11. April 2010

Spyker-Chef Müller erweckt Saab zu neuem Leben

Nach langem Hin und Her hat es Victor Müller doch noch geschafft und Saab von General Motors abgekauft. In Zürich präsentierte Müller mit Saab-CEO Jan Ake Jonsson die Zukunftsvision der schwedischen Traditionsmarke.

Spyker-Chef Müller erweckt Saab zu neuem Leben

So sieht die automobile Zukunft bei Saab aus: Der 9-4x und der 9-x.

Von Lukas Hasselberg

«Saab Saab» ist das Lieblingswort von Victor Müller. Damit will der Chef der holländischen Sportwagenschmiede Spyker ausdrücken, dass er in Zukunft wieder «richtige» und keine verwässerten Saabs produzieren wolle. «Unter GM wurde Saab zu einem Premium-Opel», sagte Müller anlässlich der Präsentation von Saabs Zukunft in Zürich. Das habe die Markenwerte wie sportlichen Fahrspass, Effizienz, skandinavisches Design und intelligente Lösungen verwässert. «Die Kunden wollen aber einen Saab Saab», sagt Müller immer wieder.
74 Millionen Dollar in bar hat Spyker für Saab an General Motors gezahlt. «So viel wie für einen modernen Windkanal», zeigt Müller die Relationen auf. Weitere 326 Millionen Dollar sind Vorzugsaktien der neuen Firma Saab Spyker.


Neuer Saab 9-5 ab  Juni in der Schweiz
Zusammen mit dem Saab-CEO Jan Ake Jonsson erweckte Müller am 22. März die Saab-Produktion in Trollhättan wieder zum Leben. Die Bänder mussten stillgelegt werden, weil die Zulieferer nicht mehr lieferten. «Das war ein sehr emotionales Erlebnis, als die Produktionsbänder wieder liefen», erzählt Müller.
Nachdem in Trollhättan alles konzentriert wurde, wird dort ab sofort der neue 9-5 produziert, von dem ab Ende Mai die ersten Modelle ausgeliefert werden; auf dem Schweizer Markt wird der 9-5 im Juni eingeführt. «Noch sind wir durch die extrem niedrigen Bestände in unserem Betrieb gehemmt», sagt Jonsson.
«Wir haben aber nicht nur den 9-5 als Neuheit. Im April 2011 wird der 9-4X kommen, gefolgt vom 9-5 SportCombi und 2012 schliesslich der neue 9-3», erklärt Jan Ake Jonsson die Modellstrategie. Die Fertigung des 9-3 Cabriolets wurde ebenfalls von Österreich nach Trollhättan verlagert. Das Ziel sei laut Jonsson, 100'000 bis 120'000 Einheiten pro Jahr zu produzieren. «Damit kann die Rentabilität gesichert werden.» 85'000 Einheiten müssten es bis 2012 sein, damit der Break Even erreicht werden könne.
Saab solle laut Jonsson ein eigenständiges Unternehmen werden, das selbständig arbeiten kann, durch Übergangs-Servicevereinbarungen mit GM aber Kontinuität gewährleiste. Das wird auch in der Schweiz so sein, denn bis September 2010 bleibt Saab ein Teil von GM.

28'000 aktive Saab-Kunden in der Schweiz
Der Schweizer Marken-Direktor Mario Klaus betont, dass der Kunde nichts von den strukturellen Änderungen merken solle. «Unser Ziel für die Schweiz sind 2300 bis 2800 Einheiten.» Das könne mit einer treuen Kundschaft erreicht werden, denn immerhin gebe es 28'000 aktive Saab-Kunden in der Schweiz. «Wichtig wird es für uns sein, Kunden mit alten Saabs zu den neuen Produkten zu bringen», sagt Klaus. In der Schweiz seien zudem nur noch sechs bis sieben Modelle des bisherigen 9-5 bei den Händlern. «Alle anderen wurden von treuen Saab-Fans gekauft», ist Klaus zuversichtlich, dass die Nachfrage nach dem neuen 9-5 gross sein wird.
Nach dem langwierigen Auf und Ab ist es den Arbeitern in Trollhättan und den Saab-Händlern zu wünschen, dass wieder Ruhe und Kontinuität einkehrt.  
www.saab.ch

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