20. Oktober 2011

Werkstattgespräch mit Weltmeister in Winterthur

Einen Goldmedaillengewinner live zu erleben: Diese Möglichkeit haben in Winterthur Lernende aus dem Garagengewerbe genutzt. Automechaniker-Weltmeister Flavio Helfenstein erzählte von seinem Erfolg, seiner Motivation und seinen Lernmethoden beim Werkstattgespräch mit Nationalrat Markus Hutter.

Werkstattgespräch mit Weltmeister in Winterthur

Weltmeister Helfenstein mit Goldmedaille und seiner Freundin Veronika neben Nationalrat Markus Hutter (r.) und AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli. (Foto:hbg)

Für den Automechaniker Flavio Helfenstein ist es kein Problem, eine Arbeit in drei Stunden zu erledigen, für die er sonst einen Arbeitstag zur Verfügung hat. Vor dieser Aufgabe stand der 22-Jährige anfangs Oktober an den Berufs-Weltmeisterschaften WorldSkills in London, wo er die Goldmedaille holte. Am Mittwochabend berichtete er in der Winterthurer Garage Hutter Dynamics Lernenden und Fachleuten aus dem Autogewerbe von seinen Erlebnissen.

 

Helfenstein erfüllte hohe Erwartungen: «Ich habe gesagt, ich werde Gold gewinnen. Ich habe mein Versprechen gehalten.» Gefragt, mit welcher Methode er seine Höchstleistungen erreiche, sagte der 22-Jährige: «Bei mir geht es immer um das Warum. Warum ist die Kurbelwelle so, wie sie ist?» Wenn er diese Frage beantwortet habe, verstehe er die Logik dahinter, könne dieses Wissen jederzeit abrufen, müsse nichts auswendig lernen. Und: Er sei nie ganz zufrieden mit sich selber, setze sich stets neue Ziele. Helfenstein stellte klar, das in den Schulen vermittelte schlechte Bild des Automechaniker-Berufes entspreche nicht der Wirklichkeit. Auch viele Berufsberater wüssten nicht, wie spannend und anspruchsvoll der Job sei.

 

Den Weltmeister nach Winterthur geholt hatte der AGVS, zusammen mit Markus Hutter, Garagenbesitzer und Nationalrat. In einem Talk mit Helfenstein rühmte Hutter die Vorzüge des Schweizer Bildungssystems: «Die duale Berufsbildung ist ein Erfolgsmodell.» Sie versorge Gewerbebetriebe sowie andere Unternehmen mit praxisorientierten und qualifizierten Mitarbeitenden. Der Unternehmer schilderte aber auch seine Sorgen. Die Volksschule vermittle «Schlüsselqualifikationen» wie Pünktlichkeit oder Durchhaltewillen nicht mehr in genügendem Masse. Zudem benachteilige der Staat zunehmend die praktische Berufsausbildung gegenüber der universitären. Hutter rief darum die Politik dazu auf, in diesem Bereich gleich lange Spiesse zu schaffen.

 

Urs Wernli, Zentralpräsident des AGVS, erinnerte daran, dass die 4000 Betriebe seines Verbandes rund 31'000 Personen beschäftigen. 3300 Jugendliche starten jedes Jahr die Berufsausbildung, insgesamt 8500 Berufsleute befinden sich in der Aus- und Weiterbildung. Für die Wirtschaft und das ganze Land sei das schweizerische Berufsbildungswesen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, sagte Wernli. Das gelte insbesondere für das Autogewerbe, da die Besitzer der 5 Millionen Autos immer höhere Anforderungen an die Garagen stellten.

 

www.agvs.ch

www.hutterdynamics.ch

 

 

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