11. April 2010

Schlechtestes Jahr seit dem 2. Weltkrieg

Automarkt USA

Schlechtestes Jahr seit dem 2. Weltkrieg

Der 93. Kongress der amerikanischen Automobilhändler (NADA) 2010 fand in Orlando statt.

Die US-Autoindustrie hat im vergangenen Jahr ein ziemliches Desaster erlebt. Dies hat auch der amerikanischen Händlerschaft schwer zu schaffen gemacht. Dennoch beläuft sich die Umsatzrendite noch auf 1,7 Prozent. Mit einem Absatz von gerade mal 10,4 Millionen PW und Light Trucks bzw. einem Minus von 21 Prozent musste man nach dem starken Rückgang in 2008 das schlechteste Jahr seit dem zweiten Weltkrieg hinnehmen. In den Jahren zuvor konnte man im Durchschnitt mit mehr als 16 Millionen Neuzulassungen rechnen.
Doch nicht nur der Markt kollabierte: Die von der Regierung abgewendeten Pleiten von GM und Chrysler kosteten 2009 gleichzeitig über 2000 Händler die Existenz. Anlässlich des Kongresses der amerikanischen Autohändler (NADA) in Orlando forderte der abgetretene NADA-Präsident John McEleney die zur Rettung der Autobauer von US-Präsident Barack Obama gegründete Task Force auf, den Handel nicht als Kostenfaktor der Industrie zu sehen.  «Alle Kosten der Verkaufsseite des Geschäfts tragen wir», so McEleney. Interessant sei, so der Funktionär, dass es die beiden Autobauer jetzt bei einem Verkaufsvolumen von nur zehn Millionen Autos  geschafft hätten, profitabel zu werden. Dazu seien sie in früheren Jahren bei einem Gesamtmarkt von 16 Millionen Einheiten nicht in der Lage gewesen.
Mit dem Markt soll es wieder aufwärts gehen: Bereits für 2010 rechnet NADA-Chefvolkswirt, Paul Taylor, mit einer Steigerung der Verkäufe auf 11,9 Millionen Autos bei einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Es sei allerdings fraglich, ob sich die Erträge des Handels im Neuwagengeschäft bei diesem Niveau spürbar verbessern würden. «Seit vier Jahren wird mit Neuwagen nichts mehr verdient», sagte Taylor. Die amerikanischen Hersteller werden trotz der vielen Einsprachen von Betroffenen die Netzausdünnung weiter fortsetzen, sagte der Analyst. Dass der amerikanische Autohandel mit 1,7 Prozent Umsatzrendite im «schrecklichen Jahr» 2009 dennoch für deutsche Verhältnisse gut verdient hat, führte Taylor im Gespräch mit A&W auf die umfassenden Kostenreduzierungen zurück. Gleichzeitig sei man sehr aktiv und damit erfolgreich im GW-Geschäft tätig gewesen.

Im Aufwind sieht sich hingegen VW, die Nummer 1 in Europa. Volkswagen-Chef Stefan Jacoby holte seine 580 Dealer als Keynote-Sprecher auf der Versammlung am ersten Tag geschickt und überzeugend mit ins Boot. 80 Prozent der Händler würden eine Marge von zwei Prozent verdienen, sagte Jacoby. Derzeit würde VW bereits den siebten Platz in der Händlerzufriedenheit belegen. Als Jacoby 2007 gestartet ist, lag der deutsche Hersteller abgeschlagen auf Platz 30 von 36 Marken.

Jacobys Absatzziele sind allerdings ehrgeizig: Die  VW-Tochter will mit dem neuen Werk in Chattanoga, Tennesee, bis 2018 in Amerika 800‘000 Fahrzeuge jährlich absetzen. Im vergangenen Jahr waren es erst 213'000.

Frischen Wind kann man auch vom neuen NADA-Präsidenten Edward C. Tonkin aus Portland, Oregon, erwarten. Niemand wisse es genau, dennoch seien die Anzeichen da, dass das Geschäft wieder anziehe, sagte der Chairman.

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