08. März 2010

AGVS-Empfehlung stösst auf Unverständnis

In der Februar-Ausgabe der AGVS-Publikation «AUTOINSIDE» empfiehlt der «Auto Gewerbe Verband Schweiz» eine kostenintensive IT-Lösung von ARTEcar powered by Microsoft. Branchenvertreter verstehen dieses Vorgehen nicht.

AGVS-Empfehlung stösst auf Unverständnis

«Kunde bekommt Mehrwert.» Markus Aegerter, AGVS

Von Lukas Hasselberg

«Unter dem Namen ‹ARTEcar powered by Microsoft› unterstützt vom AGVS sind neu vier Produkte auf dem Markt. Basis dafür bildet Microsoft Dynamics NAV, eine flexible Unternehmenssoftware, die speziell für KMU mit branchenspezifischen Anforderungen konzipiert wurde», war in der letzten AUTOINSIDE-Ausgabe zu lesen. Dabei geht es um eine IT-Lösung aus der Steckdose. Das heisst, dass die Anwendungsprogramme direkt über das Internet zur Verfügung gestellt werden – inkl. automatischer Wartung und Updates.
Branchenvertreter und Mitbewerber der Art&Tech AG, die die ARTEcar-Garagenlösung anbietet, schütteln über diese Empfeh­lung nur den Kopf. «Ich bin enttäuscht und finde es sehr schade, dass der AGVS mit dieser exklusiven Empfehlung alle heute bestehenden Anbieter negiert», sagt auch Bernadette ­Langenick, Präsidentin des Verbands der Zulieferer, «swiss automotive aftermarket» SAA. «Diese ‹exklusive Dienstleister-Strategie› vom AGVS ist für einen Verband aus meiner Sicht fragwürdig.» Gemäss Langenick sei es nicht sinnvoll, das Verbandsbudget über Anbieter von Dienstleistungen aufzupolieren. Der AGVS würde besser die Beiträge erhöhen und dafür die Dienstleistungen im freien Wettbewerb verkaufen lassen. «Der SAA und seine Mitglieder aus dem Fachbereich EDV-Systeme goutieren dieses Vorgehen nicht, das dient auf keinen Fall dem freien Wettbewerb», sagt Langenick.

Art&Tech AG im Garagenumfeld nicht zuhause
Auch andere Vertreter der Auto­branche, die nicht genannt werden möchten, üben massive Kritik: Der AGVS solle lieber die Interessen der Garagisten wahren. Es könne nicht Aufgabe des Verbands sein, Empfehlungen zu machen. Fragwürdig sei auch, dass die Firma Art&Tech AG im Garagenumfeld gar nicht zuhause sei. Ausserdem sei die IT-Lösung von Art&Tech sehr teuer. Tatsächlich: Das günstigste Angebot «ARTEcar COMPACT» kostet fast 4000 Franken pro Arbeitsplatz und Jahr. Das ist zum Teil mehr als doppelt so viel wie bei den Mitbewerbern.

«Dienstleister, nicht ­Branchenvertreter»

Markus Aegerter, Bereichsleiter Dienstleistungen/Aftersales beim AGVS, verteidigt das Vorgehen. «Wir sind eine professionelle Organisation und bieten Dienstleistungen an», sagt Aegerter. In den vergangenen sechs Jahren habe der AGVS schon über ein Dutzend Empfehlungen abgegeben. «Da wir eine Lösung aus der Steckdose wollten, hat der AGVS einen gros­sen Partner gesucht und so sind wir auf Microsoft gekommen», sagt Aegerter. Microsoft habe dann die Verhandlungen mit verschiedenen Anbietern geführt und sich für ARTEcar entschieden.
Mit der ASP-Lösung «aus der Steckdose» bekomme der Kunde einen Mehrwert. Der Preis dafür sei zwar höher als mit einer Serverlösung, was sich unter dem Strich nach fünf Jahren aber auszahle. Aegerter: «Eine Umfrage hat ergeben, dass sich viele Garagisten solch eine Lösung wünschen.»

AGVS profitiert

Stellt sich noch die Frage, inwiefern der AGVS von einer solchen Empfehlung profitiert. Dazu Aegerter: «Der Kunde bekommt mit dieser Lösung einen Mehrwert, Nicht-Mitglieder haben keinen Zugang zu diesem Angebot. Wenn sich viele Garagisten für ARTEcar entscheiden, dann profitiert auch der AGVS davon.» Wie genau dieser Profit aussieht, wollte Aegerter nicht sagen.
Auch eine Einflussnahme des AGVS auf den freien Wettbewerb unter den Software-Anbietern lässt Aegerter nicht gelten, denn immerhin sei der Garagist ja frei und  könne sich für eine andere IT-Lösung entscheiden.

www.agvs.ch
www.aftermarket.ch
www.arttech.ch

 

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