06. Juli 2009

Die Schweizer lieben ihr Auto – aber auch die Umwelt

«Das Auto ist für uns unverzichtbar.» Das sagen 78 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer. Für 89 Prozent ist das Auto ein «wichtiger Wirtschaftsfaktor». So lauten zwei Kernaussagen des dritten Mobilitäts-Monitors von auto-schweiz. Eine Zunehmende Umweltsensibilisierung ist offensichtlich: Die Mehrheit der Befragten ist sich der Umwelt- und Lärmbelastung durch den motorisierten Individualverkehr bewusst.

Die Schweizer lieben ihr Auto – aber auch die Umwelt

Die Zahl der Kritiker des motorisierten Individualverkehrs hat in den letzten zwei Jahren nicht zugenommen. Jene der kritischen Befürworter (pragmatische Gruppe) hingegen schon. Sie haben zwar Lärm- und Umweltbedenken, sehen den Individualverkehr jedoch grundsätzlich als etwas Positives an.

Zum dritten Mal hat das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure auto-schweiz eine repräsentative Umfrage unter 1005 Stimmberechtigten in der Schweiz durchgeführt. Neben den erneut wiederholten Einstellungsfragen stehen 2009 zwei Schwerpunktthemen im Zentrum: Der Gebrauch von modernen, energieeffizienten Autos und von über 13-jährigen Autos, welche modernen ökologischen Kriterien nicht mehr genügen.

 

Nutzung bestimmt das Denken

Die Einstellung der Schweizer in Sachen Auto ist insgesamt pragmatisch. Wie schon vor zwei Jahren ist auch 2009 die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass sich beim motorisierten Verkehr die Vor- und Nachteile in etwa die Waage halten. Allerdings ist eine gewisse Polarisierung festzustellen: Einerseits wird das Automobil nach wie vor als Erfolgsprodukt mit eminentem Nutzen wahrgenommen, andererseits haben die Umwelt- und Lärmbedenken weiter zugenommen. Max Nötzli, Präsident von auto-schweiz: «Das Auto ist für Herr und Frau Schweizer ein etablierter Alltagsgegenstand. Die Einstellung zum Auto ist zu einem grossen Teil davon abhängig, wie man das Auto selber nutzt.» Die Nutzung bestimmt das Denken: Für Befragte, die das Auto oft und vor allem beruflich nutzen, stehen die Vorteile an erster Stelle, während es für Befragte mit tiefer Autonutzung genau umgekehrt ist.

 

Polarisierung

Neu trifft eine verstärkte Kritik an Umweltbelastung und Lärm auf diese nutzendominierte Sicht. So ist die pragmatische Gruppe der Befürworter mit Lärm- und Umweltbedenken gewachsen und macht neu 37 Prozent (plus 12 Prozent im Vergleich zu Jahr 2007) aus. Insgesamt steht die Einstellung zum Auto 2009 im Zeichen einer zunehmenden Polarisierung. Noch vor zwei Jahren stach der Umweltaspekt weniger hervor als die Nutzenorientierung. Das ist heute anders: Den Umweltbedenken kommt nun eine ähnlich hohe Bedeutung zu wie dem Nutzwert.

 

Autokauf:

So umweltfreundlich wie möglich. 68 Prozent (plus 5 Prozent im Vergl. zu 2007) der Befragten können sich vorstellen, beim nächsten Autokauf alternative Antriebssysteme zu prüfen, 16 Prozent (minus 6 Prozent im Vergleich zu 2007) hingegen nicht. Als Hauptgründe werden Kritik an der Technologie sowie finanzielle Bedenken geäussert.

Bei den alternativen Antrieben belegt der Hybridmotor (mit 88 Prozent – plus 5 Prozent im Vergleich zu 2007) den ersten Platz. Aber auch der energieeffiziente Benzinmotor wird immer beliebter: Neu erachten 84 Prozent (plus 12 Prozent im Vergleich zu 2007) eine solche Antriebsform als attraktiv. Flexifuel-Motor, Elektromotor und der umweltfreundliche Dieselmotor scheinen für rund 70 Prozent eine gute Alternative darzustellen. Deutlich an Zustimmung verloren hat der Gas-Antrieb (minus 12 Prozent auf 57 Prozent).

 

Widerspruch: 

Handlungsbereitschaft  und Umweltsensibilität. Auffällig: die Handlungsbereitschaft, um etwas zum Klima- und Umweltschutz beizutragen, nahm gegenüber 2007 ab. Am deutlichsten ist dies bei der Frage nach dem Verzicht auf alte, über 13-jährige Autos sowie beim sinnvollen Abwägen zwischen öffentlichem und Individualverkehr. Die Abnahme der individuellen Massnahmen steht auf den ersten Blick in einem Widerspruch zu der gesteigerten Umweltsensibilität. Durch die aktuelle Wirtschaftskrise sehen die Schweizer Stimmberechtigten offensichtlich ihren Spielraum zur Lösung der Umwelt und Klimaproblematik eingeschränkter als im Jahr 2007. 

 

Autoindustrie steht besser da

Auch im 2009 findet eine Mehrheit der Befragten, dass sich die Autoindustrie noch mehr zur Verminderung der Abgase einsetzen soll. Deutlich gestiegen ist jedoch der Anteil derjenigen, welche die Bemühungen der Autoindustrie für ausreichend halten (von 30 auf 43 Prozent). Kurz und gut: Vermutlich prägt die Wirtschaftskrise aktuell das Meinungsbild rund um den motorisierten Individualverkehr wesentlich mit. Die Massnahmen der öffentlichen Hand werden leicht weniger stark getragen und die Zustimmung schrumpft sichtbar, wenn erkennbare Mehrkosten wie Steuern oder die Verteuerung des Benzinpreises für jeden einzelnen absehbar sind. (red)

 

www.auto-schweiz.ch

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