Von rund 20 bis gut 1000 Franken: Grosse Preisunterschiede bei Anwohnerparkkarten
Posted by: Mario Borri
Die Preisunterschiede für Dauerparkkarten in der Schweiz sind riesig: In La Chaux-de-Fonds parkieren Anwohnende ein Jahr lang für 20 Franken, in Wetzikon kostet die Jahresparkkarte 960 Franken. Das zeigt ein Comparis-Vergleich der Dauerparkkarten in den 40 grössten Schweizer Städten.

Westlich gelegene Regionen zeigen sich grosszügiger als Städte in der östlichen Schweiz. So kostet eine Dauerparkkarte in allen Genfer Gemeinden 200 Franken, in Neuenburg 240 Franken. Anwohnende in La Chaux-de-Fonds erhalten eine Jahresparkkarte sogar kostenlos. Sie müssen lediglich eine Bearbeitungsgebühr von 20 Franken entrichten. Auffallend günstig sind auch die Berner Städte Thun (220 Franken) und Bern (264 Franken).
Die regionale Preisgestaltung lässt sich jedoch nicht direkt mit der politischen Ausrichtung der Städte in Verbindung bringen. Während links-grün dominierte Städte oft eine strengere Umweltpolitik verfolgen, zeigt sich bei den Gebühren für Dauerparkkarten kein eindeutiger Zusammenhang. So gehören Städte wie La Chaux-de-Fonds (64 Prozent links-grüne Sitze im Gemeindeparlament), Genf (55 Prozent) und Bern (55 Prozent) zu den günstigsten. Gleichzeitig sind in den Städten mit vergleichsweise hohen Parkgebühren eher bürgerliche Mehrheiten vorherrschend. Dazu gehören etwa Wetzikon, wo der links-grüne Anteil bei lediglich 36 Prozent liegt, Wil SG (33 Prozent) oder Zug (31 Prozent).
Die noch günstigen Dauerparkkarten in Bern werden nicht von langer Dauer sein. 2023 haben die Stimmberechtigten einer Erhöhung von 264 auf 492 Franken zugestimmt. Doch die Umsetzung verzögert sich wegen laufender Beschwerden. In Basel sind die Preise bereits stark gestiegen: Seit 2025 kostet eine Anwohnerparkkarte dort bis zu 512 Franken statt bisher 284 Franken. In Zürich ist eine deutliche Erhöhung der Gebühren geplant. Zudem sollen strengere Bedingungen gelten. Allerdings wurde gegen den Entscheid das Referendum ergriffen. Im Herbst 2025 kommt es zu einer Volksabstimmung.
Die Preissteigerungen von Dauerparkkarten bleiben nicht unbeachtet. So hat der Preisüberwacher ein Kostenmodell für Dauerparkplätze entwickelt. Um faire Preise zu bestimmen, werden Landkosten, Herstellung und Bewirtschaftung der öffentlichen Parkplätze berücksichtigt. Die Gemeinden müssen vor jeder Gebührenerhöhung eine Empfehlung des Preisüberwachers einholen.
Immer mehr Schweizer Gemeinden vergeben Parkkarten nur dann, wenn kein privater Stellplatz zur Verfügung steht. Städte wie Biel, Winterthur oder Luzern setzen bereits auf diese Regelung, in Zürich ist sie geplant. Grund: Private Parkplätze werden oft lukrativ an Pendlerinnen und Pendler vermietet, statt von den Fahrzeughaltenden selbst genutzt zu werden.
Die zunehmende Beliebtheit von SUVs in der Schweiz führt nicht nur zu einem höheren Platzbedarf auf den Strassen, sondern auch zu einem wachsenden Parkplatzproblem in den Städten. Basel hat als erste Schweizer Stadt darauf reagiert und 2025 eine gestaffelte Parkgebührenregelung eingeführt: Während die Parkkarte für kleine Autos 332 Franken kostet, müssen Fahrer grösserer Fahrzeuge 512 Franken pro Jahr entrichten. Zürich plant eine ähnliche Regelung.
In der Schweiz werden kostenlose Parkplätze zunehmend zur Ausnahme. Während in Rapperswil-Jona das Parkieren in den Wohnquartieren gratis möglich ist, hat Winterthur im Jahr 2024 die Gratis-Parkplätze in der weissen Zone abgeschafft. In anderen Gemeinden wie Wädenswil gibt es zwar noch kostenlose Parkmöglichkeiten. Doch wer in der Zürichsee-Gemeinde das Auto über Nacht abstellt, zahlt eine Nachtparkgebühr von 540 Franken pro Jahr.