27. März 2018

VW startet grosse SUV-Offensive in China

Der Touareg ist das neue Flaggschiff der Marke VW und seine Premiere wurde entsprechend gebührend gefeiert - in Peking. Warum? Weil China inzwischen der wichtigste Markt geworden ist und natürlich will VW seine Führungsrolle weiter ausbauen.

VW startet grosse SUV-Offensive in China
VW startet grosse SUV-Offensive in China

Text: Isabelle Riederer

 

Dass die chinesische Hauptstadt für die Weltpremiere ausgewählt wurde, liegt auf der Hand. China ist nicht nur für VW der weltweit wichtigste Einzelmarkt. 6,2 Millionen Autos hat VW 2017 verkauft, 3,2 Millionen davon gingen nach China – also über 50 Prozent. Und: In noch keinem Jahr zuvor hat je eine Marke in einem einzigen Land mehr Autos unters Volk gebracht als VW in China. Und es sollen zukünftig noch mehr werden! Deshalb startet VW eine SUV-Grossoffensive, denn das weitere Wachstum von VW hängt wesentlich von diesem Segment ab.

 

Ende März feierte daher nicht nur der neue VW Touareg in Peking seine Weltpremiere, sondern gleich noch drei weitere SUVs wurden vorgestellt. Darunter den bei uns bereits bekannten T-Roc. Nur für den chinesischen Markt produziert VW zusätzlich den VW Advanced Mid-Size SUV und den neuen VW Powerful Family SUV – ja die Modelle heissen tatsächlich so.

 

Die jetzt vorgestellten Modelle sind allerdings nur der Anfang einer gross angelegten SUV-Offensive. Aktuell gibt es in China Tiguan, Touareg und Terramont, doch bis 2020 will VW rund ein Dutzend weitere Hochbeiner ins Reich der Mitte bringen. Eine stolze Zahl, mit der der Konzern in Windeseile an seine Wettbewerber aufschliessen will. Denn: Wie so oft, hat VW auch in China die Entwicklung des Marktes zunächst ausführlich beobachtet, um nun mit geballter Kraft zuzuschlagen. Die ist auch nötig, denn mehr noch als bei uns liegen SUV in China im Trend. Experten gehen davon aus, dass schon bald jeder zweite verkaufte Neuwagen in dieses Segment fällt. Dazu kommt, dass chinesische Kunden im Schnitt deutlich jünger sind als bei uns: Mitte 30 statt Mitte 50. Dementsprechend wollen die Wolfsburger ihrer Kundschaft natürlich innerhalb der Marke auch viele Aufstiegsmöglichkeiten bieten.

 

Heute produziert Volkswagen an 19 Standorten – darunter neun Fahrzeug- und zehn Komponenten-Werke – im ganzen Land. Konzernweit arbeiten in China rund 85’000 Menschen für Volkswagen. Die Produktpalette der Marke umfasst nach eigenen Angaben mehr als 20 Modelle, darunter eine Vielzahl von speziell für China entwickelte Fahrzeuge wie der Phideon oder der Lamando. Neben der Produktion verstärkt Volkswagen zudem seine Entwicklungskompetenzen in China, insbesondere in Zukunftsfeldern wie der Elektromobilität und der Digitalisierung.

 

Die chinesische Regierung hat eine ganze Reihe von Massnahmen ergriffen, um den Verkauf von Autos mit alternativen Antrieben anzukurbeln. In von Smog geplagten Grossstädten wie Peking und Shanghai ist kaum noch an neue Nummernschilder für Autos mit Benzinmotor zu kommen. Käufer von E-Autos profitieren kräftig von staatlichen Subventionen. Nach VW-Angaben wird die vollelektrische ID-Modellfamilie nahezu gleichzeitig in Europa, China und den USA anlaufen. Aber schon zuvor will VW weitere zehn Stromer – Plug-In-Hybride und Batterie-elektrische Autos – auf den Markt bringen. Der soeben vorgestellten Tiguan PHEV ist einer davon, der ebenfalls noch dieses Jahr startende, vollelektrische Bora (ein Golf mit Stufenheck) ein weiterer.

 

Gelingt es den Wolfsburgern, ihre grossen Pläne in die Tat umzusetzen, dürfte ihnen eine weiterhin rosige Zukunft bevorstehen und die Erfolgsgeschichte könnte fortgeschrieben werden. Bislang liest sich das China-Engagement des Konzerns nämlich wie ein Märchen:  Vor mehr als 30 Jahren hat VW den Markt für sich entdeckt und schon 1985 lief in Schanghai der erste nur für China gebaute Santana vom Band. Zusammen mit den beiden Partner FAW und SAIC hat VW inzwischen mehr als 27 Millionen Fahrzeuge in China verkauft – und dank Touareg und Co. dürfte noch in diesem Jahr die 30-Millionen-Marke fallen.

 

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