29. Oktober 2009

Welche Autohersteller produzieren am nachhaltigsten? BMW, Daimler und Toyota an der Spitze

Die Zeiten sind unruhig geworden für die Automobilindustrie. Finanzkrise, Klimakrise und Energiekrise fordern dazu heraus, besonders effektiv mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen. Mit dem Sustainable Value – dem nachhaltigen Mehrwert – haben Wirtschaftswissenschaftler einen Kennwert entwickelt, mit dem sich messen lässt, welches Unternehmen seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen, also Kapital, Umweltressourcen und Menschen am effizientesten einsetzt.

Welche Autohersteller produzieren am nachhaltigsten? BMW, Daimler und Toyota an der Spitze

Sinkt stark: Summe der zu beseitigenden Abfälle der Autohersteller.

Die Spitzenplätze unter 17 nach diesen Maßstäben bewerteten internationalen Autoherstellern nehmen mit deutlichem Vorsprung BMW, Toyota und Daimler ein, wie die soeben veröffentlichte aktualisierte Neuauflage der Studie „Sustainable Value in der Automobilproduktion" zeigt, die vom IZT, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin, der Queen's University Belfast und der Euromed Management School Marseille erstellt wurde.

 

Schadstoffe, Klimagase und Wasserverbrauch

Für den Zeitraum von 1999 bis 2007 und damit neun Jahre ermittelt die nun erweiterte Studie nicht nur, wie viel Gewinn oder Verlust ein Unternehmen mit seinen Ressourcen erwirtschaftet, sondern berücksichtigt auch, wie viele Schadstoffe und Klimagase es im Vergleich zu seinen Konkurrenten ausstößt, wie viel Wasser es verbraucht, wie viele Abfälle es erzeugt, über wie viele Arbeitsplätze es verfügt und wie viele Arbeitsunfälle passieren. Damit wird es erstmals möglich, neben der rein ökonomischen Leistung von Unternehmen auch deren Beitrag zur nachhaltigen Produktion in konkreten Zahlen zu bewerten.

 

BMW ganz vorne

Gemessen in absoluten Zahlen liegt hier für das Jahr 2007 Toyota mit einem nachhaltigen Mehrwert von 5,26 Milliarden Euro an der Spitze, hat also mit seinen Ressourcen 5,26 Milliarden Euro mehr Gewinn erzielt als die Branche im Durchschnitt erzielt hätte und liegt damit vor Daimler und BMW mit 3,92 bzw. 2,82 Milliarden Euro. Berücksichtigt man bei diesen Ergebnissen die unterschiedliche Größe der Unternehmen, dann erreicht BMW die größte Nachhaltigkeitseffizienz. Mit einem Sustainable Value von fünf Cent pro Euro Umsatz liegen die Münchener knapp vor Toyota mit 4,9 Cent und klar vor Daimler mit 3,9 Cent. Das Schlusslicht der Skala ist General Motors (GM) mit einem negativen Sustainable Value von minus 7,5 Cent, und deutlich ineffizienter als der Branchendurchschnitt sind auch Ford und Fiat mit jeweils minus 2,6 Cent pro Euro Umsatz. Ein positiver Sustainable Value zeigt also, dass ein Unternehmen sein Bündel an ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen effizienter einsetzt als der Markt.

 

Daten auch wertvoll für das Unternehmensmanagement

Mit dem Sustainable Value liefert die Studie somit erstmals konkrete Werte, die es erlauben, die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen nicht nur zu bemessen und darzustellen, sondern diesen Prozess letztlich auch zu steuern. Denn dem Unternehmensmanagement werden neben der Bewertung des Einsatzes des Kapitals zur Wertschöpfung auch Daten darüber in die Hand gegeben, wie sich die ökologischen und sozialen Ressourcen am effektivsten wertbringend einsetzen lassen.

 

Dennoch "unbefriedigende Datenlage"

Die Studie basiert auf Daten und Informationen, die von den einzelnen Unternehmen publiziert wurden. In diesem Zusammenhang bedauern es die Ersteller der Studie, dass die Datenlage auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit immer noch sehr unbefriedigend ist. So konnten Unternehmen wie Porsche, Kia und chinesische Hersteller mangels ausreichender Daten nicht berücksichtigt werden und auch für Daihatsu fehlte für das Jahr 2007 eine ausreichende Datenbasis. In diesem Jahr erstmals berücksichtigt werden konnte dagegen der indische Hersteller Tata. Damit gelingt es der Studie, die mit finanzieller Unterstützung durch die BMW Group erstellt wurde, die Nachhaltigkeitsleistung von etwa 80 Prozent der weltweiten Automobilproduktion zu erfassen. (Quelle: Automobilreport)

 

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