16. Dezember 2010

Neuer Standard zur Reichweitenermittlung von Elektrofahrzeugen

TÜV SÜD hat einen Standard zur Reichweitenermittlung von Elektro-Fahrzeugen entwickelt, der jetzt erstmals bei einem Vergleichstest eingesetzt wurde. Dabei lagen die Reichweiten bei Normbedingungen und winterlichen Bedingungen um mehr als 50 Prozent auseinander.

Neuer Standard zur Reichweitenermittlung von Elektrofahrzeugen

Der Mitsubishi i-MIEV auf dem Prüfstand im TÜV SÜD Abgaslabor in Heimsheim.

Der TÜV SÜD E-Car Standard, basierend auf dem eigens entwickelten TÜV SÜD 
E-Car Cycle (TSECC), wurde erstmals bei einem grossen Vergleichstest des Fachmagazins «auto motor und sport» eingesetzt. Das Ergebnis des Tests, der in der aktuellen Ausgabe des Magazins vom 16. Dezember veröffentlicht wird, untermauert die Vermutung, dass bei Elektro-Fahrzeugen mit ihren relativ geringen Reichweiten Normangaben vergleichbar den Verbrauchsangaben zu Benzinern nicht ausreichend sind. So lagen im Vergleichstest die Reichweiten bei Normbedingungen (23 Grad) und winterlichen Bedingungen (-7 Grad) um mehr als 50 Prozent auseinander.

 

Der Zyklus TSECC basiert auf der Annahme einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern, 60 Minuten Fahrzeit und 60 Kilometern Distanz auf der Kombination Landstrasse, Schnellstrasse, Autobahn und Stadtverkehr: «Bei der Festlegung des Zyklus haben wir uns an der wahrscheinlichsten Nutzung von Elektro-Fahrzeuge als Kurzstrecken- und Stadtauto orientiert. Zudem war uns eine sehr realitätsnahe Abbildung des Fahrverhaltens wichtig. Deshalb haben wir die Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde auch deutlich über den rund 34 Kilometern angesiedelt, die beispielsweise der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) vorgibt», erklärt Richard Trücher, Leiter des TÜV SÜD Abgaslabors.

 

Der TÜV SÜD E-Car Standard fährt den definierten Zyklus zusätzlich bei winterlichen -7 Grad und bei laufender Klimaanlage. Und die Ergebnisse sind dramatisch, wie der Vergleichstest zeigt. Der Mitsubishi i-MIEV beispielsweise kommt auf Basis des nach ECE-R101 ermittelten und damit gesetzeskonformen Zyklus bei 23 Grad ohne zusätzliche Stromverbraucher auf 133 Kilometer Reichweite. Bei Anwendung des TSECC (ebenfalls 23 Grad, aber höhere Geschwindigkeit) sinkt die Reichweite auf 113 Kilometer. Bei -7 Grad und unter Zuschaltung von Stromverbrauchern bricht die Reichweite auf nur noch 64 Kilometer ein. So ergibt sich aus den gefahrenen Zyklen für den Mitsubishi-Stromer nach dem TÜV SÜD E-Car Standard ein Mittelwert bei der Reichweite von 110 Kilometern. (pd/sag)

 

www.tuev-sued.de

 

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