07. Juni 2018

Comparis: Bis 56 Prozent billigere Prämien für Elektroautos

Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge auf Schweizer Strassen wächst rasant. Nicht zuletzt die Versicherungsprämien machen die Elektromobile interessant. Diese sind teils bis zu 56 Prozent günstiger als für herkömmliche Autos. Doch die Rabattierungspolitik der Anbieter ist höchst unterschiedlich. Das zeigt ein aktueller Versicherungsvergleich von comparis.ch.

Comparis: Bis 56 Prozent billigere Prämien für Elektroautos

Erst 1,6 Prozent der neu in Verkehr gesetzten Fahrzeuge in der Schweiz sind reine Elektrofahrzeuge. Doch ihre Zahl wächst rasant. 2017 ist ihr Anteil um 40 Prozent gestiegen. Versicherer belohnen Elektrofahrzeuge mit teils massiven Ökorabatten und einer tieferen Risikobeurteilung. Ein aktueller Prämienvergleich des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt Prämienunterschiede von bis zu 56 Prozent für Elektrofahrzeuge gegenüber konventionellen Antriebssystemen. Verglichen wurden die Prämien für den eGolf, den benzinbetriebenen 1.4 Golf TSI High, den 1.6 Golf TDI Com. mit Dieselantrieb und den mit Erdgas und Benzin betriebenen 1.4 TGI BM Allstar.

 

 

Der Ökorabatt der Versicherer variiert stark. Zurich belohnt die Elektro- oder Hybrid-Kunden nach eigenen Angaben mit einem Ökorabatt von bis zu 20 Prozent. Teslafahrer profitieren zusätzlich von einem Kooperationsrabatt von 5 Prozent und weiteren Leistungsvorteilen etwa einer hundertprozentigen Neuwertentschädigung während zwei statt einem Betriebsjahr.

Vaudoise offeriert einen Ökorabatt von 10 Prozent für die Motorfahrzeuge mit Energieklasse A. Der Rabatt für Elektrofahrzeuge beträgt 25 Prozent für die Kaskoversicherung und 32 Prozent für die Haftpflichtversicherung.

Einen Ökorabatt von 25 Prozent für alternative Energien und Technologien bietet auch Generali. Personenwagen der Energieeffizienzkategorie A und B erhalten eine Prämienvergünstigung. Erdgas wird dabei auf die gleiche Stufe gestellt wie Elektroantrieb. Einen zweistelligen Ökorabatt gewährt auch die Basler Versicherung. Dieser kommt bis zu einem CO2-Ausstoss von 130 g/km zum Tragen. Auch Helvetia vergibt einen Rabatt für ökologische Antriebsarten.

Bei der Mobiliar wird ein im Tarif integrierter Vergünstigungsfaktor angewendet. Bei diesem ist nicht der CO2-Ausstoss massgeblich, sondern der Antrieb bzw. die Treibstoffart. Entsprechend profitieren auch Erdgas-Fahrzeuge von einer Prämienermässigung.

Axa belohnt Elektromobilität mit einem Ökorabatt von 5 Prozent. Einen CO2-Rabatt bietet der Versicherer nach eigenen Angaben seit längerem nicht mehr. Gar keinen Ökorabatt vergeben Allianz und Dextra.

 

 

Ein hoher Ökorabatt allein führt allerdings nicht automatisch zu einer grösseren Preisdifferenz im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor, geschweige denn zur günstigsten Prämie. Denn diverse Faktoren fliessen in die Prämienberechnung mit ein. Ein sorgfältiger Vergleich der Angebote lohnt sich deshalb immer.

Am augenfälligsten sind die Preisunterschiede zwischen den vier verglichenen Fahrzeugen bei der Zurich. Hier sieht der Versicherer für den eGolf das optimalste Angebot bei 729.50 Franken. Das sind 56 Prozent tiefere Prämien als für den Golf TDI und 50 Prozent weniger als für den Golf TSI. Die Versicherung für das Erdgas Modell kostet 40 Prozent mehr als jene für den eGolf.

Kaum Unterschiede zwischen den Prämien für die vier Vergleichsfahrzeuge gibt es bei Axa, Elvia und smile.direct. Bei Axa zahlt man gleich hohe Prämien für den eGolf und den Golf TGI, nämlich 847 Franken, womit sich der Versicherer im Mittelfeld befindet. Der Diesel-Golf kostet 1 Prozent mehr und das Benzinfahrzeug 3 Prozent weniger. Elvia veranschlagt für den eGolf eine Prämie von 857.80 Franken und vergibt einen dreiprozentigen Abschlag für den TGI sowie einen zweiprozentigen für das Diesel- und das Benzinvergleichsauto. Bei smile.direct. zahlt man für den eGolf mit 1001 Franken 2 Prozent mehr als für den TSI, 4 Prozent weniger als für den TGI und 5 Prozent weniger als für den TDI.

 

 

Aus dieser Aufstellung wird zudem ersichtlich: Gerade wenn es um energieeffizientes Fahren geht, sind Direktversicherer nicht automatisch am günstigsten. Zwar offeriert die Basler Versicherung mit ihrem Direct-Produkt (baloisedirect) für eine Prämie von 654.80 Franken den eGolf am günstigsten. Doch die Policen von smile.direct und Dextra zählen zu den teureren Angeboten. Dextra begründet mit dem Argument: «Die Dextra Versicherungen AG vergibt keine Rabatte, sondern unterbreitet allen Kunden ein faires und risikogerechtes Angebot.» (pd/mb)

 

 

www.comparis.ch

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