18.02.2026

Kleinstwagen gelten als sinnvoll – doch fahren sollen sie die anderen

Die Schweizer Bevölkerung empfindet Autos mehrheitlich als zu gross. Besonders Umweltorientierte kritisieren die Fahrzeugdimensionen. Doch wenn es um das eigene Fahrzeug geht, dominieren weiterhin Platz, Komfort und Flexibilität. Kleinstwagen bleiben eine Randerscheinung – trotz wachsender Städte und Parkplatznot.

Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag von AutoScout24 besitzen erst vier Prozent der Schweizer Haushalte ein Kleinstfahrzeug. Dazu zählen Mikroautos wie der Microlino, Fiat Topolino oder Citroën Ami. Nur 17 Prozent der Bevölkerung können sich vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein solches Fahrzeug zu kaufen oder zu leasen. 

 

Dabei ist der Leidensdruck im Strassenverkehr durchaus vorhanden: Sechs von zehn Befragten empfinden die Autos auf Schweizer Strassen als zu gross. Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung bei umweltorientierten Personen, von denen 85 Prozent die Fahrzeuggrösse kritisieren. Gleichzeitig sehen jedoch nur 28 Prozent zu grosse Autos als zentralen Stressfaktor. Deutlich belastender wirken aus Sicht der Bevölkerung rücksichtsloses Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmenden, Stau sowie Parkplatzsuche.

 

Bei den Mobilitätstypen ordnen sich die Schweizer am häufigsten den Zeitorientierten zu (34 Prozent), gefolgt von den Komfortorientierten (24 Prozent) und Nachhaltigkeitsorientierten (23 Prozent). Geld scheint verhältnismässig eine kleinere Rolle einzunehmen: Rund 19 Prozent stufen sich als kostenbewusst ein. 

 

Kleinstwagen werden von der Schweizer Bevölkerung vor allem als parkfreundlich wahrgenommen (56 Prozent). Gleichzeitig verbinden sie viele mit wenig Stauraum (49 Prozent) und einem eingeschränkten Insassenschutz. Nur ein Viertel der Befragten assoziiert Kleinstwagen mit Umweltfreundlichkeit. Entsprechend gelten sie für 64 Prozent primär als Zweitfahrzeug – und lediglich 15 Prozent sehen darin ein Modell, das zu ihrem eigenen Lebensstil passt. 

 

Besonders deutlich fällt die Skepsis bei der Familientauglichkeit aus: Über 80 Prozent sind der Meinung, dass Kleinstwagen für den Familienalltag nicht geeignet sind. Für viele ist das Thema damit erledigt – rund die Hälfte der Personen ohne Kaufinteresse nennt keinen Aspekt, der sie umstimmen könnte. Der am häufigsten geäusserte Wunsch nach mehr Stauraum widerspricht dem Grundkonzept dieser Fahrzeugkategorie.

 

Wer Kleinstwagen attraktiv findet, tut dies vor allem aus rationalen Gründen. Das wichtigste Kaufargument ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, gefolgt von Nachhaltigkeit, günstigen Unterhaltskosten und der Eignung für kurze Distanzen im Stadtverkehr. Als angemessenen Preis nennt die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt knapp 10’000 Franken. 

 

Die Marktdaten von AutoScout24 zeigen, dass sich entsprechende Modelle in diesem Preissegment bewegen: Der Citroën Ami wurde 2025 durchschnittlich für rund 9925 Franken inseriert, der Fiat Topolino für rund 11’182 Franken. Die Preisvorstellungen und das Marktangebot liegen damit nahe beieinander – auch wenn das Interesse auf AutoScout24 weiterhin tief bleibt.

 

Als Lösungsansatz werden Kleinstwagen vor allem beim Flächenverbrauch durch geparkte Autos gesehen: Drei Viertel der Befragten trauen ihnen einen positiven Effekt zu. Auch Lärm und Luftverschmutzung könnten aus Sicht vieler zumindest teilweise entschärft werden. Bei der Verkehrsüberlastung hingegen glauben nur 33 Prozent an einen spürbaren Beitrag. 

 

«Für viele Schweizerinnen und Schweizer sind Kleinstwagen eher eine Ergänzung als ein Ersatz – im Alltag dominieren im Land der SUV-Fahrer weiterhin Fahrzeuge, die mehr Raum und Flexibilität bieten», sagt Alberto Sanz de Lama, Managing Director AutoScout24 der SMG Swiss Marketplace Group.

 

https://www.autoscout24.ch/de 

 

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