ob wir doch noch Autos verkaufen dürfen oder nicht. Zudem ist es im Moment noch etwas schwierig bezüglich den Fahrzeugauslieferungen. Wir haben einige Fahrzeuge, die wir eigentlich an Kunden ausliefern sollten, jedoch ist das im Moment nicht möglich. Wir erarbeiten gerade einen Plan, die Fahrzeuge kontaktlos beim Kunden abzustellen. Die Kunden könnten dann das Fahrzeug selbständig erkunden und bei Fragen stehen wir ihnen telefonisch zur Verfügung.»

 

Jonathan Lenz, Geschäftsführer der Garage Lenz in Uzwil (SG): «Da ich nur eine Werkstatt und keinen Showroom habe, kann ich im Moment noch normal weiterarbeiten. Jedoch sieht es ab nächster Woche bei mir auch nach weniger Arbeit aus. Vermutlich muss ich ab nächster Woche auf ein Minimum reduzieren und kann nur noch Notfallreparaturen durchführen. Aktuell versuchen wir im Betrieb den Kontakt zu Kunden möglichst zu vermeiden. Wir halten uns aktuell an die Vorschriftsmassnahmen des BAG und desinfizieren in regelmässigen Abständen Türgriffe, Oberflächen und Fahrzeuge.»

 

AMAG: Die AMAG schreibt auf ihrer Webseite, dass alle Werkstätten (ausser im Tessin) geöffnet sind. «Alle Dienstleistungen werden wie gewohnt angeboten. Ein Hol-/Bringservice für Kundenfahrzeuge im Service und die Heimlieferung neuer Fahrzeuge oder Occasionen wird so weit möglich angeboten. Bezüglich Auslieferungen von Neufahrzeugen heisst es: «Bitte beachten Sie, dass die Auslieferung verkürzt durchgeführt wird. Sobald die aktuelle Corona-Situation vorbei ist, bieten wir Ihnen an, eine ausführlichere Einführung in Ihr neues Fahrzeug durchzuführen.» Die AMAG hat zudem zusätzliche Vorsichtsmassnahmen getroffen, um sowohl Kunden als auch Mitarbeiter zu schützen, dazu gehören regelmässige Desinfektion von Fahrzeugschlüssel und Türgriffen, sowie Schutzmaterial für Lenkrad, Sitz und Wählhelbel. Ein Verkauf von Fahrzeugen findet bei der AMAG nur noch virtuell statt und nicht im Showroom. Nach dem Kauf wird auf Wunsch eine Heimlieferung angeboten.

 

Thomas Estermann, Finance & Corporate Services Manager, Mercedes-Benz Auto Center Zug in Steinhausen erklärt: «Wir haben den Showroom komplett abgesperrt und führen unsere Besucher direkt zur Serviceannahme und wieder hinaus. Die Werkstatt ist geöffnet und läuft, wir werden jedoch auch in der kommenden Woche die Kapazitäten herunterfahren müssen und Kurzarbeit anmelden.» (ir)

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