11. Dezember 2014

VSCI-Zentralpräsident Hans-Peter Schneider ist neuer AIRC-Präsident

Der Zentralpräsident des Schweizer Carosserieverbandes VSCI, Hans-Peter Schneider übernimmt neu auch die Verantwortung für den Weltverband der Carrossiers AIRC.

VSCI-Zentralpräsident Hans-Peter Schneider ist neuer AIRC-Präsident

Von 14 Delegierten wurde Hans-Peter Schneider in Brüssel zum neuen Präsidenten der Association Internationale des Réparateurs en Carrosserie (AIRC) gewählt. Neben dem verstärkten Lobbying in Brüssel will Schneider auch die Expansion des Weltverbandes vorantreiben. Welche Ziele Hans-Peter Schneider sich als neuer AIRC-Präsident gesetzt hat und wie wichtig die Anbindung an Europa für Schweizer Carosseriebetriebe ist, erklärt er im Interview.

 

Welche Gemeinsamkeiten haben die Carrosseriebetriebe auf internationaler Ebene?

Hans-Peter Schneider: Der Autobau unterliegt ständigen Änderungen. Die Carrosserie ist als wichtiger Teil der Fahrzeuge von diesem Wandel stark betroffen. Bei Reparaturen an der Carrosserie sollten die Fachleute nicht nur viel von den verschiedenen Materialien wie Stahl, Alu, Kunststoff verstehen. Auch mit vielen anderen Aspekten wie der Elektronik, mit Airbags, Scheiben und mit Versicherungsfragen müssen sich die Betriebe heute sehr gut auskennen. Neben den technischen Änderungen gibt es zusätzlich wichtige neue Normen und Gesetzgebungen.

 

Welche Aufgabe hat der Weltverband der Carrossiers?

Wenn es um die Zukunft des Autobaus geht, spielen die Interessen der meist international tätigen Autohersteller, der Versicherungen, der Gesetzgeber z.B. in der EU und der Carrosseriebetriebe ineinander. So werden auf europäischer Ebene in der EU laufend neue Gesetzgebungen und Normen diskutiert und aufgegleist. Da müssen die nationalen Carrosseriebetriebe auf dem Laufenden sein. Sie nehmen über ihre nationalen Verbände Einfluss auf den Weltverband der Carrossiers, der in Brüssel vernetzt ist. Der AIRC ist auch wichtig für den Alltag der Schweizer Betriebe: Sie erhalten über den Weltverband die Informationen über die technischen Spezifikationen der Marken - deshalb können sie markengerecht reparieren und bleibt die Werksgarantie erhalten.

 

Welche Schwerpunktthemen hat der AIRC?

Neben den Gesetzgebungen, den Normen und der Technik beschäftigt uns das Thema Berufsbildung: Was müssen die Berufsleute fachlich können, um mit der Entwicklung im Autobau Schritt halten zu können - denn nur dann können sie auch die Fahrzeuge fachgerecht reparieren. So sind die Berufe heute in den verschiedenen Ländern noch sehr unterschiedlich definiert. Wichtig ist auch der länderübergreifende Austausch mit Interessensgruppen wie den Managern von Fahrzeugflotten oder Versicherungen. Ein wichtiges Spezialthema ist zudem der Dialog zur Schadensteuerung. Darunter ist die Zusammenarbeit zwischen den Carrosseriebetrieben und den Versicherungen oder Autogaragen zu verstehen. In der Schweiz spannen 15 Prozent der Betriebe bei der Schadensteuerung mit Versicherungen und Autogaragen zusammen. Auf internationaler Ebene sieht das je nach Land ganz anders aus. Das Netzwerk des AIRC hilft den Betrieben, ihre Nase bei vielen Themen vorn zu haben.

 

Welche Ziele setzen Sie sich als neuer Präsident des Weltverbandes?

Zum einen wollen wir die europäische Interessensvertretung der Carrossiers verstärken. Wir verstärken die Lobbyarbeit in einem vereinten Europa und pflegen die guten Kontakte zu anderen Verbänden. Ausserdem wollen wir weitere Länderverbände als Mitglieder gewinnen. In diesem Zusammenhang prüfen wir neue Angebote, zum Beispiel im Bereich der technischen Informationen. Die Erweiterung in die osteuropäischen Länder hat der AIRC bereits begonnen: Nach Griechenland und Kroatien ist nun auch Bulgarien Mitglied. (pd)

 

www.vsci.ch

 

www.airc-int.org

 

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