02. Dezember 2009

Womit fährt das Auto der Zukunft?

Fazit des 10. Automotive Day in Bern: Wohl stehen bereits alternative Antriebe und Treibstoffe für Autos zur Verfügung, trotzdem steht die „Energiewende“ beim Auto nicht unmittelbar bevor. Bis taugliche Energieträger einen geschlossenen CO2-Kreislauf möglich machen, sollen Optimierungen am Verbrennungsmotor zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen.

Womit fährt das Auto der Zukunft?

„Die CO2-Emission nehmen auch dann nicht ab, wenn der Durchschnittsverbrauch auf 2- 3 l/100 km gesenkt wird“, prognostizierte Andrea Vezzini von der Berner Fachhochschule.

Ernüchternde Feststellung an dieser Tagung des Automotive Competence Network (ACN-CH), die auch von der Society of Automotive Engineers of Switzerland (SAE) mitgetragen wurde: Selbst wenn der weltweite Durchschnittsverbrauch pro Fahrzeug auf 2 - 3 l/100 km gesenkt werden kann, nehmen die CO2-Emissionen in diesem Bereich nicht ab. Schuld daran ist der rasant wachsende globale Fahrzeugbestand.


Die Referenten aus Forschung und Wirtschaft waren sich deshalb einig: Die Abkehr von fossilen Treibstoffen und die Förderung von alternativen Energieträgern und Antrieben und damit eine bessere und nachhaltigere Energieeffizienz sind die wichtigsten Themen im Mobilitätsbereich. Das übergeordnete Ziel sei die Umwandlung des heute offenen CO2-Kreislaufs in einen geschlossen, also die Vermeidung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre. Biodiesel und Bioethanol als Sunfuel-Produkte der 1. Generation seien in dieser Hinsicht taugliche Energieträger, jedoch wegen der Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion nicht unumstritten. Zwar gebe es bereits gute Erdgas/Biogasantriebe in Serienfahrzeugen verschiedener Hersteller und ein flächendeckendes Versorgungsnetz in der Schweiz, doch die Verwendung dieser Energieträger sei wegen der nicht optimalen Speicherdichte nur in verbrauchsarmen Fahrzeugen sinnvoll.

 

Weil also die meisten alternativen Treibstoffe und Antriebe den Industriestandard noch nicht erreich hätten, komme der Optimierung des Verbrennungsmotors im Hinblick auf geringere CO2-Emissionen zur Zeit grösste Bedeutung zu.

 

Auf dem Weg zu weniger Verbrauch wurden die Full-Hybrid-Fahrzeuge, deren Batterien an der Steckdose aufgeladen werden, als interessante Mobilitätsträger bezeichnet. Diesen Fahrzeugen wurde zudem die Fähigkeit attestiert, das Stromnetz zu einem intelligenten System, einem „Smart Grid" zu machen. Dann nämlich, wenn die Hybridbatterien während Tieflastzeiten überschüssigen Strom speichern, um diesen zu Hochlastzeiten wieder ans Netz abzugeben. So könne das Stromnetz, das in zunehmendem Mass von unregelmässigen Stromquellen (Wind-/Sonnenenergie) gespiesen wird, dereinst stabilisiert werden.


Die Referenten am 10. Automotive Day in Bern beleuchteten die möglichen Alternativen im Mobilitätsbereich aus der Sicht von Forschung und Industrie. Allerdings fehlte der Hinweis nicht, dass die nachhaltige Lösung von Problemen des Individualverkehrs nicht alleine auf der technischen Seite, sondern vor allem auch bei Politik, Wirtschaft und der öffentlichen Meinung zu finden sei. Weshalb auch angeregtt wurde, dass in diesem Zusammenhang auch die Limitierung der individuellen Mobilität kein Tabuthema bleiben dürfe.


Weitere Informationen: www.sae.ch

 

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