02. Juni 2009

Harte Arbeit für ein Ticket nach Calgary

Calgary rückt immer näher, bereits Ende August beginnt der internationale Berufswettbewerb «World Skills Competition» in Kanada. Damit sich die Kandidaten intensiv darauf vorbereiten und rechtzeitig angemeldet werden können, war Ende Februar der spätest mögliche Termin, um die besten Automechaniker und Autolackierer zu erküren.

Für die hochstehende Berufsprüfung arbeiteten die Fédération des Carrossiers Romands (FCR) sowie der Schweizerische Carrosserieverband (VSCI/USIC) zusammen. Als Austragungsort empfahl sich das bestens eingerichtete neuenburgische Berufsausbildungszentrum Centre interrégional de formation des montagnes neuchâteloises (CIFOM) in Le Locle. Neben der ausgezeichneten Infrastruktur (Unterbringung, Verpflegung, Sekretariat) lockten vor allem die idealen Arbeitsbedingungen – jeder Beruf belegte ein ganzes Stockwerk – in den winterlichen Jura.

Vielseitige Carrosseriespengler

Für die zweitägige Ausmarchung trafen die Carrossier Spengler und Carrossier Lackierer bereits am Vorabend im Jura ein und machten sich mit den Lokalitäten vertraut. Die Aufgabe der Carrosseriespengler bestand unter anderem darin, einen Längsträger samt Stossdämpfer korrekt zu montieren. Dabei interessierte die Experten unter der Leitung von Jean-Paul L’Eplattenier (La Chaux-de-Fonds) in erster Linie die Vorbereitung der Verbindungszonen, der Einsatz des richtigen Schweissverfahrens sowie die Schweisstechnik selbst. Nach dieser wichtigen Aufgabe, welche für ein Fahrzeug von entscheidender Sicherheitsbedeutung ist, mussten sich die Kandidaten im Bereich Diagnostik auszeichnen, indem sie die Grös­se der Beschädigung und Verformung eines beschädigten Fahrzeuges auf einer Richtbank korrekt ausmassen und protokollierten. Schliesslich musste ein beschädigter Kotflügel wieder in Form gebracht werden. Da hatten die feinfühligen Handwerker unter den Teilnehmern klare Vorteile, denn es wurde Schweis­sen, Richten und Schlichten verlangt. Zu guter letzt kam auch bei ihnen die Elektronik zum tragen, denn es galt, die vorgeschriebenen Herstellerrichtlinien beim De- und Remontieren der Komfortelektrik (Scheinwerfer, Fensterheber, Parksensoren, Türschliesser, Antennen usw.) korrekt anzuschliessen und die Fehlercodes der On-Board-Diagnose (OBD) sicher auszulesen. Wurden alle Arbeiten sorgfältig, speditiv und mit den vorgeschriebenen Schutzfunktionen (Handschuhe, Schweisshelm) sauber ausgeführt, standen die Aussichten gut, weit vorne in der Rangliste zu liegen.

Die Designer am Auto

Die Profis, welche einem Fahrzeug seinen farbigen Schutz auftragen, hatten ebenfalls schwierige Bedingungen. Um vorne mithalten zu können, musste eine Motorhaube von Grund auf beschichtet werden. Grundfüller, Lack und Decklack mussten fachmännisch aufgetragen, dazwischen geschliffen und schliesslich getrocknet sowie poliert werden. Gearbeitet wurde mit wasserlöslichen Produkten von DuPont. Jeder Arbeitsschritt wurde vom Expertenteam um Peter Wagner (Oberriet) minutiös begutachtet. Als IWB-Experte war auch Willy Frei (Waldkirch) mit von der Partie. Seine Benotung wog allein 20 Prozent, weil er neben dem fachlichen Können auch die mentale Stärke jedes Kandidaten genau unter die Lupe nahm. Ihrem Designempfinden konnten die Kandidaten auch bei der zweiten Aufgabe nicht freien Lauf lassen, sondern mussten eine Vorlage genau kopieren und schliesslich mit Klebefolien millimetergenau auf einen Kotflügel und eine Motorhaube applizieren. Damit war allerdings noch nicht Schluss, sondern eine defekte Kunststoffstossstange musste unter Zuhilfenahme von entsprechenden Hilfsmitteln repariert werden. Erst jetzt hatten die drei Damen und fünf Herren ihre Aufgabe gelöst und die Experten mussten ihre Notizen in Punkte umwandeln.

Nicht der Rang ist wichtig

Zu Beginn der feierlichen Rangverkündigung mit Eltern, Freundinnen und Freunden, Arbeitgebern, Sponsoren und Verbandsverantwortlichen übernahm Paul-André Hartmann vom CIFOM das Mikrofon und verkündete: «Es ist die Anstrengung, in der man Genugtuung findet, nicht der Erfolg.» Er freute sich, dass das Bildungsinstitut als Schauplatz für die Berufsmeisterschaften ausgewählt wurde.

Für die beiden Verbände VSCI und FCR übernahm Martin Rusterholz, Präsident Fachausschuss Berufsbildung, die Bekanntgabe der erreichten Ränge. In seiner Einführung zeigte er sich stolz über die abgelieferten Arbeiten und versicherte allen Teilnehmern, dass sie auf dem richtigen Weg seien. «Mit ihrer Teilnahme identifizieren sich die jungen Berufsleute vorbildlich mit unserer Branche und setzen sich bereits heute für ihre und unsere berufliche Zukunft ein. Darauf bin ich stolz.» Für die Übergabe der Urkunden und wertvollen Preise konnte er keinen geringeren als den Autolackierer-Weltmeister von 2005, João Gonçalves, gewinnen.

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