10. Dezember 2009

Krisensicher durch das Wellental

Unter dem teilweise massiven Verkaufsrückgang von neuen schweren Lastwagen leiden logischerweise auch die Aufbauer. Aber die cleveren unter ihnen haben längst bemerkt, dass viele Transporteure auf leichte Lieferwagen umgestiegen sind.

Krisensicher durch das Wellental

Kofferaufbau: Die Hersteller von Seitenwänden und Dächern in Sandwichbauweise aus Metall, Holz, Fiberglas und Glasfasern vertrauen auf Sika, um die Einzelteile unzertrennlich miteinander zu verbinden.

VON ROLAND HOFER

Wenn die Wirtschaft schwächelt und der Staat noch mehr Steuern erhebt, leidet auch die Transportbranche. Es werden weniger Lastwagen verkauft. Dies wirkt sich natürlich auch auf jene Carrosserien aus, die sich teilweise oder ganz dem Aufbau von Nutzfahrzeugchassis verschrieben haben. Aber nicht zwingend. Denn die Spediteure, aber auch Grossflottenbetreiber der Lebensmittelbranche stellen neue Berechnungen an. Da werden etwa ersatzbedürftige Fahrzeuge durch solche in einer leichteren Gewichtsklasse ausgetauscht, um nicht mehr Schwerverkehrsabgaben leisten zu müssen, als nötig.
Andere Überlegungen hin zu mehr Flexibilität sorgen dafür, dass neue Flotten von Transportern entstehen, welche kein Nacht- und Sonntagsfahrverbot kennen, zudem ohne Fahrtenschreiber zirkulieren und mit einem «leichteren» Ausweis gefahren werden dürfen. Das bringt den Aufbauern neue Arbeit, denn auch diese Fahrzeuge müssen nach allen Regeln der Kunst gebaut und eingerichtet werden.

Beliebte Schweizer Versionen

Während für standardisierte Sattel-Auflieger, Lastwagen, Anhänger und Transporter bereits beim Kauf individualisierte Versionen ab Werk zur Verfügung stehen, gibt es trotzdem zahlreiche Lösungen, die nur bei einem der hiesigen Fachbetriebe bestellt werden können. Hier werden auch immer wieder neue Lösungen gefunden, wie die rechtlichen Leitplanken optimal ausgenutzt werden können, ohne dass auch nur ein Gramm Nutzlast verloren geht und die Sicherheit vollumfänglich gewährleistet ist. Bei derartigen neuen Lösungen kommen allerdings die Betriebe nicht umhin, mit dem Dynamic Test Center (DTC) der Berner Fachhochschule Technik und Informatik Biel in Vauffelin zusammenzuarbeiten, denn nur wer ein entsprechendes Gutachten besitzt, darf die schweizerischen Sonderfahrzeuge auch bauen.

Clever unterwegs

Auch clevere Nutzfahrzeuge stossen unterwegs gelegentlich auf wenig «Gegenliebe» bei den Personenwagenlenkern. Um diese ein wenig auf die wichtigen Güter für den täglichen Bedarf, welche mit den Lastenzügen transportiert werden, aufmerksam zu machen, hat das vom Fahrzeugimporteurs-Verband «auto schweiz» betriebene Internetportal begonnen, bebilderte Reportagen aus diesem Bereich aufzuschalten. Da kann nachgelesen werden, woher die frischen Früchte, das Gemüse und andere Lebensmittel herkommen. Aber auch, warum das Benzin an der Tankstelle immer fliesst oder warum der Störprofi immer in Eile ist. Es lohnt sich, unter www.cleverunterwegs.ch (Rubrik: Nutzfahrzeuge) regelmässig nach neuen Facetten aus dem Transportwesen zu forschen. In die gleiche Richtung geht die jüngste Aktion des Nutzfahrzeugverbandes ASTAG, der die Internetseite www.wer-sonst.ch aufgeschaltet hat und mit ihr auf humorvolle Weise auf alles, was Lastwagen in sich haben, aufmerksam macht.

 

Der aktuelle Nutzfahrzeugmarkt

Durchwegs liegen die Nutzfahrzeugverkäufe hinter den Vorjahreszahlen. Stark zunehmend sind jedoch die Einlösungen von Fahrzeugen mit nochmals saubereren EURO-5-Motoren. Bei den leichten Sachentransportern bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sind es per Ende September 16'300 Einheiten oder -12,6 Prozent . In der schweren Klasse (3,5 bis 40 t) sanken die Immatrikulationen um 6,6 Prozent auf 3590 Fahrzeuge, während die Personentransporter (Motorhomes, Kleinbusse, Cars, Busse) um 7,5 Prozent auf 2260 Exemplare absackten.
In der leichten Klasse hat VW (-11,6 %) seinen Spitzenplatz vor Citroën (+2,9 %), Renault (-20,0 %) und Mercedes-Benz (-18,6 %) halten können. Bei den schweren Nutzfahrzeugen konnte Mercedes-Benz mit einem Plus von 9,4 Prozent auf 1083 Fahrzeuge den Marktanteil von knapp 26 auf über 30 Prozent ausbauen und ist unangefochtener Spitzenreiter. Hier folgen die Marken Scania (-7,9 %, 522 Einheiten), MAN (-9,5 %, 514), Volvo (-10,9 %, 491) und IVECO (-8,8 %, 341). Auffallend ist, dass in der Gewichtsklasse 18 bis 26 Tonnen sowie bei den Fahrzeugen über 32 Tonnen Gesamtgewicht mehr Exemplare abgesetzt wurden als im Vorjahr.

 

 

 

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