20. April 2020

AGVS-Präsident Urs Wernli: «Wir fordern vom Bundesrat die schnellstmögliche Öffnung der Showrooms»

Coiffeursalons, Kosmetikstudios und Gartencenter dürfen am 26. April ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die Showrooms der Garagisten müssen jedoch noch bis am 11. Mai geschlossen bleiben. Das ist für AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli schwer nachvollziehbar. Im Interview erklärt er was der AGVS dagegen tut und schildert die Stimmung unter den Mitgliederbetrieben.

AGVS-Präsident Urs Wernli: «Wir fordern vom Bundesrat die schnellstmögliche Öffnung der Showrooms»

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli.

Interview: Mario Borri

 

AUTO&Wirtschaft: Was war Ihr erster Gedanke nach dem Bundesratsentscheid vom 16. April?

Urs Wernli: Einerseits begrüsse ich den Entscheid des BR, die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus zu lockern. Andererseits bin ich enttäuscht darüber, dass die Showräume und somit der physische Verkauf von Autos und Nutzfahrzeugen erst am 11. Mai wieder öffnen dürfen. Das ist schwer nachvollziehbar. In einem Brief an den Bundesrat fordert der AGVS deshalb, dass auch die Showrooms und die bedienten Autowaschanlagen so rasch als möglich wieder öffnen dürfen.

 

 

Was bedeutet der Entscheid für die Garagisten konkret?

Der physische Verkauf ist seit dem 16.3.20 verboten und die Verkaufsräume geschlossen oder unzugänglich gemacht. Ein grosser Teil des Verkaufspersonals steht unter Kurzarbeit. Durch den fehlenden Umsatz aus dem Autohandel fehlen vielen Garagisten substanzielle Erträge. Bei den sehr knappen Renditen ist das für viele Garagen sehr hart zu verkraften.

 

 

Wie ist die Stimmung unter den Mitglieder-Betrieben?

Einerseits verstehen die Garagisten, dass die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitenden an oberster Stelle steht und unterstützen die Abstands- und Hygiene-Massnahmen des Bundes. Andererseits sorgen sie sich zunehmend über ihre wirtschaftliche Existenz, denn das ganze Ausmass der Krise ist noch gar nicht absehbar. Die Stimmung ist angespannt. Viele Garagisten sind immerhin mit den Werkstätten relativ gut ausgelastet. Das mindert die Notlage etwas.

 

 

Gibt es Anzeichen dafür, dass nicht alle die Krise überstehen?

Das hängt stark von der Dauer der Notlage ab. Je länger es dauert umso mehr werden die Garagen in der Substanz getroffen. Da sind dann wohl auch Massnahmen beim Personal nicht mehr auszuschliessen.

 

 

Was tut der AGVS in dieser Situation für seine Mitglieder?

Wir haben eine Task Force im Einsatz, die seit dem Lockdown täglich in Kontakt mit Mitgliedern, Behörden und Medienschaffenden steht. Neben zahlreichen wirtschaftlichen Themen stehen wie auch Fragen rund um die Lehrabschlussprüfungen und der Rechtsdienst im Fokus. Direkt und vor allem über unsere Website informieren wir die Garagisten zeitaktuell über alle relevanten Anweisungen des Bundes und Wissenswertes. Die sehr hohen Besucherzahlen zeigen, dass dies von den Garagisten und der Autobranche geschätzt und rege genutzt wird.

 

 

Was wird passieren, wenn die Showrooms am 11. Mai wieder öffnen – einen Kundenansturm wird es vermutlich nicht geben?

Nein, mit einem grossen Zulauf rechne ich nicht. Aber ich erlebe unsere Mitglieder als innovativ und kreativ. Den meisten wird es gut gelingen, ihre Kunden rasch wieder zu sich in die Verkaufsräume zu bringen. Entscheidend ist auch hier der Verlauf der Krise und das Verhalten des Bundesrats. Je mehr Zuversicht wieder Platz greift in der Bevölkerung umso eher werden auch wieder Autos gekauft.

 

 

Bis wann dürfte sich die Situation der Garagisten wieder normalisieren, wenn es keine 2. Corona-Welle gibt?

Das ist schwierig zu beantworten. Eine gewisse Normalisierung wird sich erst in der zweiten Jahreshälfte ergeben. Dies steht auch im Zusammenhang mit der zurückgefahrenen Automobilproduktion. Bis wieder das volle Angebot – insbesondere die Elektrofahrzeuge - zur Verfügung steht wird es bis in den Sommer hinein dauern. Die Corona-Krise wird uns leider noch lange beschäftigen und starke Bremsspuren hinterlassen.

 

 

Und was passiert, wenn die 2. Welle kommt?

Das will ich mir lieber nicht vorstellen. In jedem Fall wäre das eine extreme Herausforderung für viele Garagenbetriebe. Der Bundesrat müsste dann ein weiteres finanzielles Paket zur Verfügung stellen.

 

 

www.agvs-upsa.ch

 

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