08. Februar 2010

Franz Glinz darüber, wie der nächste Umweltgipfel ein Erfolg werden könnte

Politiker allein schaffen’s nie!

Franz Glinz darüber, wie der nächste Umweltgipfel ein Erfolg werden könnte

Ausser Spesen nichts gewesen! Das darf man in der Rückschau zum Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember sagen. Das Endresultat: Eine magere Absichtserklärung, die Erde nicht um mehr als zwei Grad erwärmen zu lassen. Das wars!

 

Doch das Spektakel Klimagipfel kostete Millionen und verursachte CO2-Emissionen in Massen. Die Minister, ihre Beamten und Sekretäre, die Staatspräsidenten und Regierungschefs von 192 Staaten mit ihrem ganzen Tross, reisten per Flugzeug an und liessen sich in Limousinen herum chauffieren.

 

45 000 Teilnehmer waren zeitweise in Kopenhagen: Nebst den Abgeordneten der Staaten auch Tausende von zumeist unnützen Promi-Selbstdarstellern und Umweltaktivisten von Greenpeace, WWF und anderen Nichtregierungs-Organisationen. «Ein Scheitern von Kopenhagen war immer unvermeidlich.» Das sage nicht ich, sondern die bekannte britische Wirtschaftsprofessorin, Globalisierungs-Kritikerin und Buchautorin Noreena Hertz*. Sie kritisiert in einem Internet-Artikel, dass es den Teilnehmern isoliert um den Klimawandel ging. Dazu könne es aber keine Einigung geben, «weil man den Klimawandel nicht vom Handel oder von Diskussionen über Wechselkurse, den IWF, die Reform der UNO usw. abkoppeln kann».

 

Wirksame Massnahmen gegen den Klimawandel werde es so lange nicht geben können, bis in einem entsprechend verbreiterten Rahmen nach Lösungen gesucht werde. Eigentlich müsste der Rahmen noch wesentlich breiter werden.

Es müssten an einem Umweltgipfel auch die besten Ingenieure der grossen Automobilhersteller dabei sein, um den oft schlecht informierten Politikern darzulegen, was sie in Sachen Umweltschutz schon alles getan haben; was sie weiter tun werden, was morgen und übermorgen möglich sein wird. Bis hin zum alltagstauglichen, abgasfreien Elektro- und Wasserstoffantrieb. Dabei sein müssten ebenso Ingenieure und Forscher der grossen Elektrizitäts- und Erdölmultis. Um zu beweisen, dass sie genügend Mittel in Wind-, Solar-, Erdwärme- und Meeresgezeiten-Kraftwerke investieren. Oder ob ihnen per Gesetz Beine gemacht werden müssen. 

 

Dabei sein müssten die Bosse der grossen Kohlegruben und jene, die ihre Produkte verbrennen, um zu sagen, was sie zur CO2-Minderung zu tun gedenken. Tun sie zu wenig, könnten von den Staaten Umweltgesetze erlassen werden, die problemgezielt und so auch wirksam sind.

 

Dabei sein müssten die Flugzeug- und Triebwerkehersteller, um ihre Anstrengungen zur Verbrauchs- und CO2-Reduktion auf den Tisch zu legen. Gleiches müssten die Chefs der grossen Airlines tun, sagen, ob Shopping-Flüge nach New York für 600 Franken sinnvoll sind.

 

Ein so breiter Rahmen könnte vielleicht erfolgreicher sein als Kopenhagen. Der nächste grosse Umweltgipfel findet Ende 2010 in Mexiko statt. 

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