20.02.2025

Auto-Schweiz: 10-Punkte-Plan fürs Gelingen der Elektromobilität

Die Klimaziele sind nur mit mehr Elektromobilität erreichbar. Weil der E-Motor stottert und das nicht bloss an den Autos liegt, präsentierte Auto-Schweiz an seiner Jahresmedienkonferenz ein Massnahmenpaket.

Auto-Schweiz: 10-Punkte-Plan fürs Gelingen der Elektromobilität

V. l.: Peter Grünenfelder (Präsident), Helmut Ruhl (Vizepräsident), Thomas Rücker (Direktor) und Donato Bochicchio (Vizepräsident) an der Auto-Schweiz-Jahresmedienkonferenz im «The Square – The new Mobility Hub» am Flughafen Zürich.

Die von der Vereinigung der offiziellen Autoimporteure Auto-Schweiz vorgeschlagenen 10 Massnahmen reichen von Steuervergünstigungen für Ladestationen über eine vollständige Marktliberalisierung bis zur Vermeidung der rückwirkenden Inkraftsetzung der CO2-Verordnung. Der Präsident, die beiden Vizepräsidenten und der Direktor von Auto-Schweiz betonten, dass der Wandel nur in Zusammenarbeit mit Politik, Netzbetreibern, Stromkonzernen, Hauseigentümern und Arbeitgebern gelingen kann. Die Automobilwirtschaft investiert massiv in Forschung und Entwicklung und bietet bereits eine breite Palette elektrischer Fahrzeuge an.

 

Swiss Finish ist jetzt nicht angebracht

Die geplante CO2-Verordnung des Bundesrats weicht von europäischen Standards ab, der so genannte Swiss Finish erschwert es, die verschärften CO2-Ziele ab 2025 ohne Sanktionen zu erreichen. Weil die Nachfrage nach Elektroautos stagniert, bleibt der Marktanteil weit hinter den Erwartungen zurück. Die Importbranche hat ihr Angebot kontinuierlich erweitert, doch die Rahmenbedingungen sind ungünstig. Überregulierung, fehlende Anreize für Konsumenten und eine einseitige Sanktionierung der Fahrzeuganbieter standen daher im Fokus der Jahresmedienkonferenz im Circle am Flughafen Zürich.

 

Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet

Auto-Schweiz-Präsident Peter Grünenfelder kritisierte die zunehmende staatliche Regulierung, die die Wettbewerbsfähigkeit der Branche mit über 100’000 Arbeitsplätzen gefährde. Hohe Abgaben auf Autos, hohe Energiekosten und fehlende Transparenz beim Laden verteuerten Elektromobilität unnötig. Besonders problematisch sei die rückwirkende Inkraftsetzung der CO2-Verordnung, die gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstosse. Grünenfelder verdeutlichte die Absurdität der Strafzahlungen mit den Worten: «Migros und Coop werden auch nicht nachträglich gebüsst, wenn die Kunden nicht genug Bio-Joghurt kaufen.»

 

500 Millionen Franken Strafzahlungen befürchtet

Donato Bochicchio, Auto-Schweiz-Vizepräsident und Managing Director von PCDOL/Logep bei der Emil Frey Gruppe, warnte, dass die CO2-Regulierung über europäische Vorgaben hinausgehe und Strafzahlungen von bis zu einer halben Milliarde Franken drohten, falls nicht genügend Elektroautos verkauft würden. Dies könne zum Aus für viele Garagenbetriebe führen. Die Politik müsse anerkennen, dass der Hochlauf emissionsarmer Fahrzeuge ein Generationenprojekt sei und alle Akteure – von Elektrizitätswerken über Netzbetreiber bis hin zu Kantonen und Gemeinden – einen Beitrag leisten müssten.

 

Ohne Lademöglichkeit bleiben Mieter beim Verbrenner

Schlechte Rahmenbedingungen bremsen die Nachfrage nach Elektroautos. In der Schweiz haben viele Mieter keine Möglichkeit, eine eigene Ladestation zu installieren. «Ohne komfortable und günstige Lademöglichkeiten entscheiden sich viele weiterhin für Benziner oder Diesel», erklärte Helmut Ruhl, CEO der AMAG Group AG und Vizepräsident von Auto-Schweiz. Während Länder wie Norwegen den Ausbau privater Ladeinfrastruktur gezielt fördern, hinkt die Schweiz hinterher und ist mittlerweile aus den Top-10 der E-Mobilitätsländer Europas gefallen. 

 

Für temporäre Sistierung der Importsteuer für E-Autos

Um die bestehende Problematik zu lösen, präsentierte Auto-Schweiz einen «Zehn-Punkte-Plan». Direktor Thomas Rücker betonte die Notwendigkeit regulatorischer Anpassungen, die mit der anstehenden Entscheidung des Bundesrats über die CO2-Verordnung vorgenommen werden müssen, darunter mehr Preistransparenz beim Laden und die lange überfällige Strommarktliberalisierung. Diese würde den Wettbewerb fördern und günstigere Preise ermöglichen. Zudem fordert Auto-Schweiz eine temporäre Sistierung der 4-prozentigen Importsteuer für Elektrofahrzeuge, um deren Marktchancen zu verbessern.

 

www.auto.swiss

 

SUCHEN