10. Dezember 2009

Crashlos in die Zukunft?

Die Zulieferindustrie arbeitet mit Hochdruck am Auto der Zukunft, das in keine Unfälle mehr verwickelt sein soll. Die Prämisse dabei ist die Bevormundung des Fahrers, der statistisch gesehen für die meisten Unfälle verantwortlich ist. Nicht nur andere Fahrzeuge, sondern auch Fussgänger sollen in Zukunft durch Hightech-Systeme geschützt werden.

Crashlos in die Zukunft?

Soft- und Hardware künftiger Assistenz- und Sicherheitssysteme müssen sowohl punkto Rechengeschwindigkeit und Softwareprogrammierung als auch bezüglich Fallanalyse höchsten Ansprüchen genügen.

VON ANDREAS SENGER

Rund 90 Prozent der Unfälle im Strassenverkehr entstehen durch Fahrfehler. Um diese Fehlerquote zu senken, setzen die Automobilhersteller künftig vermehrt Sicherheits- und Assistenzsysteme ein, welche den Fahrer entweder unterstützen oder sogar aktiv eingreifen. 2010 wird auch Audi, beispielsweise im neuen Audi A8, der am Internationalen Automobilsalon in Genf Premiere feiern wird, ein umfangreiches Sicherheitspaket von Zulieferer Bosch mitgeben.

Ausgebautes ESP/ACC

Aufbauend auf dem etablierten elektronischen Stabilitätsprogramm ESP und dem adaptiven Tempomat ACC (Adaptive Cruise Control) mit der bisherigen Radarsensorik, rüstet Bosch das System mit einem zusätzlichen Videosensor auf, der im Bereich des Innenspiegels montiert ist.
Die Vernetzung mit dem Kamerabild ermöglicht nicht nur eine Kollisionswarnung und einen Spurverlassenswarner, sondern erlaubt den Einbau eines Teil- oder Vollbremssystems. Die Problematik dieser Systeme ist die Früherkennung kritischer Verkehrssituationen. Sowohl die Radar- wie auch die Videodaten sind dank ausgeklügelter Auswertesoftware verknüpft, so dass eine Intervention des Systems einen drohenden Crash verhindern helfen kann.
Beim System von Bosch werden Hindernisse dank Fernbereichsradarsystem aus einer Entfernung von 250 m erkannt. Die Videokamera erfasst die Abstände und Bewegungen anderer Objekte nicht so präzise wie der Radar. Dafür werden Personen, Fahrzeuge und Verkehrsschilder dank hohem Kontrastumfang detektiert.

Verknüpfung der Informationen

Erst wenn beide Sensorinformationen im Steuergerät dank schneller Rechenleistung und intelligenter Software zusammengeführt und ausgewertet werden, können Notbremssysteme Unfälle verhindern.
In einer ersten Stufe soll der Fahrer gewarnt werden. Die Bremsbeläge werden dabei vorsorglich an die Bremsscheiben angelegt. Danach folgt in der zweiten Stufe ein akustisches Signal und ein Bremsruck, der den Fahrer auf die Gefahr aufmerksam machen soll. Nützen diese Warnungen nicht, wird eine Teilbremsung eingeleitet. Erfolgt wiederum keine Reaktion des Lenkers, wird eine halbe Sekunde vor dem Aufprall eine Notbremsung mit maximaler Verzögerung eingeleitet, um die Unfallschwere zu senken. Dass in der Nacht Hindernisse und Verkehrszeichen dank Nachtsichtgerät auf das Display projiziert werden, unterstützt den Lenker zusätzlich.
In ferner Zukunft werden die Fahrzeuge auch noch selber den Hindernissen ausweichen. Bis dahin sind Unfälle auf Grund von menschlichem Versagen eine traurige Realität.

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