07. Mai 2010

Better-Place-Boss Agassi macht die deutsche Autoindustrie munter

In der Rolle eines grandiosen Büttenredners gefällt sich Shai Agassi, CEO von Alternativmobilitätsanbieter Better Place, am besten.

Better-Place-Boss Agassi macht die deutsche Autoindustrie munter

Shai Agassi zog eine Verkaufsshow der Extraklasse ab. (Bild: Kuba)

Während Daimler und Bosch verhalten ihre Investitionen in die Alternativmobilität, insbesondere in das E-Auto, interpretierten, zog der Israeli Shai Agassi eine Vekaufsshow der Extraklasse ab. Fernab von Umweltrealitäten und bestehenden Gesellschaftsqualitäten rechnete der ehemalige SAP-Manager dem Publikum beim Automobilwoche-Kongress vor, wie mit vorhandener Technologie Geld gemacht werden kann. Verbal führte er die deutschen Autohersteller samt Zulieferindustrie vor. Geht es nach ihm, kann sich schon morgen jeder Konsument die nötigen Stromkilometer bei Better Place kaufen, ohne sich dazu das Auto samt sündhaft teurer Batterie leisten zu müssen. Das macht alles die Agassi-Administration und von der Marge würde er sogar noch der Fahrzeugindustrie etwas abgeben, damit sie ihre Forschungsprogramme forcieren können.

 

Alles klingt so leicht, so einfach bei Agassi, der mit Renault-Nissan-CEO Carlos Ghosn, Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy in Statur und Auftreten auf Augenhöhe auftritt. Das Auditorium war begeistert, wenn auch die mobile Realität Agassi Grenzen setzt. Die klassische Autoindustrie ist damit beschäftigt, die letzten 20 Prozent Effizienzsteigerung aus den Verbrennungs- und Antriebstechnologien herauszuquetschen. Die nächsten 20 Jahre wird jedoch kein anderes Energiekonzept den klassischen Verbrennungsmotor als Antriebsart im Auto verdrängen können. Munter gemacht mit seinem Auftreten hat Agassi die Automobilgranden in Deutschland und Europa allemal. In seinen Argumenten wird er von den Stromanbietern unterstützt, die Strom verkaufen wollen und keine Autos. Der Markt wird dieses Match entscheiden.

 

Der Autohandel darf aber bereits damit experimentieren, zumal die Politik die Elektrifizierung des Automobils als Bremse gegen allzu übermütige Spekulationsaktionen der Ölmultis einsetzt. Mit der Angst, bald keinen fossilen Treibstoff mehr zu haben, lässt sich vorzüglich die Bevölkerung in Atem halten und Steuern erhöhen. Vor diesem Hintergrund operieren diverse Kräfte, daraus ihren wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

 

«Das neue Automobil» wird im Hinblick auf neue Motoren und neue Energiespeicher in Diskussionen stimuliert, den Kunden von morgen aber noch nicht damit gewinnen können. Es geht nicht um Klimaschutz, es geht um knallharte Kommerzialisierung. Gerhard Lustig, Chefredakteur AUTO&Wirtschaft Österreich

 

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