Zweite Ausbauetappe bei Oel-Brack: Midland bereit für mehr Vielfalt
Posted by: Mario Borri
Direkt an der A1 erweitert Oel-Brack den Standort Hunzenschwil erneut: Fünf neue 50’000-Liter-Additivtanks ergänzen den Ausbau von 2017 – für kurze Wege, effiziente Mischprozesse und mehr Flexibilität bei Midland Schmierstoffen.
Der Hauptsitz der Oel-Brack AG in Hunzenschwil (AG) mit überdimensioniertem Midland-Ölfass liegt direkt an der Autobahn A1.
Text/Bilder: Mario Borri
Zwischen Bern und Zürich fällt der Blick vieler Pendler täglich auf das überdimensionierte Midland-Ölfass direkt an der Autobahn A1. Dahinter liegt der Hauptsitz der Oel-Brack AG in Hunzenschwil (AG), ein Standort, der Tradition und Moderne sichtbar verbindet. Das Bürogebäude mit teilweise historischem Mobiliar steht sinnbildlich für die lange Firmengeschichte – unmittelbar daneben entstehen hochautomatisierte Mischanlagen für moderne Schmierstoffe.
Die Marke Midland, 2004 eingeführt und nach dem Schweizer Mittelland benannt, ist heute fest im Garagen-, Motorrad-, LKW- und Industriebereich etabliert. Produziert und gemischt wird ausschliesslich in Hunzenschwil – mit dem Anspruch, Schweizer Qualität mit technischer Innovationskraft zu verbinden.
Der erste Erweiterungsbau: Automatisierung und Kapazität
Bereits 2017 setzte Oel-Brack einen entscheidenden Meilenstein: Mit einem umfassenden Erweiterungsbau wurde der Standort grundlegend modernisiert. Herzstück war die Inbetriebnahme einer vollautomatischen Schmierstoff-Mischanlage, die eine präzise, reproduzierbare Herstellung unterschiedlichster «Rezepturen» ermöglicht.
Im Zuge dieses Ausbaus wurden rund 40 neue Tanks installiert, die Gesamtlagerkapazität auf etwa 2,5 Millionen Liter erhöht und die Anlage mit über 200 Metern Rohrleitungen sowie rund 140 elektronisch-pneumatischen Ventilen ausgestattet. Ziel war es, bei wachsender Produktvielfalt effizienter zu produzieren und mit denselben personellen Ressourcen deutlich mehr Output zu ermöglichen. Diese Investition legte die Basis für das kontinuierliche Wachstum der Marke Midland – und machte gleichzeitig deutlich, dass weitere Ausbauschritte absehbar sein würden.
Die Erweiterung zur Erweiterung: Additive im Fokus
Genau hier setzt die aktuelle Ausbauetappe an. Der neue Erweiterungsbau ergänzt die Investitionen von 2017 gezielt und funktional. Geplant sind fünf zusätzliche Additivtanks mit je 50’000 Litern Inhalt, platziert in unmittelbarer Nähe der vollautomatischen Mischanlage. Der Grund dafür liegt in der Praxis der Schmierstoffmischung: Viele Additive sind hochviskos und müssen vor dem Transport in Rohrleitungen erwärmt werden, um fliessfähig zu sein. Lange Distanzen würden dabei Energie kosten und den Prozess verkomplizieren.
Michael Brack, zuständig unter anderem für Business Development, erklärt: «Additive müssen teilweise temperiert werden, damit sie zuverlässig fliessen. Kurze Wege sind deshalb entscheidend – technisch, energetisch und qualitativ.»
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Erwärmte Additive vergrössern ihr Volumen. Die Tanks vor Ort müssen deshalb ausreichend dimensioniert sein, damit der Inhalt von Transporttanks mit bis zu 29 Tonnen Nutzlast Platz findet und keine aufwendigen Teillieferungen nötig werden.
Produktvielfalt, Elektromobilität und neue Anforderungen
Die Zahl der Rezepturen nimmt weiter zu – auch vor dem Hintergrund der Elektromobilität. Zwar verändern sich Antriebskonzepte, der Bedarf an Schmierstoffen sinkt jedoch nicht. Elektromotoren, integrierte Getriebe, Lager, Reduktionsstufen und Leistungselektronik benötigen spezielle Schmierstoffe, die nicht nur schmieren, sondern auch kühlen, schützen und Lebensdauer sichern.
«Die grössere Produktevielfalt verlangt in der Herstellung auch immer mehr verschiedene Additive. Damit auch neuere Produkte hocheffizient mit der vollautomatischen Mischanlage produziert werden können, benötigen wir mehr Additivtanks», sagt Michael Brack. Der neue Erweiterungsbau schafft genau dafür die nötige Flexibilität.
Weiterer Vorteil: nachhaltige Rohstoffbeschaffung
Oel-Brack kauft Basisöle und Additive als Einzelsubstanzen ein und mischt sie.. Diese Rohstoffe werden in Tanks von bis zu 29 Tonnen angeliefert, die über weite Strecken mit der Bahn transportiert werden. Erst auf der «letzten Meile» bringt der LKW die Tanks. Der Einkauf in Bulk-Mengen ist nicht nur günstiger als Fassware, sondern auch nachhaltiger: weniger Verpackung, weniger Transporte, weniger Handling. Die gross dimensionierten Additivtanks ermöglichen es, diese Vorteile konsequent zu nutzen und gleichzeitig die Versorgung der Mischanlage sicherzustellen.
Zukunftsfähigkeit mit System
Die Oel-Brack AG, gegründet 1880 und bis heute familiengeführt, investiert seit Jahrzehnten gezielt in Technologie und Infrastruktur. Nach dem grossen Automatisierungsschritt von 2017 folgt nun der nächste logische Ausbau – nahe an der Mischanlage, nahe an den Additiven, nahe an den Anforderungen des Markts. Für Garagen, Flottenbetreiber und Industriekunden bedeutet das: konstante Qualität, hohe Lieferfähigkeit und Schmierstoffe, die auch künftigen Antriebstechnologien gerecht werden. Das grosse Ölfass an der A1 steht damit nicht nur für Sichtbarkeit, sondern für einen Standort, der konsequent in die Zukunft weiterentwickelt wird.



