29. Oktober 2015

gasmobil-Symposium: Treibstoffwende mit Erdgas/Biogas

Das 11. gasmobil-Symposium hat im wahrsten Sinn des Wortes die Zukunft der Mobilität eingeläutet. Mit dem sogenannten «Move» wurde die erste Power-to-Gas-Anlage der Schweiz präsentiert. Über 200 Experten aus Wirtschaft, Industrie und Politik tauschten sich über die Treibstoffwende mit Erdgas/Biogas aus. Für eine Weltpremiere sorgte der erste CNG-Reisebus.

gasmobil-Symposium: Treibstoffwende mit Erdgas/Biogas

Alessandro Paolucci, Managing Director der Fiat Chrysler Automobiles Switzerland, setzt sich engagiert für den CNG-Antrieb ein.

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Das 11. gasmobil-Symposium hat bewiesen, dass die Treibstoffwende mit Erdgas/Biogas mehr als eine Vision sein kann. Das belegten zwei der wichtigsten Player in punkto Erdgasmobilität in Dübendorf Schulter an Schulter: das Kompetenzzentrum gasmobil und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa.

Vor über 200 Entscheidungsträgern aus Gas- und Erdölindustrie, Politik, Forschung, Verwaltung sowie Autoimporteuren, Flottenbetreibern und Energieversorgern lautete die zentrale Botschaft bei der Empa in Dübendorf: «Erdgas/Biogas ist der mit Abstand beste Treibstoff.» Das sagte nicht nur Kurt Lüscher, CEO von energie 360°, dem Zürcher Energieversorger. Für den Durchbruch fehle dem Erdgas/Biogas aber das emotionale Auto vom Format eines Tesla.

Ins gleiche Horn blies Alessandro Paolucci, Managing Director der Fiat Chrysler Automobiles Switzerland: «In der Schweiz ist der Autokauf eine emotionale Sache. Und obwohl sich mit CNG Kosten und CO2-Emissionen einsparen lassen, gilt es als unsexy.» Methan respektive Biogas hätten das Potenzial, massgeblich zur Energiewende beizutragen und die Mobilität zu revolutionieren. «Sie machen heutige Fahrzeuge sauberer – zu erschwinglichen Preisen.»

An diesem Punkt kam Urs Cabalzar, Projektleiter des «Future Mobility Demonstrators» der Empa ins Spiel. Der sogenannte «Move» wird ab dem 23. November 2015 überschüssigen Sonnen- und Windstrom mittels Elektrolyse zu Wasserstoff und synthetischem Methan umwandeln. Dadurch rückt eine CO2-neutrale Mobilität mit Biogas in Griffweite. Der Empa-Ingenieur sieht in Power-to-Gas einen realistischen Hebel, die Nachfrage nach Erneuerbaren Energien zu erhöhen.

Andreas Burgener, Direktor auto-schweiz, verkündete die Unterstützung des Automobilverbandes, wenn die Anrechnung Erneuerbarer Energien beim Flottenverbrauch von Neuimmatrikulationen von heute 10 auf beispielsweise 15 Prozent angehoben würde: «Das würde uns helfen, CNG-Fahrzeuge zu pushen.» Es brauche einen Treiber, der für den Durchbruch sorgt: «Die 95 Gramm CO2 pro Kilometer, die der Absenkungspfad per 2020 vorsieht, kann dieser Treiber sein», so Burgener. Nationalrätin Kathy Riklin beklagte in diesem Zusammenhang, dass die Schweizer zu grosse und zu schwere Autos lieben.

Roland Bartosch von den Stadtwerken Augsburg blickte auf eine über 20-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Die 270`000-Einwohner-Stadt unterhält ihre eigenen CNG-Tankstellen, der gesamte ÖV und viele andere Fahrzeuge wird vollständig von Biogas angetrieben. Augsburg hat europaweit eine Pionierrolle inne, schreibt damit schwarze Zahlen und spart über 12'000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Trotzdem schaffte es Erdgas/Biogas bisher nicht, sich nachhaltig im Öffentlichen Verkehr durchzusetzen. Ein gewichtiger Grund wurde in der abschliessenden Podiumsdiskussion angetönt: Der politische Wille fehlt. Denn solange der ÖV von der Mineralölsteuer befreit ist (immerhin 72 Rappen pro Liter), wird Erdgas/Biogas den Diesel nicht als Treibstoff ablösen.

Für eine Weltpremiere sorgte der erste in Serie produzierte CNG-betriebene Reisebus von Scania. Er ist deutlich leiser als ein Diesel-Bus, steht dem in punkto Leistung in nichts nach – und ist wesentlich umweltfreundlicher.

www.empa-akademie.ch
www.erdgasfahren.ch

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