27. April 2018

Volkswagen: seit 70 Jahren in der Schweiz

Am 29. April 2018 jährt sich die Unterzeichnung des Importvertrags zwischen Volkswagen und der AMAG für die Schweiz zum 70sten Mal. In den vergangenen 70 Jahren wurden über 2 Millionen Volkswagen in die Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zugelassen. Dabei blickt die Marke auch mit sehr viel Zuversicht in die Zukunft.

Volkswagen: seit 70 Jahren in der Schweiz
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Niemand hätte damals gedacht, dass 1946 – nur ein Jahr nach Kriegsende – bereits wieder VW Käfer vom Band rollen. Das Volkswagen-Werk war schwer beschädigt und VW unterstand damals der britischen Besatzungsmacht. Zunächst lediglich für den Eigenbedarf bestimmt, sahen die Engländer im unverwüstlichen VW Käfer erhebliche Exportmöglichkeiten. Auch AMAG Firmengründer Walter Haefner erkannte das grosse Potenzial des kleinen Volkswagens und trat in Kontakt mit dem VW-Werk – mit Erfolg.
 

 

Am 29. April 1948 unterzeichnete Walter Haefner in Wolfsburg den Importvertrag „für den Volkswagen“. Die Schweiz war, nach Holland und Belgien, der dritte Exportmarkt für das von Prof. Ferdinand Porsche von 1934 -1939 entwickelte Auto.
 

 

Es erstaunt nicht, dass zahlreiche Firmen versuchten, das Rennen um den Import des Volkswagens zu gewinnen: Früh war absehbar, dass in der Schweiz eine grosse Nachfrage nach neuen Autos einsetzen würde. Und ebenso sicher war man, im VW Käfer das ideale Auto für das gebirgige Land gefunden zu haben. Mit Interesse hatte man die Entwicklung, die revolutionäre Konstruktion mit luftgekühltem Heckmotor, Plattformrahmen und strömungsgünstiger Vollstahlkarosserie verfolgt. Ein Slogan war besonders treffend und machte den Vorteil des luftgekühlten Motors des VW Käfer deutlich: „Luft kocht nicht, Luft gefriert nicht“.
 

 

Dass die AMAG den Zuschlag erhielt, war nicht nur das Resultat grossen Verhandlungsgeschicks: Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung 1948 mit VW war die AMAG bereits der zweitgrösste Automobilimporteur der Schweiz. Noch vor Kriegsende, am 3. Januar 1945, übernahm Walter Haefner die AMAG aus einer Konkursmasse und begann diese auf den Nachkriegsbedarf umzustellen. Ab Ende 1945 importierte die „Neue AMAG Automobil- und Motoren AG“ englische Autos der Marke Standard. 1947 wurde bereits der 1’000ste Neuwagen geliefert. Ab Ende 1946 ergänzte die AMAG ihr Angebot mit dem Import und Vertrieb der amerikanischen Marke Chrysler. Es stand fest: Die AMAG bot die besten Voraussetzungen für den Import des VW Käfer.
 

 

So gut die Ausgangslage auch war, die Logistik war noch in den Kinderschuhen: Anfang Mai 1948 rollte, über leere deutsche Autobahnen, das erste Kontingent von 25 VW Käfer von Wolfsburg über Frankfurt an die Landesgrenze bei Lörrach – auf den eigenen vier Rädern. Auf der Schweizerseite des Grenzzaunes warteten bereits die ersten Händler auf die Abfertigung der mausgrau oder schwarz gespritzten Volkswagen. Auch die Verrechnung der Fahrzeuge war abenteuerlich: Nach der Verzollung zahlten die Händler ihr Auto in bar, um es anschliessend nach Hause zu fahren und den ersten Kunden abzuliefern! Von Anfang Mai bis Dezember 1948 rollte so eine stolze Zahl von 1'380 Käfern in die Schweiz – in nur acht Monaten mehr als von jeder anderen Marke während eines vollen Jahres.
 

 

Der Siegeszug des Volkswagens in der Schweiz basierte auf einer robusten, einfachen und reparaturfreundlichen Technik, hoher Qualität, völlig neuen Serviceleistungen und einem dichten Vertreternetz, das höchsten Ansprüchen zu genügen hatte. Lange Jahre war der VW Käfer der weitaus meist gefahrene Automobiltyp in der Schweiz. Dabei gab die Verbindung von Qualität, Preis und Service den Ausschlag. Dank zunehmendem Bruttosozialprodukt und dem VW Käfer konnten immer mehr Schweizer Automobilisten werden.
 

 

Ab 1950 kam zum Käfer der heute legendäre T1 VW Transporter „Bulli“ hinzu. Auch hier wiederholte sich das Phänomen VW: Sehr rasch erwiesen sich diese leichten Nutzfahrzeuge, die als Kasten- und Pritschenwagen sowie als Kleinbus lieferbar waren, als ideale und im Unterhalt kostengünstige Fahrzeuge. Sehr schnell waren die VW Transporter auch in unserem Land klar Marktleader. Der Erfolg hält an. Anfang 2018 waren es 332'110 Fahrzeuge der Marke VW Nutzfahrzeuge, welche seit Exportbeginn in die Schweiz importiert wurden.
 

 

Wer heute Fotos aus den Fünfzigerjahren betrachtet, stellt fest: Egal, ob in Städten, auf Passstrassen oder an den Ufern der Seen – ein Auto sieht man immer wieder: den VW Käfer. Oft stehen Dutzende von Käfern an den schönsten Promenaden der Schweiz. Der optische Eindruck täuscht nicht. Schon 1954 erreichte VW – mit nur einem Modell – einen Marktanteil von 30 Prozent. Später stieg diese Zahl auf bis zu 35 Prozent an. Die Beliebtheit des Volkswagens wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass in der Schweiz praktisch alle Automobilhersteller der Welt vertreten waren.
 

 

Im August 1955 stellte Volkswagen den Karmann Ghia vor - ein elegantes Coupé mit der unverwüstlichen Käfertechnik unter dem Blech. Auch der Erfolg dieses Modells war enorm. Schnell waren die Produktionskapazitäten erschöpft und Alternativen wurden gesucht. Gefunden hat man diese bei der AMAG in Schinznach-Bad. Seit 1949 wurden im kleinen Aargauer Dorf englische und vor allem amerikanische Fahrzeuge montiert – in bester Schweizer Qualität. Was lag näher, als auch einen Teil der Karmann-Produktion in die Schweiz zu holen, um zumindest die lokale Nachfrage etwas besser bedienen zu können? So wurden im Zeitraum von 1957 bis 1960 insgesamt 1’098 Karmann Ghia bei der AMAG gebaut.
 

 

Die verkauften Autos wollten auch gewartet werden, weshalb immer mehr Ersatzteile benötigt wurden. So wurde der Bau des AMAG Teilelogistik Zentrums in Buchs bei Zürich zu einem weiteren Erfolgsfaktor für die AMAG. Die 1957 eröffnete Anlage verdoppelte die Kapazität gegenüber den zu klein gewordenen Einrichtungen in Schinznach-Bad. Die Anlage wurde in den folgenden Jahren weiter ausgebaut. Noch heute ist das Lager in Buchs eine der grössten ihrer Art in der Schweiz. Bereits vor 10 Jahren konnte in Buchs ein modernes vollautomatisiertes Kleinteile- und ein neues Hochregallager in Betrieb genommen werden. Auf 40'000 m2 Fläche lagern 80'000 Originalteile und über 20'000 Accessoires. 550 Mitarbeiter sorgen dafür, dass täglich bis zu 20’000 Positionen mit einem Volumen von rund 50 Tonnen das Lager fristgerecht verlassen.
 

 

Mit steigendem Wohlstand stellte der Schweizer auch immer höhere Ansprüche an sein Auto. Er brauchte mehr Platz und wollte eine repräsentative Form. Rechtzeitig kam daher 1961 der VW 1500 auf den Markt. Er hatte das gleiche Konstruktionsprinzip wie der Käfer, denselben Radstand und einen leicht vergrösserten, vom Käfer abgeleiteten Motor im Heck. Die Karosserie war völlig neu geformt, bot vier Erwachsenen reichlich Platz und hatte zwei Kofferräume. Ein Jahr später, 1962, kam die Kombiversion, die ihrer Variabilität wegen „Variant“ genannt wurde. Damit begann eine lange Tradition, die auch heute ihre Fortsetzung findet. Volkswagen machte die Schweiz zum Kombiland.
 

 

Der Käfer blieb über viele Jahre das meistverkaufte Auto der Schweiz – ein Rekord jagte den anderen. Höhepunkt war das Jahr 1961, als 21'111Einheiten verkauft werden konnten. Ende der 60er Jahre wurden noch immer über 19'000 Käfer verkauft. Im Mai 1969 rollte der 250’000ste Käfer in die Schweiz. 1970 waren es noch über 17'000 Einheiten. Doch dann nahmen die Stückzahlen rapide ab, moderne Fahrzeuge der Konkurrenz machten dem Käfer das Leben schwer. Der Käfer aber trotzte der Zeit: Am 17. Februar 1972 wurde der 15'007’034ste Käfer gebaut – der legendäre Ford T wurde überholt. Kein anderes Auto war je zuvor in dieser enormen Stückzahl produziert worden. Damit war der Käfer Weltmeister.
 

 

Doch die Zeit war reif für ein gänzlich neues Modell, das die Käfer-Nachfolge antreten sollte. So begann 1973 die neue Ausrichtung von Volkswagen. Der Passat wurde vorgestellt und war ganz auf der Höhe der Zeit: Frontmotor, Wasserkühlung und Frontantrieb. Kurz darauf folgte als weiterer Vorbote der Zukunft ein attraktives Sportcoupé – der Scirocco. 1974 erschien dann der lang erwartete Nachfolger des Käfers, der ein schweres Erbe anzutreten hatte: der Golf. Auch er hatte Frontantrieb, Frontmotor mit Wasserkühlung und eine grosse Heckklappe. Der Golf trat sein Erbe mit Bravour an und wurde zum beliebtesten Automodell der Schweizer bis ins Jahr 2016.
 

 

Kurz nach dem Golf präsentierte Volkswagen mit dem Polo den ersten Kleinwagen. Mit dem VW LT wurde auch das Nutzfahr-zeugprogramm von Volkswagen weiter ausgebaut. Am 31. März 1983 endete das erste, erfolgreiche Kapitel der Schweizer VW-Geschichte: Der letzte Käfer konnte seinem Käufer übergeben werden. Danach wurde der Import dieses legendären Autos nach 320'637 Fahrzeugen eingestellt.
 

 

Im gleichen Jahr knüpfte die zweite Golf-Generation nahtlos an diesen Erfolg an. Die weitere Geschichte des VW Golf zeigt fantastische Zahlen: 1988 konnte der 250’000ste Golf in der Schweiz gefeiert werden, 1989 war der Millionste seit 1948 verkaufte Volkswagen ein VW Golf und 2004 war die halbe Million komplett, der 650’000ste VW Golf gelangte Anfang 2018 in die Schweiz, ein einmaliger Rekord!
 

 

Heute umfasst die VW Modellpalette in der Schweiz über 20 Grund-modelle: up!, Polo, Golf, Golf Plus, Golf Variant, T-Roc, Passat, Passat Variant, Arteon, Touran, Tiguan, Tiguan Allspace, Sharan und Touareg sowie die Nutzfahrzeuge Caddy, Amarok, Crafter und die legendäre T-Reihe in den verschiedensten Ausführungen. Diesen Sommer startet der brandneue Touareg und im Laufe der nächsten Jahre werden weitere zusätzliche Modelle die Angebotspalette erweitern. Insgesamt importierte die AMAG in den vergangenen 70 Jahren 2'077’031 VW und VW Nutzfahrzeuge. Davon sind heute noch rund 683'272 (Stand 31.12.2017) in der Schweiz zugelassen.
 

 

Volkswagen treibt in allen Bereichen die Entwicklung moderner Fahrzeuge voran. Das Ziel: Mit innovativer Technologie soll das Automobil noch sauberer, sicherer und deutlich komfortabler werden. Mit diesen neuen Qualitäten wird das Auto seinen Stellenwert in der Mobilität der Zukunft weiter ausbauen können. Ein Beweis, dass Volkswagen mit seiner E-Mobilitätsoffensive sehr gut unterwegs ist, sind die brandneuen Elektromodelle, welche ab 2020 in den Verkauf kommen werden. Bis zum Jahr 2025 plant die Marke Volkswagen die Einführung von mehr als 20 E-Fahrzeugen. Ab 2020 startet der I.D. als Elektroauto der Kompaktklasse, in kurzen Abständen folgen sukzessive ein neues Elektro-SUV – der I.D. CROZZ – und der I.D. BUZZ als Familien-Van, Camper oder auch Transportfahrzeug.

 

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