31. Mai 2018

auto-schweiz: Die Baustellen werden nicht weniger

An der GV von auto-schweiz zeichnete sich sehr schnell ab: Die Baustellen werden nicht weniger! Die Ausweitung von 30er-Tempozonen, die Energieetikette, die CO2-Vorgaben und, wo schon von Baustellen die Rede ist, die stetig steigenden Staustunden halten die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure auf Trab.

auto-schweiz: Die Baustellen werden nicht weniger

auto-schweiz-Präsident François Launaz konnte eine grosse Zahl von Mitgliedern zur Generalversammlung im Riverside in Glattfelden begrüssen.

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Keinem anderen Sektor würden so strenge Umweltvorgaben in den Weg gelegt wie der Automobilindustrie, stellte François Launaz, Präsident von auto-schweiz, an der Generalversammlung in Glattfelden fest. «Die Branche aber unternimmt nun wirklich alles, um diese Ziele zu erreichen», wand er den Herstellern ein Kränzchen. «Die Schweizer Automobilbranche steht zu den Zielen aus der Energiestrategie 2050, auch wenn die Vorgaben alles andere als leicht zu erreichen sind», deutete Launaz eine Entwicklung an, bei der die Grenzen von Wunschdenken und Machbarkeit punktuell zu verschwimmen drohen. Aus Sicht des auto-schweiz-Präsidenten sind die Energie- und Klimaziele denn auch nur mit einem hohen Anteil an alternativen Antrieben erreichbar. Er nannte in diesem Zusammenhang rein elektrisch betriebene Fahrzeuge wie auch Hybride, Gas- und Wasserstoffautos. Deshalb habe auto-schweiz das «10/20»-Ziel ausgerufen und sei fest gewillt, im Jahr 2020 beim Marktanteil einen zweistelligen Prozentsatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden auszuweisen.

 

 

Daraufhin ging François Launaz auf weitere Punkte ein, welche die Verkehrspolitik prägen und das Automobilgewerbe und die Strassenverkehrsteilnehmer beschäftigen. Der allerorts praktizierten Ausweitung von Tempozonen mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h kann Launaz wenig abgewinnen. «Das bringt weder mehr Sicherheit noch dient es der Umwelt», führte er ins Feld. Dasselbe gelte für Dieselfahrverbote in Städten. «Damit wird die Situation eher noch verschlimmert», und der auto-schweiz-Präsident fand klare Worte für diese Form der Politik: «Das ist grüner Populismus, der leider auch all die unkritischen Medien erfasst hat.» Die Schweiz freilich habe viel zu spät auf den Dieselskandal reagiert, und nun liege es an der Branche, das Vertrauen in den Diesel zurückzubringen. Unmittelbar verbunden sei damit auch die Frage der CO2-Grenzwerte, zu deren Zielerreichung die Selbstzünder halt nach wie vor von grosser Bedeutung seien.

 

 

Ein weiteres Versäumnis macht François Launaz im Zusammenhang mit der Energieetikette aus. «Dieses Mittel ist nicht mehr den politischen Zielen angepasst», machte er geltend. In der jetzigen Form erfülle die Energieetikette ihre Funktion nicht mehr. Hier gelte es nachzubessern.

 

 

Benoît Revaz, Direktor des Bundesamtes für Energie, ging auf die Ausgangslagen, Prognosen und Absichten des Bundes im Hinblick auf die zukünftige Energie- und Verkehrspolitik ein. Der Verkehr, so leitete er ein, beanspruche 36% des gesamten Energieverbrauchs. 95% davon basiere auf fossilen Energieträgern. 75% des CO2-Ausstosses im Strassenverkehr werde von den Personenwagen, 12% von den Lastwagen, 6% von den leichten Nutzfahrzeugen und 3% von Bussen erzeugt. Vor diesem Hintergrund habe die EU bis ins Jahr 2025 eine CO2-Reduktion von 15% und eine solche bis 2030 von 30% ins Weissbuch geschrieben. In konkreten Zahlen heisse dies auch für die Schweiz: Bis Ende 2020 ist ein Zielwert von 95 g CO2/km für Personenwagen und von 147 g CO2/km für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper anvisiert.

 

 

Bereits aber zeichnet sich hier ein Konflikt ab. Mit der neuen Emissions-Messmethode WLTP werden die bisherigen Werte übertroffen. Im Schnitt schlössen die Motoren bei dieser Messung um bis zu 21% schlechter ab. Benoît Revaz machte deutlich, dass vor allem kleine Motoren (+24%) in Nachteil geraten. Bei Motoren über zwei Liter Hubraum betrage die Abweichung lediglich 7%. Damit erhält der Begriff des Downsizing eine völlig neue Bedeutung…

 

 

Der Direktor des Bundesamtes für Energie stellte in Anspielung auf die Bemerkung von François Launaz zur Energieetikette klar: «Der Bund hält an der Energieetikette fest. Sie ist ein wichtiges Instrument, um den Konsumenten gerade bei der Fahrzeugbeschaffung in einer wichtigen Frage Transparenz zu vermitteln.» Revaz räumte aber ein, dass man sich durchaus gesprächsbereit zeige und auch gewillt sei, allfällige Verzerrungen abzufedern - sowieso nach der Umstellung auf die WLTP-Messmethode ab 1. Januar 2020.

 

 

Urs Bieri vom Meinungsforschungsinstitut gfs.bern stellte im Anschluss daran die Ergebnisse des «Mobilitätsmonitor 2018» vor. Die Studie wird seit 2005 regelmässig von auto-schweiz in Auftrag gegeben, um die Einstellung der Schweizer Bevölkerung zu den Themen Automobil und motorisierter Individualverkehr zu messen. «72% der Befragten können sich vorstellen, ein Auto mit alternativem Antrieb zu kaufen», so Bieri in seiner Präsentation. Dies sei ein Höchstwert seit der erstmaligen Befragung vor 13 Jahren. «Gleichzeitig sehen aber auch drei Viertel der Studienteilnehmenden die Staus als Problem an.» Dies sei ebenfalls ein Rekordwert, so Bieri.

 

 

Nach dem Rücktritt von Kurt Egloff aus dem Vorstand und als Vizepräsident ist Donato Bochicchio, Generaldirektor der Ford Motor Company Switzerland, für drei Jahre neu in die fünfköpfige Verbandsleitung gewählt worden. Ebenfalls für drei Jahre im Amt bestätigt und gleichzeitig neu zum Vizepräsidenten gewählt wurde Philipp Rhomberg, Geschäftsleitungsmitglied der Emil Frey Gruppe. Gemeinsam mit Morten Hannesbo, CEO der Amag Group AG und ebenfalls Vizepräsident, Marc Langenbrinck, CEO der Mercedes-Benz Schweiz AG, und Präsident François Launaz bilden sie nun den fünfköpfigen Vorstand von auto-schweiz.  (eka)

 

www.auto-schweiz.ch

 

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 https://auto-wirtschaft.ch/gallery-view/240-generalversammlung-2018-von-auto-schweiz-in-glattfelden

 

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