02. November 2009

Neue Verfahren erfordern neue Techniken

Hobbylackierer unterscheiden sich vom Profi, der nach mehrjähriger Ausbildungszeit und Weiterbildungen immer auf dem neusten Stand der Technik ist, deutlich. Von den Applikationsgeräten über den Beschichtungsaufbau mit Wasserbasislacken bis hin zu den Trocknungsverfahren gibt es immer Neuerungen – hier ein Überblick.

Neue Verfahren erfordern neue Techniken

Neue Beschichtungstechnik: Sikkens hat im vergangenen Frühjahr die UV-LED-Technik an der Lackierpistole lanciert und damit eine neue Ära eröffnet.

Zusammengetragen VON ROLAND HOFER

Noch nie in der Geschichte des Automobils änderten sich derart viele Komponenten grundlegend, wie heute. Das betrifft natürlich auch die werkseitige Lackierung, wo nach immer kostengünstigeren, umweltfreundlicheren und effizienteren Methoden gesucht, wird. Diese Tatsache fordert auf der andern Seite die Hersteller von Lackierpistolen, Lacksystemen und Trocknungsformen heraus. Sie sollen im Reparaturfall das Fahrzeug wieder «wie neu» ausliefern können.
Was uns die geschätzten Anbieter für Neuheiten bereithalten, finden sie auf den folgenden Seiten. Zum Einstieg ein Beitrag, der die Aufgabenstellung eines Lackierpistolen-Herstellers detailliert beleuchtet.

Trends im Lackierer-Handwerk

Mit der Einführung neuer Lackgenerationen kommen auf die Lackierbetriebe oftmals auch Anpassungen im Bereich der Lackiergeräte und dem weiteren Arbeitsumfeld zu. Da hat der Hersteller Sata griffige Antworten bereit.
Zumeist sind es nur kleine Änderungen im Arbeitsablauf oder der Technik, die in Kombination mit moderneren Materialien den gewünschten Erfolg bringen. Dass sich mit der Einführung neuer Lacksysteme nicht jedes Mal die komplette Lackierpistolentechnik ändert, ist der engen Zusammenarbeit von Lack- und Geräteherstellern zu.

Erfolgsfaktor Düsenwahl

Die Sicherheit und Erfahrung, die der Lackierer im Umgang mit seinen Lackierwerkzeugen hat, führt oft dazu, dass geänderte Vorgaben und Empfehlungen zu bestimmten Pistolentypen oder Düsengrössen missachtet werden. Obwohl diesen Empfehlungen lange Versuchs- und Testreihen vorausgingen, unterstellt mancher Lackierer im Tagesgeschäft, dass die vorhandene Düse mindestens genau so gut für die neue Materialserie geeignet sei.
Am Beispiel der mittlerweile oft zum Einsatz kommenden HS- oder VOC-Klarlacke lässt sich dies sehr gut aufzeigen. Herrscht doch noch weitgehend die Meinung vor, dass ein Klarlack mit erhöhtem Festkörperanteil höherviskos eingestellt sei und somit auch bei der Verarbeitung einer grossen Düse bedarf. Dies entspricht nicht den Gegebenheiten und stellt oft die Ursache für spätere Fehllackierungen dar. Zu hohe Schichtstärken führen zu Trocknungsschwierigkeiten und auch Kocherblasen. Die Abstimmung von Lackherstellern und Produzenten der Lackiergeräte ergab eine völlige Neuausrichtung der Düsengrösse für diese festkörperreichen Klarlacke. Nach wie vor können moderne Lackierpistolen in HVLP-Niederdruck-Technologie oder auch in optimierter Hochdrucktechnik (RP) zur Erzielung perfekter Lackierergebnisse, unter Einhaltung der von der VOC geforderten Übertragungsrate, eingesetzt werden. Um jedoch die applikationstechnischen wie auch wirtschaftlichen Vorteile der neuen Klarlacke voll ausschöpfen zu können, empfiehlt es sich auf kleinere Düsen umzusteigen. Denn nur mit einer geringeren Auswurfmenge kann der Trend zu schneller Benetzung und weniger Spritzgängen umgesetzt werden. Als ideal ist bei vielen Herstellern und Lackmaterialien für die PW-Lackierung die Düsenvariante 1,2 getestet worden.
Seit der Einführung der neuen Modellreihe Satajet 3000 B sorgt ein breiterer Strahl bereits im ersten Spritzgang für schnelle Benetzung und auch die feine Zerstäubung trägt den neuen Materialien Rechnung.
Die Entwicklungen der Lackhersteller lassen die Vermutung zu, dass UV-Lacke in der Zukunft nicht ausschliesslich nur für den Spot-Repair-Bereich eingesetzt werden. Grossflächige UV-Lackierungen mit sehr schnellen Trocknungszeiten sind anlagentechnisch offensichtlich keine Utopie mehr. Von Seiten der Applikationstechnik stehen schon heute Kunststoff-Fliessbecher in schwarzer, lichtundurchlässiger Ausführung als Einweg-Becher zur Verfügung.

Praxisorientiertes Zubehör

Neben der Lackierpistole als eigentliches Kernstück der Lackierung stehen Zubehörteile mehr und mehr im Fokus, wenn es um die zeitgemässe Verarbeitung moderner Lacksysteme geht. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Erweiterung der Farbtonpalette und der Effektlacke spielt der exakte Eingangs-Fliessdruck an der Lackierpistole eine entscheidende Rolle. Zur Erzielung des passenden Farbtons muss der Zerstäubungsgrad exakt passen und dieser wiederum steht unmittelbar im Zusammenhang mit der Druckeinstellung. Die Folgen einer falschen Druckeinstellung sind durch Fehllackierungen und hohe Nacharbeitskosten direkt spürbar. Zu hoher Eingangsdruck verändert nicht nur den Farbton, sondern führt zu erhöhtem Materialverbrauch. Arbeitshilfen zur Druckeinstellung sind in diversen Ausführungen und Preislagen verfügbar. Das Angebot reicht vom einfachen Druckregler mit Manometer, über nachrüstbare Druckregler mit digitaler Anzeige zum Einbau in die Lackierpistole bis hin zu werkseitig im Lackierpistolengriff integrierten Druckreglern mit digitaler Anzeigeneinheit.
Steigende Arbeitskosten und die zwingend erforderliche Reduzierung umweltbelastender Reinigungsmittel eröffnen in geradezu idealer Weise den Einsatz von Mischbechersystemen für die Lackierpistole. Beim Farbwechsel reduziert sich der Reinigungsaufwand auf die kurzen Wege des Farbkanals. Für die gründliche und schnelle Zwischenreinigung stehen heute universell einsetzbare Reinigungsstationen wie das Sata RCS zur Verfügung.

Druckluftfilter steigern die Lackierqualität

Moderne Lacksysteme mit darauf abgestimmter Applikationstechnik bringen für den Lackierbetrieb wirtschaftliche Vorteile. Umsetzen lassen sich diese Potentiale allerdings nur, wenn auch weitere Komponenten, die zur Ergebnissicherstellung wichtig sind, dem Stand der Technik entsprechen. Hier sind als wichtiger Erfolgsfaktor die 3-stufigen Druckluftfilter zu erwähnen. Technisch reine Arbeitsluft, frei von Kondensat, Schmutzpartikeln und Öldämpfen sichert die Qualität der Lackierung. Selbstverständlich nur so lange, wie die Filtereinheit durch eine kontinuierliche Wartung und rechtzeitigem Wechsel der Filterpatronen auf technisch einwandfreiem Zustand gehalten werden.

Spot-Repair – ganz oder gar nicht

Der Bereich Spot- und Smart-Repair wird von immer mehr Lackierbetrieben als profitables Marktsegment erkannt. Will der Betrieb hier Erfolge verbuchen, so sind im Vorfeld entsprechende Investitionen auf verschiedenen Ebenen notwendig.
Die konsequente Aus- und Weiterbildung des Mitarbeiters, der mit der Ausführung der Kleinstschadenreparatur betraut ist, stellt eine Schlüsselfunktion dar. Nur in ständigem Kontakt mit den Lack- und Geräteherstellern kann in Verbindung mit entsprechender Praxiserfahrung ein verkaufsfähiges und wirtschaftlich interessantes Lackierergebnis erzielt werden. Im Werkstattbereich sollte ein Arbeitsplatz geschaffen werden, der auf die Anforderungen der Spot-Repair-Lackierung abgestimmt ist. Seitens der Applikationstechnik bieten die Hersteller heute spezielle Kleinlackierpistolen mit vielfältigen Spezialdüsen und Zubehör an. So wird auch bei kleinsten Reparaturstellen die benötigte Farbtongenauigkeit für eine «unsicht-bare» Reparatur sicher erzielt.

www.jasa-ag.ch
www.sata.com

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