02. Juni 2009

Systeme für harte Nanolacke

Deck- oder Klarlacke auf modernen Automobilen werden immer widerstandsfähiger gegen äussere Einflüsse. Das wirkt sich natürlich auch auf deren Bearbeitung aus. Zum Thema Schleifen in der Carrosserie haben wir neue Verfahren und Produkte zusammengetragen.

Systeme für harte Nanolacke

Für sehr gute Ergebnisse: Anwendungstechniker Peter Eggenberger feuchtet die Schleifscheibe vor dem Einsatz an.

Immer mehr Autohersteller überziehen ihre Karossen in der Lackiererei abschliessend mit einer Schutzschicht, die mannigfaltige Anforderungen zu erfüllen vermag. So muss die Deckschicht einen hohen Glanzgrad aufweisen, elastisch sein, um Steinschläge abwehren zu können, gegenüber Chemikalien beständig sein, Witterungseinflüsse schadlos überstehen (UV-Strahlen) und mechanischen Angriffen widerstehen. Um all diese Eigenschaften zu erreichen, werden drei unterschiedliche Verfahren angewandt: 1. Durch die Zugabe von ausgeklügelten Zusätzen wird der Lack an der Oberfläche elastischer, ein sogenannter Reflow-Effekt entsteht – der Lack repariert Mikrokratzer gleich selbst. 2. Durch eine dichtere Vernetzung der Klarlackmoleküle ist der gesamte Lackauftrag durchgehend härter, etwa bei UV-härtenden Klarlacken. 3. Durch die Beimischung von feinsten Siliciumoxid-Partikeln (SiO2) entsteht an der Oberfläche eine kratzbeständigere Schicht. Da wird auch häufig von Nanolacken gesprochen.

 

Praxis-Tipps

Wie aber können solche Lacke bei einer Reparatur effektiv bearbeitet werden? Dazu begaben wir uns zu sia Abrasives in Frauenfeld, wo uns Heinz Zwahlen sowie Anwendungstechniker Peter Eggenberger Antworten bereithielten. Zuerst zeigte uns Eggenberger, was passiert, wenn versucht wird, den «harten» Lack mit einer herkömmlichen Schleifscheibe aufzurauhen.

Bereits nach kürzester Zeit wird das Schleifbild unregelmässig und wenige Umdrehungen später ist das Schleifmittel nicht mehr in der Lage, die Oberfläche anzukratzen. «Darum haben wir die Produkte siaair velvet und siacarat velvet entwickelt, welche auch mit harten Lacken locker fertig werden», sagt Heinz Zwahlen. Dabei wurde ebenfalls das Anwendungsverfahren verbessert, indem sowohl die zu behandelnde Fläche, wie auch das Schleifmittel zuerst mit klarem Wasser eingesprüht werden.

Das sogenannte «Feuchtverfahren » bringt das klar beste Ergebnis, weil die Scheibe schön kühl bleibt und auf einem feinen Flüssigkeitsfilm gleitet. Nun führt Eggenberger den Exzenterschleifer sanft über die Oberfläche, sozusagen ohne Druck, denn das diamantharte Schleifkorn erledigt seine Arbeit auch so. Nach dem Abwischen des Schleifschlammes wird sofort klar: Da wurde ganze Arbeit verrichtet. Gleichmässig ist die bearbeitete Stelle nun aufgeraut.

Die erwähnten Produkte unterscheiden sich durch ihre Grundfarbe. Das siaair velvet ist hellrot und eignet sich ideal für Reflow-Lacke. Das goldgelbe siacarat velvet mit Diamantenbestückung raut auch die härteste Lackoberfläche auf. Beide verfügen über einen rund 5 Millimeter dicken Schaumstoffuntergrund für hohe flexibilität, zeichnen sich durch 40 Prozent höhere Standzeiten aus, sind mit zahlreichen Körnungen bis K 4000 lieferbar und passen mit ihrer Kletthalterung perfekt in das sia-System.

 

www.sia-abrasives.com

 

 

3M RÜSCHLIKON

 

Vom Global Player 3M hat Sascha Kühne, Product Marketing Assistant, Prozessunterlagen über 3M-Schleifsysteme zusammengestellt. Dabei sind insbesondere drei Produkte im Vordergrund, welche die Arbeit vereinfachen helfen. Die Hookit E-Coat KTL ist eine Spezialschleifscheibe für das Mattieren von harten Werksgrundierungen. Das zähe Schleifmittel vereinigt rasche und sichere Schleifprozesse mit verbesserter Staubabsaugung und einer langen Standzeit. Für alle Schleifaufgaben (vom Grob- bis zum Planschliff) empfiehlt 3M die neue Hookit Gold 255P mit 15 Löchern. Hier stehen eine höhere Schleifleistung mit bis zu 30 Prozent mehr Abtrag sowie eine um einen Drittel längere Lebensdauer im Vordergrund. Das 3M Hookit Purple+ Premium Multihole besitzt ein einzigartiges Lochbild in Spiralenform und ersetzt das bisherige Hookit Purple. Seine hohe Schleifleistung mit konstanten Rautiefen gehen mit einer längeren Standzeit und deutlich geringerem Zusetzen einher. In 15 Schritten erläutert 3M das präzise Vorgehen für die Reparatur vom Planschliff bis zum Feinschleifen. Dabei wird der richtige Materialeinsatz (Maschinenschleifen bis Kantenschleifen von Hand, Einsatz von Markierpulver und Schleifblüten) vorgeschlagen und in Wort und Bild dargestellt.

 

www.3m-auto.ch

www.3mshop.ch

 

 

ESA BURGDORF UND BUSSIGNY

 

Die ESA, Einkaufsorganisation des Schweizerischen Autound Motorfahrzeuggewerbes, arbeitet mit den zwei grössten Schleifmittelmarken zusammen und vertraut auf die in der Schweiz einmalige Produkte- und Lieferpalette für den Carrosseriesektor. Ob Grobschliff oder Feinschliff, bei der ESA findet der Fachmann ein komplettes Sortiment von Schleifmitteln im Angebot. Mit den beiden Leadermarken 3M und sia Abrasives zeigt die ESA wiederum, dass sie auf Qualität setzt und ihren Kunden nur das Beste zu einem fairen Preis anbietet. 7-, 9- und 15-Loch: Eine Vereinfachung zeichnet sich ab Die grossen Schleifmittelhersteller haben sich entschieden, mittelfristig die traditionellen 7- und 9-Loch Schleifscheiben durch die 15-Loch Scheiben abzulösen. Für uns als ESA sowie für unsere Kundschaft ist dies sicher eine grosse Vereinfachung betreffend Lagerhaltung und Beratung, erzählt uns Simon Willen, Product Manager für die Carrosserie Verbrauchsgüter der ESA. Zudem zeigen die neuen 15-Loch- Scheiben der beiden Hersteller SIA und 3M wesentlich bessere Absaugeigenschaften auf als die herkömmlichen Schleifmittel. Der Trend zu noch besserer Absaugleistung setzt sich weiter fort und es gibt bereits so genannte Multihole- Scheiben auf dem Markt.

 

www.esa.ch

www.esashop.ch

 

 

FESTOOL, TOOLTECHNIC SYSTEMS, DIETIKON

 

Festool baut seine Kompetenz im Schleifmittelbereich aus und bietet seit April 2009 die neue Schleifmittelqualität Festool Diamant an. Es ist speziell für anspruchsvolle und harte Untergründe entwickelt worden. Durch seine verschleissarme Körnung sorgt es für eine 40-mal höhere Standzeit als herkömmliche Schleifmittel. Das neue Schleifmittel Diamant kommt überall dort zum Einsatz, wo harte Untergründe mit konventionellen Schleifmitteln nicht stark genug sind. Kratzbeständige Lacksysteme und andere harte Oberflächen wie GFK Verbundwerkstoffe und Mineralwerkstoffe nehmen immer weiter zu und erfordern eine hochspezialisierte Behandlung. Gerade diese sehr harten Materialien lassen sich mit Diamant mattieren und verfeinern, Overspray- Effekte (Spritznebel) und leichte Kratzer entfernen sowie im Spot- Repair einsetzen. Festool bietet Diamant in den Körnungen P500 bis P3000 und den Abmessungen Ø 80, 125 und 150 an. Für einen schnellen Wechsel des Schleifmittels sorgt das bewährte Festool StickFix Klettsystem.

 

www.festool.com

 

 

WÜRTH, ARLESHEIM

 

«Das Karosserie-Handwerk fordert immer effizientere Lösungen für Schleifarbeiten. Entscheidend ist dabei, dass die Geschwindigkeit der Schleifprozesse nicht zu Lasten der Qualität gehen darf», sagt Massimo Folda, Category Manager Auto bei Würth. Um diesen Anforderungen Rechnung zu tragen, hat Würth einen Druckluft-Exzenterschleifer mit 150-mm-Schleifteller für den Ein- und Zweihand-Betrieb entwickelt. Herzstück des Druckluft- Exzenterschleifers DTS 151 C ist ein 225 Watt leistender 5-Lamellen- Motor mit maximal 12 000 Umdrehungen pro Minute. Die Versorgung mit ölfreier Druckluft (durchschnittlicher Verbrauch: 297 l/min) erfolgt über einen Anschluss mit 1/4“-NPTF-Rohrgewinde. Die DTS 151 C ist für einen Hub von 2,5 mm ausgelegt. Das richtige Schleifmittel Das Geheimnis des «Useit Superpad KFZ»-Schleifmittels ist die ganzflächige und kontinuierliche Staubabsaugung durch viele Löcher. Diese sind in sehr geringem Abstand auf der runden Oberfläche verteilt. «Useit Superpad KFZ» gibt es von Schleifgrad 40 bis 500.

 

www.wuerth-ag.ch

 

 

GYSO AG KLOTEN

 

Finish oder Polierarbeiten gehören auch im Zeitalter von Wasserlacken und extra harten Keramik- Klarlacken, sowie neuerdings auch von UV-Lacken immer noch zum leidigen Geschäft im Autolackierfachgewerbe, weiss Martin Bähni von Gyso. Doch um auf der sicheren Seite zu stehen, empfiehlt die Firma Mirka Schleifmittel den besonders feinen End- bzw. Nachschliff (nach dem Blütenschliff). Am besten feucht im Feinstkornbereich zwischen P 2000 – P4000 mit Abralon P 3000 / P 4000 und einem Exzenter mit höchstens einem 2,5mm Hub durchzuführen. Dieses Vorgehen hat vier entscheidende Vorteile: 1. Die zu polierenden Rautiefen (Schleifriefentiefe) reduzieren sich um die Hälfte im Vergleich zur ausschliesslichen Verwendung einer Schleifblüte 2. Übergänge werden dadurch fliessender (verhindert den Marienkäfereffekt) 3. Polierzeiten verkürzen sich dadurch enorm (One-Step-Verfahren) 4. Sicherheit, durch nicht Wiederauftauchen des Schleifpunktes Um die so vorbereitete Oberfläche dann schnell und sicher auf Hochglanz zu polieren, wenden Sie eine Politur (z.B. Mirka Polarshine Politur A12) mit dem speziell dafür entwickelten orangen Schwamm, oder auch dem feinen Lammfellpad (z.B. bei kratzfesten Lacken) an, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Durch dieses Verfahren werden Schleifpunkte später nicht wieder sichtbar, da durch den Feinstschliff die Rautiefen (Schleifriefentiefe) soweit minimiert werden, dass diese in einem Schritt poliert werden können. Die Gyso AG stellt auf Anfrage ein Mirka-Werkstattposter zur Verfügung, auf dem jeder professionelle Anwender das Vorgehen nachlesen kann. Bebilderte Praxisdarstellungen zu verschiedenen Polierlösungen sind einfach dargestellt und für jedermann leicht nachvollziehbar. Produkte-Neuheit KWH Mirka Ltd, einer der führenden Schleifmittel-Hersteller, hat seine bahnbrechende Netzschlifftechnologie bis zum Extrem geführt und mit Abranet Heavy Duty (HD) ein Produkt entwickelt, das auch unter härtesten Bedingungen Top-Ergebnisse erzielt. Es vereint Leistung und Langlebigkeit und ist damit das perfekte Material für anspruchsvolle Oberflächenbearbeitung und Reparaturaufgaben. Abranet HD verwendet nicht mehr den konventionellen Papierträger, sondern das von Mirka patentierte Schleifnetz, ein engmaschiges Nylonnetz, das mit einer speziellen Aluminiumoxidkörnung beschichtet ist. Die überzeugenden Produkteigenschaften haben sich im Fahrzeugsektor bewährt, wo Abranet HD sowohl in der Fertigung als auch bei der Reparatur schnelle Resultate liefert. Verwendet mit einer Schleifmaschine mit grossem Hub (z.B. 10,0 mm), wird eine besonders hohe Abtragsleistung erzielt. Erhältlich sind Mirka Abranet HD sowie der Mirka Zweihand-Exzenterschleifer mit 10,0 mm Hub bei der Gyso AG.

 

www.gyso.ch

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