17. Juni 2021

Was E-Autofahrer/innen an ihren Fahrzeugen nervt

Seit 2018 erheben das auf eMobilität spezialisierte Beratungs- und Marktforschungsunternehmen «UScale» Daten zur Nutzungszufriedenheit von E-Auto-Fahrer/innen in Deutschland. Diese stieg 2021 wieder an, es bestehen aber noch immer einige Baustellen.

Was E-Autofahrer/innen an ihren Fahrzeugen nervt
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Die Pioniere der Elektromobilität waren bei den ersten Umfragen 2018 und 2019 begeistert von der damals neuen Technologie. Obwohl nur wenige Modelle mit oft sehr geringer Reichweite im Markt waren, bewerten die sogenannten Innovatoren ihre Autos sehr positiv. 2020 stieg das nächste Käufersegment ein, die sogenannten Early Adopters. Die angebotenen Modelle erfüllten die hohen Erwartungen dieser Kundengruppe jedoch nicht und die Zufriedenheit sank deutlich. 2021 sind viele neue Modelle mit höherer Reichweite und besserer Technik eingeführt worden - und die Zufriedenheit der befragten 2800 Deutschen Nutzer steigt wieder an.

 

2022 wird voraussichtlich das nächste Käufersegment, die Early Majority, nach einem E-Auto suchen. Deren Erwartungen werden erneut höher liegen, als die der heutigen Kunden. Damit steigen die Anforderungen an die Hersteller weiter an.

 

Auf Marken- und Modellebene streut der NPS-Wert deutlich. Auf Platz 1 des Rankings führt Teslas Model 3 mit grossem Abstand. Im starken Mittelfeld folgen der VW-Konzern mit Skoda, VW und Audi sowie die koreanischen Schwestermarken Kia und Hyundai. Das Schlusslicht bilden zwei Stellantis-Modelle von Peugeot und Opel, Smart und die beiden japanischen Marken Mazda und Nissan.

 

 

Die Top-5-Handlungsbedarfe: Die Problemschwerpunkte der einzelnen Marken unterscheiden sich stark. Werden die Nutzer gefragt, woran die Hersteller vorrangig arbeiten sollten, ergeben sich folgende Top-Handlungsbedarfe über alle Marken gemittelt:

-Reichweite und Ladeleistung
-e-spezifische Bedienelemente
-Connectivity und Software
-allgemeine Fahrzeugqualität
-Ausstattung und Modellvielfalt

 

Die meisten Marken haben ihre aktuellen batterieelektrischen Modelle aus der Verbrennerwelt heraus entwickelt. Das erklärt, warum viele Hersteller wichtige Use-Cases für das elektrische Fahren nicht zufriedenstellend lösen. Hierfür drei Beispiele:

-Konnektivität: Connect-Apps werden zu einem zentralen Bedienelement für das Lademanagement, verfehlen die Erwartungen an die Funktionalität aber deutlich.

-Routen- und Ladeplanung: Hersteller-Navigationssysteme enthalten Ladesäulen als Sonderziele. Funktionen zur Ladeplanung entlang der Route bieten aber nur wenige Systeme.

-Raumkonzept: Wer öffentlich lädt, benötigt häufigen Zugriff auf das Ladekabel. Ein Stauraum unter dem Ladeboden ist hierfür ungeeignet.

 

Eklatante Qualitätsprobleme: Zu den unbefriedigenden Konzepten kommen zahlreiche Qualitätsprobleme. In Summe haben eAutos nicht annähernd den Reifegrad, den die Nutzer vom Verbrenner kennen und erwarten. Zwei Beispiele:

-Zuverlässigkeit der Connect-App: Ein Drittel der eAuto-Fahrerinnen und Fahrer bewertet die Zuverlässigkeit der Connect-App als mangelhaft, ein weiteres Drittel als verbesserungsbedürftig.
-Probleme beim Laden: Knapp zwei Drittel berichten, dass sie zumindest gelegentlich Probleme beim Laden haben. In den meisten Fällen konnte der Ladevorgang nicht gestartet werden.

 

Kundenfeedback benötigt: Verbrenner wurden über 130 Jahre lang optimiert. Im Vergleich dazu stehen Elektroautos ganz am Anfang. Autohersteller (OEM), Lieferanten und Entwicklungspartner investieren viel Geld in neue Plattformen. Um kostengünstig produzieren zu können, verbauen Hersteller ihre Module in möglichst vielen Modellen. Mit der sogenannten Verblockung von Komponenten werden aber auch Kundenprobleme, Beanstandungen und mangelnde Kundenzufriedenheit „verblockt“.

Damit die Hersteller mit überzeugenden Konzepten hohe Marktanteile und Wirtschaftlichkeit erreichen, müssen die neuen Modelle beim Kunden „ankommen“. Das klappt nur, wenn Produktmanager und Entwickler die Kundensicht kennen. (rk/pd)

 

www.uscale.digital

 

 

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