09. Mai 2010

Geschäft mit den Klimawandlern

Klimaanlagen-Check, -Wartung und -Reinigung bringen mit wenig Aufwand mehr Umsatz und Gewinn, und das lohnende Geschäft rechnet sich durchaus auch für kleinere Betriebe. Die Kunden müssen allerdings aktiv über die Notwendigkeit von Klimaanlagen-Wartung und -Reinigung informiert werden.

Geschäft mit den Klimawandlern

Klimaanlagen-Servicestationen saugen das Kältemittel ab, trennen Kälteöl und Abrieb, rezyklieren, evakuieren die Klimaanlage und befüllen sie mit Frischöl sowie Kältemittel.

VON STEFAN GFELLER

Der jährliche Check der Klimaanlage und die entsprechenden Wartung, die bei Bedarf, mindestens jedoch alle zwei Jahre durchgeführt werden sollte, wird inzwischen von vielen Herstellern im Rahmen der regulären Servicearbeiten empfohlen beziehungs­weise vorgeschrieben. Mit der allgemeinen Wartung kann zudem das Angebot einer Klimaanlagenreinigung gemacht werden. Dabei werden uner­wünschte Mikro­organismen, die sich auf der Verdampferoberfläche abgesetzt haben, durch Ultraschall oder mittels Reinigungsflüssigkeiten entfernt.

Kunden informieren
Klimaanlagen-Check, -Wartung und -Reinigung bringen dem Garagisten – bei entsprechender Argumentation – ein interessantes Zusatzgeschäft. Wichtig ist dabei aber auch, dass diese Dienstleistungen aktiv angepriesen werden. So sollten die Kunden auf die möglichen Folgen für die Gesundheit aufmerksam gemacht werden, die eine ungereinigte Klimaanlage, in der sich Bakterien und Pilze eingenistet haben, haben kann.
Zu erwähnen ist auch, dass die Unterlassung der regelmässigen Wartung im schlimmsten Fall einen teuren Defekt am Klimakompressor zur Folge haben könnte. Dies gilt auch, falls die Klimaanlage während der kalten Jahreszeit ausgeschaltet bleibt. Sowieso sollte die Anlage, auch wenn sie eigentlich nicht gebraucht wird, mindestens einmal pro Woche für einige Minuten in Betrieb genommen werden, um die Funktionsfähigkeit des Kältemittelkreislaufs zu erhalten.
Geräte zur Klimawartung
Zur sicheren und effizienten Wartung der Klimaanlage wird eine Servicestation benötigt. Diese Geräte saugen das Kältemittel ab, trennen Kälteöl und Abrieb, rezyklieren, evakuieren die Klimaanlage und befüllen sie mit Frischöl sowie Kältemittel.
Heute werden vorwiegend Halb- oder vollautomatische Geräte nachgefragt, manuelle Servicestationen finden sich weniger. Der vollautomatische Vorgang macht jedoch nur Sinn, wenn das Kältemittel ohne vorherige Diagnose einfach abgesaugt und wieder eingefüllt werden soll. Denn falls ein Leck vorliegt, muss der Vorgang zwangsläufig unterbrochen werden, um die undichte Stelle vorgängig zu reparieren. Der gros­se Vorteil vollautomatischer Geräte liegt im geringen Arbeitszeitaufwand für den Mechaniker, der eine Klimaanlagenwartung durchführt. Je nach Vertrautheit mit dem Fahrzeug kann der Aufwand unter einer Viertelstunde betragen. Eingesparte Zeit, während der der Mechaniker andernorts produktiv eingesetzt werden kann.

Attraktives Zusatzgeschäft
Wer eine Wartung von Klimaanlagen bisher noch nicht im Dienstleistungsangebot seiner Garage führt, sollte ein solches Angebot ins Auge fassen. Denn das Potenzial zur Generierung von zusätzlichem Umsatz (und Gewinn) ist hoch. Dies trifft ganz besonders beim Einsatz vollautomatischer Geräte zu, wo der Arbeitszeitaufwand sehr gering ist.
Die Rechnung ist schnell gemacht: Geht man von einem vollautomatischen Klimawartungsgerät zu einem Preis von 7500 Franken aus, ergeben sich Fixkosten von knapp Fr. 1700.– pro Jahr (Geräteunterhalt, Kapitalzins, Geräteabschreibung auf sechs Jahre). Legt man den Nettoverrechnungspreis pro Klimaanlagenwartung auf Fr. 150.– fest, resultieren nach Abzug des Arbeitsaufwandes von ca. 15 Minuten (= Fr. 33.– bei einem Verrechnungslohn von Fr. 130.) Nettoeinnahmen von Fr. 117.– pro Wartung.
Die Nutzschwelle liegt bei den genannten Voraussetzung bei 15 pro Jahr durchgeführten Klimaanlagenwartungen. Dabei ist zu beachten, dass die Lebensdauer der Wartungsgeräte mehr als sechs Jahre beträgt, ab dem siebten Jahre der Betrag zur Abschreibung wegfällt, und der Ertrag noch wesentlich höher sein wird.
Da heute die meisten Fahrzeuge mit einer Klimaanlage ausgerüstet sind und die meisten Hersteller die regelmässige Wartung derselben vorschreiben, dürfte sich die Nutzschwelle eigentlich von jedem auch noch so kleinen Betrieb problemlos erreichen beziehungsweise übertreffen lassen.

Unerwünschte Mitfahrer
Von Klimaanlagen aus können auch unerwünschte Mikro­organismen in den Fahrzeug­innenraum gelangen. Die Verdampferoberflächen bieten für lebende Bakterien optimale Lebensbedingungen, denn ein feuchtwarmes Klima ist für die Vermehrung derartiger Kleinst­lebewesen optimal. Aber auch tote Bakterien oder Schimmelpilze und deren Stoffwechsel- und Abbauprodukte bergen Gefahren für die Gesundheit.
Die Folgen des Einatmens dieser Substanzen reichen von Beschwerden wie Schleimhautreizungen, Ermüdung, Kopfschmerzen bis hin zu Infektionen wie Bronchitis, Allergien oder sonstigen Atemwegserkrankungen. Erschwerend kommt hinzu, dass Klimaanlagen ohne Befeuchter die Luft extrem austrocknen und die Schleimhäute auch ohne Keime stark belasten.
Vor allem der Personenkreis mit schwächerem Immunsystem, wie ältere Menschen, Kleinkinder, Säuglinge aber auch allergiegeplagte Personen sind Zielscheibe der Bakterien und Schimmelpilze.

Ultraschall- und Flüssigkeitsreinigung
Verschiedene Hersteller bieten Geräte und Reinigungsflüssigkeiten (Desinfektionsmittel) für Fahrzeug-Klimaanlagen an, die entweder eine Ultraschall- oder eben eine Flüssigkeitsreinigung ermöglichen. Da bei einer Reinigung auch der Innenraumfilter ausgetauscht werden sollte, empfiehlt es sich, die Reinigung im Rahmen des jährlichen Klimaanlagen-Checks anzubieten/durchzuführen.
Wer Occasionen verkauft, sollte in Betracht ziehen, die Klimaanlagen dieser Wagen bei der Aufbereitung zu reinigen und diese Dienstleistung den Käufern auch zu kommunizieren. So kann mündlich oder schriftlich auf die Gesundheitsgefährdung ungereinigter Anlagen hingewiesen werden; gleichzeitig ist dem Kunden nahezulegen, die Reinigung und Wartung der Klimaanlage seines neuerworbenen Fahrzeuges alle Jahre durchführen zu lassen, damit das System auch künftig zuverlässig und für die Gesundheit unbedenklich funktioniert.
Selbstverständlich ist auch die Eliminierung schlechter Gerüche ein Argument für eine Klimaanlagenreinigung, so oder so ist aber auf die richtige Wortwahl zu achten, denn «Geruch» oder aber «Geruchsbakterien» werden unterschiedliche Assoziationen auslösen, und letztere den Kunden eher davon überzeugen, dass eine Reinigung Sinn macht.

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