05. Juli 2010

«Energieeffizienz – mehr als ein Schlagwort!»

An einer Medienkonferenz von auto-schweiz haben Prof. Dr. Lino Guzzella der ETH Zürich, Frau Dr. Anja Peters des Fraunhofer-Instituts ISI Karlsruhe sowie Max Nötzli und Andreas Burgener von auto-schweiz das «Modewort» ­Energieeffizienz aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Das Thema Energie und Energieeffizienz sei viel komplexer, als man aufgrund der politisch und medial geführten Diskussionen meinen könnte. Mit diesem Kernsatz umrahmte Max Nötzli, Präsident von auto-schweiz, die Medienorientierung der Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure. Verschiedene Referate und Studien thematisierten Energieeffizienz beim Auto.

 

Sparen ist nicht alles


«Ohne Energie läuft heute nichts mehr», sagte Andreas Burgener, Direktor von auto-schweiz, und formulierte in seinem Referat diesen Gedanken um: «Aber auch ohne Energiesparen läuft nichts mehr.» Die Ressourcen würden mit der stetig zunehmenden Bevölkerung und deren wachsendem Mobilitätsbedürfnis laufend knapper, führte er aus, und die Endlichkeit fossiler Energieträger sei fast voraussehbar. Der Schlüssel für eine gute Energiezukunft liegt seiner Meinung nach nicht nur bei Energieeinsparungen, sondern vor allem bei der Steigerung der Energieeffizienz. Diese erhöht die Produktivität, entlastet die Umwelt und reduziert die Kosten.
Wie das funktioniert, führte Dr. Lino Guzzella, Professor für Thermotronik an der ETH Zürich, in seinem Referat «Technische Entwicklung im Automobilbereich» eindrücklich vor Augen. «100 Millionen Liter Benzin oder Diesel könnten in der Schweiz sofort und ohne weitere Investitionen in die Infrastruktur eingespart werden, wenn alle ihren Fahrstil konsequent auf „Eco-Driving“ umstellen würden», erläuterte Guzzella in seinem Referat.
Das alleine reicht aber nicht aus. Solange fossile Kohlenwasserstoffe die dominante Energiequelle des Individualverkehrs sind, solange ist die Entwicklung von sparsamen Fahrzeugen von zentraler Bedeutung. Guzzella formuliert dies so: «Unsere besten Ölquellen sind sparsame Autos.» Und weiter: «Das perfekte Auto von morgen verbraucht im Durchschnitt zwei Liter pro 100 Kilometer, ist maximal 800 Kilogramm schwer, weist kleinere aerodynamische und rollreibungsbedingte Verluste auf und enthält ein hocheffizientes Antriebssystem.»

 

Hohe Kunden-Erwartungen


Dr. Anja Peters vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe, umschrieb die psychologischen Voraussetzungen für den Kauf von Elektroautos. «Solche Zukunftsautos haben heute ein positives Image und punkten bei den Käufern vor allem mit neuen Technologien, Umweltvorteilen und nicht zuletzt mit Individualität», hielt sie fest. «Technik-Begeisterte», «Umweltengagierte», «urbane Individualisten» sowie «wohlhabende Neugierige» sind aussichtsreiche Elektroautomobilisten von morgen. Sie sieht gleichzeitig die Gefahr, dass zu optimistische Erwartungen bezüglich Marktentwicklung aufgebaut werden und so beim Kunden Enttäuschungen entstehen können.
«Bis heute wurde der ideale Speicher für elektrische Energie im Auto noch nicht gefunden», sagte auto-schweiz Präsident Max Nötzli. Direktor Andreas Burgener legte dar, wie die Hersteller sich mit Taten zu ihrer Verantwortung für den Klimaschutz bekennen. Die Branche entwickelt laufend neue Konzepte, um verbrauchs­arme und umweltschonende Autos zu produzieren. Seit 1990 konnte der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der Neufahrzeuge um mehr als 25 Prozent gesenkt werden. Und mit jeder neuen Fahrzeuggeneration wird der Treibstoffverbrauch weiter reduziert. (pd/sag)


www.auto-schweiz.ch

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