25. Oktober 2013

«Wir haben alle Autos, die angeboten werden, vor Ort»

Als Präsident hat Karl Bieri die Auto Zürich Car Show zu dem gemacht, was sie heute ist und sie massgeblich geprägt. Bieris Pendant an der Spitze des Autosalons Genf ist Direktor André Hefti. Im Doppelinterview sprechen die beiden Branchenkenner über die Herausforderungen, eine nationale und internationale Messe zu organisieren, und über die Chancen und Risiken im Neuwagenhandel.

«Wir haben alle Autos, die angeboten werden, vor Ort»

Karl Bieri, Präsident Auto Zürich.

«Wir haben alle Autos, die angeboten werden, vor Ort»

Interview: Lukas Hasselberg | Bilder: Andrea Monica Hug

 

AUTO&Wirtschaft: Was unterscheidet den Automobil-Salon Genf und die Auto Zürich?

André Hefti: Die Auto Zürich ist eine Auto-Ausstellung, die sehr wichtig für die Deutschschweiz ist und die es braucht. Der Autosalon Genf ist hingegen eine internationale Ausstellung und gehört zu den weltweit wichtigsten fünf Automessen. Somit spielen wir in Genf in einer anderen Liga.

Karl Bieri: Das kann ich nur bestätigen. Allein schon, wenn man sieht, wie viel die einzelnen Aussteller investieren, sind das riesige Unterschiede. Die Hersteller brauchen den internationalen Auftritt in Genf und wir in Zürich verfügen über ein ganz anderes Konzept und unterscheiden uns stark, indem es bei uns standardisiert ist. In Zürich baut der Veranstalter, also die Auto Zürich, die Stände für die Aussteller und diese schmücken sie jeweils noch aus. Zudem ist der Salon Genf mit 110'000 Quadratmetern fast viermal grösser als die Auto Zürich.

 

Warum hat sich die Auto Zürich von der früheren Mehrmarkenausstellung zur festen Automesse im Schweizer Auto-Kalender entwickelt?

Bieri: Der Hauptfaktor ist die Professionalisierung, die es gebraucht hat, und damit hat sich auch die Auto Zürich entsprechend entwickelt. Früher lief die Organisation bei mir im Nebenamt und das ging nicht mehr. Ohne die Professionalisierung wäre die Auto Zürich wahrscheinlich nach wie vor eine Mehrmarkenausstellung. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, um die Auto Zürich noch weiter über Zürich hinaus bekanntzumachen.

 

Wohin geht der Trend in den nächsten zehn Jahren?

Hefti: Wir machen uns mit einem Projektteam Gedanken, in welche Richtung wir zukünftig arbeiten. Ich gehe aber davon aus, dass Messen auch nach 2020 ein Thema sein werden, insbesondere Auto-Messen.

Bieri: Die Zeiten ändern sich, aber trotzdem wollen die Besucher das Auto richtig sehen und wahrnehmen, besonders wenn sie eine konkrete Kaufabsicht haben. Das wird auch in zehn Jahren noch so sein.

 

Ist es heutzutage noch einfach, Aussteller zu finden, besonders wenn langjährige Partner absagen?

Hefti: Es gibt zwei Arten von Ausstellern. Die einen, die knapper bei Kasse sind und diejenigen, bei denen das Geld keine grosse Rolle spielt. Besonders im Tuningbereich ist es nicht mehr so einfach. Bei den Grossen ist das weniger ein Problem. Aber auch die Grossen sind kostenbewusster geworden und der Spardruck ist spürbar. Es ist nicht so, dass wir die Halle einfach füllen, ohne etwas dafür zu tun. Wir haben zudem den Vorteil, dass zum Beispiel chinesische Aussteller nur zu uns kommen, da sie bei uns gleichbehandelt werden wie alle anderen. Es passiert bei uns nicht, dass sie in irgendeine «Abstellkammer» verfrachtet werden.

Bieri: In Zürich ist das etwas anders. Wir haben einen gegenläufigen Trend, wir durften früher vor 27 Jahren nur 60 Autos ausstellen. Heute haben wir alle Autos, die angeboten werden, bei uns vor Ort. Wir haben seit 27 Jahren die gleichen Quadratmeterpreise und können das durch eine bessere Auslastung und die zahlreichen Besucher wieder wettmachen. Im Tuningbereich ist das schon harte Arbeit und von der Akquisition her ungleich schwerer als bei den Importeuren.

 

Was passiert, wenn ein Hauptsponsor wegfällt wie zum Beispiel 2013 mit Bridgestone?

Bieri: Fast jede Veranstaltung funktioniert nur mit Sponsoren. Bei Messen ist das sicher unüblich, aber bei uns funktioniert das gut und ohne könnten wir gar nicht auskommen. Damit können wir auch die Quadratmeterpreise auf dem gleichen Niveau halten. Wir wollen den Garagisten und Importeuren einen attraktiven Platz vermitteln zu den gleichen Preisen. Mit Bridgestone haben wir einen Sponsor weniger, aber dafür mit Castrol einen hinzugewonnen. Jetzt haben wir die gleiche Situation wie früher mit der gleichen Anzahl von Co-Sponsoren. Bridgestone ist ausgestiegen, weil sie sich auf Skisport konzentriert haben und nicht mehr in den Motorsport investieren.

 

Welchen Herausforderungen müssen sich die Schweizer Garagisten stellen?

Hefti: Der Hersteller verlangt immer mehr von den Garagisten. Je bessere Standards er hat, desto besser kann er die Kunden anziehen. Gerade die kleinen Garagisten können diesem Trend nicht mehr folgen, schon allein aus wirtschaftlichen Gründen.

Bieri: Es gibt aber auch grosse Unterschiede. Es gibt Importeure, die schon viel früher ihr Netz optimiert haben. Es gibt einerseits Marken, die sich gut aufgestellt haben und Marken, die ein extrem breites Netz haben und aufgrund mangelnder Stückzahlen die gewachsenen Ansprüche nicht erfüllen können. Bei einer Premiummarke ist die absolute Marge viel höher als bei einer günstigeren Marke. Aber die Kundenbetreuung ist nicht anders, ob man ein Auto für 70'000 Franken oder für 35'000 Franken verkauft.

 

Lesen Sie das vollständige Interview in der November-Ausgabe von AUTO&Wirtschaft.

 

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