08. Februar 2019

AGVS-Garagisten geben Menschen eine Chance zur Integration

Seit letztem Sommer geben AGVS-Garagisten Geflüchteten mit F- oder B-Bewilligung die Chance, eine einjährige Integrationsvorlehre zu absolvieren. Die Integrationsvorlehre ist ein nationales Pilotprojekt des Staatssekretariats für Migration, an dem sich 18 Kantone beteiligen.

AGVS-Garagisten geben Menschen eine Chance zur Integration

Hamid Sohraab absolviert bei der Küry Park Side AG in Rüschlikon eine Integrationsvorlehre, die er derart gut macht, dass ihm bald ein Lehrvertrag vorgelegt wird.

«Unsere Erwartungshaltung war sehr gering, weil wir nicht wussten, auf was wir uns einlassen», erinnert sich Tobias Renold, Serviceleiter bei der Küry Park Side AG in Rüschlikon ZH, an die Anfänge des Pilotprojekts «Integrationsvorlehre». Doch Hamid Sohraab aus Afghanistan überzeugte die Garage des AGVS mit seinem Einsatz. «Wir wurden bis jetzt ausschliesslich positiv überrascht und die Erwartungen wurden sogar übertroffen», ergänzt Tobias Renold. Ende 2018 ging der Integrationsvorlernende gar als Zweitplatzierter aus den Zürcher Berufsmeisterschaften hervor.

 

Für die Rüschlikoner Audi-Garage ist klar, dass sie Hamid Sohraab nach der einjährigen Integrationsvorlehre nicht ziehen lassen will. «Er kennt unseren Betrieb und hat sich gut ins Team integriert. Wir wollen ihm deshalb eine Lehrstelle anbieten», so Renold.

 

 

Dass diese erfreuliche Geschichte kein Einzelfall ist, bestätigt Melanie Aardalsbakke vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich. «Die Teilnehmer im Kanton Zürich zeigen eine hohe Motivation, sind sehr lernbegierig und einsatzfreudig. Die sechs Absolventen der Automobilklasse machen auch eine grosse Identifikation mit dem Berufsfeld deutlich.» Ausserdem, so Aardalsbakke, bringen die Integrationsvorlernenden Lebens- und Arbeitserfahrung mit, die sie in den Garagenalltag einbringen können.

 

 

Auch wenn zu Beginn der einjährigen Integrationsvorlehre die Kommunikation einige Herausforderungen für die Garagenteams bereitgehalten hat, nehmen die Mitglieder des Schweizer Garagistenverbands ihre gesellschaftliche Pflicht wahr. «Es ist wichtig, nicht zu allem Neuen Nein zu sagen», plädiert Tobias Renold für Mut, sich an neuen Ausbildungs- und Integrationsprojekten zu beteiligen. «Menschen, die sich integrieren wollen, müssen wir im Berufsleben eine Chance geben.»

 

 

Die Integrationsvorlehre ist ein nationales Pilotprojekt des Staatssekretariats für Migration, an dem sich 18 Kantone beteiligen. Die Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten während drei Wochentagen in der Garage, wo sie sich Grundfertigkeiten aneignen – von der Fahrzeugpflege über die Reifenmontage bis hin zu Wartungsarbeiten. Zwei Tage pro Woche drücken sie die Schulbank, wo der Fokus nicht nur auf den Spracherwerb, sondern auch auf die Vermittlung von kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Besonderheiten der Schweiz gelegt wird. Neben dem Kanton Zürich bieten die Kantone Solothurn und Wallis das Berufsfeld Automobil an. Der Kanton Luzern und weitere zeigen Interesse und rufen Betriebe auf, mitzuwirken. (pd/mb)

 

 

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