09. April 2018

Was tun, wenn ein Elektroauto verunfallt?

In einem simulierten Autounfall hat die Baloise in Kooperation mit dem Dynamic Test Center, dem Schweizerischen Feuerwehrverband (SFV) und der Auto Strassenhilfe Schweiz (ASS) die Folgen eines Elektroautomobil-Unfalls vorgeführt.

Was tun, wenn ein Elektroauto verunfallt?

Insbesondere in der Rettungskette weicht das Vorgehen der hinzugezogenen Kräfte bei Unfällen mit Elektrofahrzeugen von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren ab. "Die erste Herausforderung der Rettungskräfte an der Unfallstelle ist, zu erkennen, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelt und entsprechend das Vorgehen angepasst werden muss. Die Unterscheidung ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach, weil es dutzende verschiedene Automodelle mit Hybrid- oder Elektroantrieb gibt, die nicht alle entsprechend gekennzeichnet sind", so Baloise-Fahrzeugexperte Daniel Junker.

 

 

Die zentrale Herausforderung steckt in der Lithiumbatterie. Durch den Aufprall bei einem Unfall wird diese unter Umständen beschädigt, was eine Reihe von möglichen Gefahren birgt – auch für die Rettungskräfte. Zum einen kann durch die beschädigte Batterie Spannung auf der Karosserie anliegen, sodass die Rettungskräfte im Zweifelsfall spezielle Schutzvorkehrungen treffen müssen. Zum anderen ist eine beschädigte Batterie insofern eine Gefahr, als dass es jederzeit zu einer Spontanzündung kommen kann. "Der dadurch erzeugte Brand erreicht Extremtemperaturen. Die Elemente im positiven Pol der Batterie enthalten einen hohen Sauerstoffanteil, wodurch eine eigentliche Löschung kaum möglich ist. Vielmehr wird mit reichlich Wasser gekühlt, um zu verhindern, dass der Brand auf weitere Batteriezellen übergeht. Hersteller von Elektro- und Hybridfahrzeugen sind sich dieser Gefahren bewusst, weshalb sie Sicherheitselemente zur Verhinderung von Gefahrensituationen in ihre Antriebssysteme einbauen", so Urs Bächtold vom Schweizerischen Feuerwehrverband.

 

 

Beim Baloise Car Crash wurde ein BEV (Battery Electric Vehicule) verwendet. Die in diesem Fall bereits bereitstehenden Rettungskräfte der Feuerwehr konnten mit Hilfe der Rettungskarte vom Fahrzeug auf ihrem Tablet die Hochvoltbatterie manuell ausschalten und danach innerhalb von wenigen Minuten die Insassen entsprechend ihrem Verletzungsgrad gefahrlos aus dem Fahrzeug bergen. Die Sanitäter waren auch zur Stelle und zeigten realistisch das Vorgehen beim Erst-Verarzten der Verletzten an der Unfallstelle. Da es beim Aufprall zu keinem Fahrzeugbrand kam, wurde das Fahrzeug in einem speziell für den sicheren Transport von Elektrofahrzeugen ausgerüsteten Container auf einen Zweitplatz transportiert, wo dank eines speziellen Auffangbeckens eine ökologisch unbedenkliche In-Brand-Setzung mit darauffolgender Löschung ausgeführt werden konnte.

 

 

"Es ist äusserst wichtig, sich mit dem andersgelagerten Vorgehen bei Unfällen mit Lithium-Batterien frühzeitig auseinanderzusetzen. Der Trend zur Energieerzeugung mit Lithiumbatterien – sei es bei Fahrzeugen, technischen Geräten oder im Haushalt – ist zunehmend. Ein entsprechendes Know-how bei den Rettungskräften aufzubauen kann bedeutende Zeit gewinnen, was bei Unfällen Leben retten kann", so Raphael Murri vom DTC.

 

 

Der Aufprallunfall wurde im Dynamic Test Center (DTC) in Vauffelin durchgeführt. Der Brand ereignete sich auf dem Übungsgelände des Ausbildungszentrums für Sicherheit  in Büren an der Aare.  (pd/eka)

 

 

www.baloise.com

 

 

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