05. März 2021

Volkswagen macht Tempo: 70 Prozent E-Auto-Anteil bis 2030

Volkswagen macht Tempo bei der Transformation zum softwareorientierten Mobilitätsanbieter. Mit der jetzt vorgestellten Strategie Accelerate stellt sich das Unternehmen frühzeitig und konsequent auf die tiefgreifenden Veränderungen der Automobilindustrie ein.

Volkswagen macht Tempo: 70 Prozent E-Auto-Anteil bis 2030

Ralf Brandstätter, CEO Volkswagen, präsentierte am Freitagmorgen, den 5. März 2021, die neue Strategie des Volkswagen Konzerns.

Volkswagen macht Tempo: 70 Prozent E-Auto-Anteil bis 2030Volkswagen macht Tempo: 70 Prozent E-Auto-Anteil bis 2030

So, wie Volkswagen entschlossen mit seiner globalen Elektro-Offensive vorangegangen ist, beschleunigt das Unternehmen nun auch die anderen grossen Zukunftsthemen: Die Integration von Software im Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis werden zu wichtigen Kernkompetenzen. Mit datenbasierten Geschäftsmodellen will Volkswagen neue Kundengruppen ansprechen und zusätzliche Erlösquellen erschliessen. Zudem wird Volkswagen das autonome Fahren noch in dieser Dekade für viele Menschen verfügbar machen. «Die E-Mobilität war nur der Anfang, die echte Disruption steht noch bevor. Mit Accelerate erhöhen wir das Tempo auf dem Weg in die digitale Zukunft», so Ralf Brandstätter, CEO von Volkswagen. «Wir werden Volkswagen in den kommenden Jahren so stark verändern wie nie zuvor.»

 

Mit der Strategie Transform 2025+ hatte Volkswagen seit 2016 seine tiefgreifende Transformation und die grösste E-Offensive der Industrie gestartet. Mit Accelerate will sich Volkswagen nun zur «begehrenswertesten Marke für nachhaltige Mobilität» wandeln. Für die beschleunigte Transformation verfolgt Volkswagen drei strategische Werttreiber – «den Wert der Marke», «skalierbare Plattformen» und «wertvolles Unternehmen» – die mit konkreten Massnahmen und ambitionierten Zielen hinterlegt sind.

 

Mit seinem Volumen sorgt Volkswagen für die notwendige Skalierung der Software im Konzern. Software-Integration in das Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis werden somit zur Kernkompetenz des Unternehmens, das hierzu federführend das kundenzentrierte digitale Ökosystem entwickelt. Dabei wird die ID.Familie zum Vorreiter. Dazu hat Volkswagen die agile Projekteinheit ID.Digital gegründet, die ab Sommer 2021 im 12-Wochen-Rhythmus Updates «over the air» bereitstellen wird. Das Auto bleibt so über den Lebenszyklus stets aktuell und wird durch neue Funktionen immer besser. Schon in zwei Jahren soll eine vollvernetzte Flotte von über 500’000 Fahrzeugen auf den Strassen fahren, über die Volkswagen direktes Kundenfeedback in neue Funktionen übertragen kann.

 

Durch die Weiterentwicklung des Automobils zum softwarebasierten Produkt schafft Volkswagen die Voraussetzungen für neue, datenbasierte Geschäftsmodelle. Einstiegshürden in die individuelle Mobilität sollen sinken – bei gleichzeitig sehr attraktiven Nutzungspaketen für die Kunden. So will das Unternehmen zusätzliche Erlöse in der Nutzungsphase generieren – für Lade- und Energiedienstleistungen, für softwarebasierte Funktionen, die der Kunde je nach Bedarf dazu buchen kann, oder auch für das automatisierte Fahren.

 

Auch bei der Angebotsstruktur wird Volkswagen die Komplexität deutlich reduzieren. Künftige Fahrzeuggenerationen werden mit erheblich weniger Varianten produziert. Die individuelle Konfiguration wird nicht mehr über die Hardware beim Kauf festgelegt. Das Auto hat quasi alles bereits an Bord und der Kunde kann gewünschte Funktionen jederzeit «on demand» über das digitale Ökosystem im Auto hinzubuchen. Die Komplexität in der Fertigung nimmt dadurch deutlich ab.

 

Bis 2025 investiert die Volkswagen rund 16 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen E-Mobilität, Hybridisierung und Digitalisierung. Um die hohen Zukunftsinvestitionen schultern zu können, arbeitet das Unternehmen mit Accelerate weiter konsequent an seiner Effizienz. Die angestrebte operative Marge von mindestens 6 Prozent soll bis zum Jahr 2023 erreicht und darüber hinaus nachhaltig abgesichert werden.

 

Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung der Resilienz gegenüber Marktschwankungen. Dazu will Volkswagen bis 2023 die Fixkosten um 5 Prozent senken, die Produktivität der Werke um 5 Prozent jährlich steigern, die Materialkosten um 7 Prozent optimieren und alle Regionen nachhaltig in die schwarzen Zahlen bringen. In Südamerika und den USA peilt die Volkswagen bereits im laufenden Geschäftsjahr den Breakeven an. In Nordamerika wird jetzt mit rund 15 Prozent weniger Absatz die Gewinnzone erreicht, in Südamerika sogar mit rund 30 Prozent weniger.

 

Die globale E-Offensive wird Volkswagen noch einmal stark beschleunigen: Bis 2030 wird der Anteil reiner E-Autos am Absatz in Europa auf über 70 Prozent steigern – eine Verdoppelung gegenüber der bisherigen Planung von 35 Prozent. In den USA und China peilt das Unternehmen im selben Zeitraum einen E-Anteil von mehr als 50 Prozent an. Dazu bringt Volkswagen jedes Jahr mindestens ein neues BEV-Modell: Den Anfang macht in der ersten Hälfte 2021 der allradgetriebene ID.4 GTX1, gefolgt in der zweiten Jahreshälfte vom sportlichen ID.51. Im Herbst kommt mit dem ID.6 X / Cross1, ein siebensitziges Elektro-SUV für den chinesischen Markt. Die Pläne für ein Elektroauto unterhalb des ID.32 mit einem Einstiegspreis ab 20’000 Euro werden um zwei Jahre vorgezogen – auf 2025. Den E-Antriebs-Baukasten MEB optimiert Volkswagen kontinuierlich bei Beschleunigung, Ladeleistung und Reichweite. Auch bei der nächsten Generation eines leistungsfähigen, vollelektrischen Baukastens für Flachfahrzeuge, der Scalable Systems Plattform, wird Volkswagen seine Stärken als Plattform-Champion ausspielen. Ersteinsatz: 2026 im Leuchtturmprojekt des Unternehmens, Trinity.

 

Parallel zur beschleunigten E-Offensive wird auch die Verbrenner-Flotte weiterentwickelt. Deshalb werden alle Kernmodelle – wie Golf, Tiguan, Passat, Tayron und T-ROC – noch einmal einen Nachfolger bekommen. Ralf Brandstätter: «Wir brauchen den Verbrenner noch auf bestimmte Zeit, aber so effizient wie möglich. Deshalb bekommt die nächste Generation unserer Kernprodukte – die allesamt Weltmodelle sind – auch die neuste Generation der Plug-in-Hybrid Technik, mit bis zu 100 Kilometern elektrischer Reichweite.»

 

All das, was sich Volkswagen für die Zukunft vorgenommen hat, wird im Jahr 2026 erstmals in einem Fahrzeug für die Kunden erlebbar. In Trinity fliessen alle Faktoren zusammen. Das Fahrzeug wird in dreifacher Hinsicht neue Standards setzen: technologisch, beim Geschäftsmodell 2.0 und bei neuen Produktionsansätzen im Stammwerk Wolfsburg. Trinity wird von Beginn an automatisiertes Fahren mit Level 2+ ermöglichen und perspektivisch Level 4. «Trinity wird für unsere Kunden eine Art Zeitmaschine, die ihnen Zeit schenkt und Stress erspart. Diese Technologie darf nicht zum Privileg einiger weniger werden, darum machen wir sie durch unsere Skalierung für viele Menschen erreichbar», so Ralf Brandstätter.

 

Mit heute rund 6 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr bringt Volkswagen die nötigen Volumina mit, um das in der Entwicklung anspruchsvolle autonome Fahren zu skalieren und weltweit auszurollen. Dazu wird Volkswagen beginnend mit Trinity ab 2026 federführend im Konzern über ihre vollvernetzte Fahrzeugflotte hinweg ein neuronales Netz aufbauen. Darüber werden Fahrzeuge künftig kontinuierlich Daten austauschen – etwa zur Verkehrslage, Hindernissen oder Unfällen. Damit schafft die Volkswagen ein selbstlernendes System mit Millionen Fahrzeugen, von dem Kunden aller Konzernmarken profitieren werden.

 

Ralf Brandstätter: «Volkswagen wird sich von Grund auf verändern. Wir werden nicht nur für klimafreundliche E-Mobilität stehen, sondern vor allem auch für faszinierende digitale Kundenerlebnisse, für neue Geschäftsmodelle und das autonome Fahren für Viele. In den vergangenen Jahren haben wir uns eine starke Ausgangsbasis erarbeitet. Mit Accelerate geben wir der Digitalisierung jetzt einen weiteren Schub.» (pd/ir)

 

www.volkswagen.ch

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