26. November 2010

«Die Verschrottungsaktion brachte rund 45 Prozent Fremdmarkenfahrer zu Ford»

Oliver Stegmann, Generaldirektor Ford Schweiz erklärt im Interview, das wir anlässlich der Präsentation des neuen C-MAX führen konnten, weshalb die Marke in der Schweiz dieses Jahr so erfolgreich verkauft hat.

«Die Verschrottungsaktion brachte rund  45 Prozent Fremdmarkenfahrer zu Ford»

«Unsere Modelle weisen ein Durchschnittsalter von zweieinhalb Jahren auf und sind also sehr aktuell.» Oliver Stegmann, Generaldirektor Ford Schweiz mit dem neuen C-MAX.

MIT OLIVER STEGMANN SPRACH STEFAN GFELLER

AUTO&Wirtschaft: Ford konnte dieses Jahr bisher knapp 20 Prozent mehr Autos verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Dies nach einem geringen Rückgang von unter zwei Prozent im 2009. Wo sehen Sie die Gründe, weshalb der Einbruch bei den Neuwagenverkäufen Ford offenbar nur am Rande betraf?
Oliver Stegmann: Da ist sicher einmal die Produktepalette zu nennen, die sehr modern ist. Unsere Modelle weisen ein Durchschnittsalter von nur zweieinhalb Jahren auf. Zudem hat Ford nun über Jahre hinweg stark am Image gearbeitet. Die Markenwerte unter dem Claim ‹Feel the Difference› werden seit einiger Zeit in ganz Europa einheitlich umgesetzt, und das hilft sicher, das Image von Ford stark zu verbessern. Und als dritten Grund sind die motivierten Händler zu nennen, die dazu beigetragen haben, die entsprechenden Resultate zu erzielen.

Mit der «Abwrackprämie», die Ford letztes Jahr angeboten hat, konnte sicher ein starker Rückgang der Verkaufszahlen verhindert werden. Ist es nicht so, dass Sie mit dem «Ford Change Bonus» einen Einbruch, der auf die «Abwrackprämie» zu folgen drohte, abgewendet haben? Und können wir künftig regelmässig solche Eintauschangebote erwarten?
Momentan ist das Prämienniveau generell höher. In anderen europäischen Ländern gehen die Fahrzeugverkäufe zurück, was in der Schweiz nicht der Fall ist. Für viele Hersteller ist die Schweiz zwar vom Volumen her ein kleiner aber eben gleichwohl ein wichtiger Markt in dem man noch zusätzliche Volumen absetzen kann. Und das hat sicher diese ‹Prämienschlacht› angeheizt. Wir haben darauf auch reagiert, und es hat letztes Jahr mit der ‹Abwrackprämie› sehr gut funktioniert. Wir konnten mit dieser Verschrottungsaktion rund 45 Prozent Fremdmarkenfahrer für Ford gewinnen.
Sicher wurden bis zu einem gewissen Grad auch vorgezogene Neuwagenkäufe getätigt, aber die Käufer, die von einer Fremdmarke auf Ford umgestiegen sind, bedeuten ganz klar ein Zusatzgeschäft für uns. Ob es künftig weitere solche Prämien geben wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Tatsache ist, dass wir, solange das allgemeine Prämienniveau im Markt hoch bleibt, weiter wettbewerbsfähig bleiben und mitziehen werden. Und Ford ist ja generell für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt.

Ford nähert sich in der Schweiz einem Marktanteil von sechs Prozent. Was sind diesbezüglich Ihre Ziele für 2011 und längerfristig?
Die Nutzfahrzeuge eingerechnet lagen wir im ersten Halbjahr bereits bei sechs Prozent Marktanteil, und dieser Wert ist sicher unser Ziel auch für nächstes Jahr. Denn mit dem neuen C-MAX, der im November eingeführt wird und dem neuen Focus, den wir auf dem kommenden Genfer Automobilsalon präsentieren werden, hat Ford auch interessante Neuheiten zu bieten. Dies neben dem Fiesta, der sehr gut läuft und dem Kuga, der für den Schweizer Markt sehr wichtig ist.

Ford bietet vom Kleinwagen Ka bis zum Transporter Transit eine umfassende Modellpalette. Sehen Sie Änderungen im Kaufverhalten der Schweizer Autokäufer beispielsweise hin zu kleineren und/oder besonders sparsamen Modellen?
Was wir feststellen, ist sicher eine Tendenz hin zu kleineren Modellen, die aber dafür sehr gut ausgestattet sind. Wir sehen das beispielsweise beim Fiesta. Hier verkaufen wir anteilsmässig am meisten Modelle in der ‹Titanium›-Ausführung, der besten Ausstattungsvariante. Die Kunden sind bereit, etwas mehr Geld für Ausstattung auszugeben, dafür wählen sie ein kleineres Modell, das auch von den Abmessungen her für Schweizer Strassenverhältnisse
ideal ist.
Wir sehen, dass es den Leuten wichtig ist, ein Auto mit geringem Treibstoffverbrauch beziehungsweise einer guten Energieeffizienz-Einstufung zu fahren. Einen Trend hin zu extrem sparsamen Autos können wir jedoch nicht feststellen; neue Technologien wie Hybrid oder auch alternative Treibstoffe werden nur schwach nachgefragt, dies auch weil sie sich teilweise noch nicht über die Treibstoffeinsparung amortisieren lassen. Zudem verfügen sowohl der Benzin- als auch der Dieselmotor nach wie vor über viel Entwicklungspotenzial, wie auch unsere neuen EcoBoost-Motoren zeigen.

Wir hören immer wieder Klagen von Händlern, die sich von ihrem Importeur übermässig unter Druck gesetzt fühlen. Uns fällt auf, dass sich ausnehmend wenige Ford-Vertragshändler darunter befinden. Was machen Sie besser als andere?
Wir versuchen ein partnerschaftliches Verhältnis zu pflegen und haben sowohl mit dem Vorstand der Ford-Händlerschaft regelmässig Sitzungen als auch mit einzelnen Kommissionen, die sich mit verschiedenen Themen wie beispielsweise Servicegeschäft oder Marketing befassen. Wir prüfen also unsere Strategien auf Verträglichkeit mit dem Händlernetz. Denn wir sind überzeugt davon, dass nur wenn das Händlernetz motiviert ist und Geld verdienen kann, wir auch die Resultate, die wir erzielen wollen, erreichen können. Es ist wichtig, dass die von uns vorgegebenen Standards erfüllt werden können, auch von kleineren Betrieben wie Lokalhändlern in ländlichen Gebieten. Schliesslich glauben wir an ein Händlernetz, das möglichst breit abgestützt ist und alle Regionen der Schweiz bedienen kann. Durch die Nähe zum Kunden können auch entsprechend Mehrverkäufe unserer Marke erzielt werden.

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