29. April 2021

So baust du dir dein eigenes Wohnmobil

Wegen Corona ist die Nachfrage nach Campern explodiert. Eine negative Folge des Booms sind lange Lieferfristen für Wohnmobile. Das hat den Baumarkt Hornbach auf den Plan gerufen. In den drei Schweizer Filialen und im Online-Shop gibt es Bausätze für Campingmöbel zu kaufen, mit denen ein gewöhnlicher Kastenwagen zum Reisemobil wird.

So baust du dir dein eigenes Wohnmobil

Foto: Auto-Medienportal.Net/Hornbach

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15 verschiedene Module bietet Hornbach an. Sie lassen sich mit nur wenig handwerklichem Geschick zusammenbauen. Jeder halbwegs versierte Ikea-Schrauber schafft dies in kurzer Zeit. Als Werkzeuge genügen ein Schraubenzieher oder ein Akkuschrauber sowie ein Gummihammer, um die einzelnen Bretter passsicher miteinander zu verbinden.

Die Namensgebungen der einzelnen Pakete orientierten sich dabei erkennbar an der Terminologie des schwedischen Möbelhändlers. Statt Sten oder Ivar finden sich bei Hornbach das Heckbettsystem Erwin für 640 Franken, das in verschiedene VW Busse passt. Das Längsbettsystem Christoph für Ducato/Crafter/Sprinter kostet 660 Franken. Und das Schubladensystem Ben für VW kostet 560 Franken. Carolin, Marco, Nellie, Marinus, Robert, Alfred und Louis heissen die weiteren Systeme und sorgen für Ordnung sowie Kochmöglichkeiten an Bord.

Ausserdem liefert Hornbach auf Wunsch verschiedene Matratzen als Bettauflage für den Unterbau aus leichtem Birkensperrholz. Für Installationen bietet der Baumarkt allerdings keine Hilfestellung an. Weder sorgt er für fliessendes Wasser, noch für eine elektrische Einrichtung oder gar eine Gasversorgung, mit der sich Kocher und Kühlschrank betreiben liessen. Dies sollte den Fachleuten überlassen werden, vor allem eine abschliessende Prüfung und Begutachtung seitens Strassenverkehrsamt sind unabdingbar.

Ohnehin minimiert Hornbach mögliche Haftungspflichten. «Unsere Produkte sind keine Bestandteile des Fahrzeuges», heisst es in den Sicherheitshinweisen. Und: «Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei unseren Produkten um Ladegut handelt, dessen ordnungsgemässe Sicherung nicht in unserem Verantwortungsbereich liegt.» Wie die Module also befestigt werden, wird nur am Rande gestreift: «Eine Sicherung unserer Produkte durch den Halter/Fahrer des Fahrzeugs ist notwendig und muss den Gegebenheiten des Fahrzeugs entsprechend ausgeführt werden (z. B. mit Zurrgurten verspannen)», lautet die Empfehlung. Ausserdem solle man sich vor dem Einbau über die «höchstzulässige Gesamtzuladung des Fahrzeugs» informieren.

Am besten eignet sich ein Kastenwagen mit fester Blechwand zwischen Fahrerhaus und Laderaum für das Do-it-Yourself-Wohnmobil. Eine Kombiausführungen die hinten im Wagen weitere Sitzplätze bietet, kommt dafür nicht in Frage und ist auch nicht im Sinn des Ausrüsters: «Unsere Produkte sind nicht geeignet als Sitzplatz/zur Nutzung während der Fahrt», schreibt Hornbach. Der Baumarkt-Camper ist dann während der Fahrt nur noch von zwei, maximal drei Personen nutzbar.

Dennoch ist die Idee der Baumarktkette charmant. Für kleines Geld lassen sich Kastenwagen zu Basis-Campmobilen ausbauen. Die grenzenlose Freiheit wird sich jedoch nicht einstellen, weil die Nähe zu einem Stell- oder Campingplatz mit sanitären Anlage sehr empfehlenswert ist. Denn für eine Kassettentoilette gibt es keinen passenden Vorschlag zur Unterbringung. (mb/ampnet)

www.hornbach.ch 

 

 

 

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