01. Oktober 2015

VW-Dieselgate: Kein Verbot für Occasions-Handel

Für Garagisten und Occasionshändler ist es erstmal eine gute Nachricht: Im VW-Umweltskandal bereitet das Astra zwar Verfügungen vor, um zu verhindern, dass weitere Fahrzeuge mit den Dieselmotoren der EA-189-Reihe auf Schweizer Strassen kommen. Aber nicht betroffen sind Occasionen und bereits immatrikulierte Fahrzeuge.

VW-Dieselgate: Kein Verbot für Occasions-Handel

Astra-Mediensprecher Thomas Rohrbach: «Wir wollen verhindern, dass der Pool mit möglicherweise manipulierten Abgasdaten noch grösser wird.» Deshalb wird an Verfügungen gearbeitet, die den Verkauf von neuen Autos mit Euro-5-Dieseln des Volkswagen-Konzerns untersagen. Gleichfalls soll verhindert werden, dass Occasionen aus dem Ausland in der Schweiz immatrikuliert werden.

Das bedeutet, dass einem Wiederverkauf in der Schweiz entgegen anderslautenden Berichten der letzten Tage nichts im Wege steht. Käufer der Occasionen können die Fahrzeuge ganz normal wieder immatrikulieren. Nach dem von Volkswagen und AMAG geplanten Rückruf entsprechen die Fahrzeuge dann auch den geltenden Abgasnormen, weil die Software modifiziert wird. Einzig die Restwerte könnten leicht sinken, wenn sich Verbrauch und Leistung etwas verschlechtern.

Christian Bach, Abteilungsleiter Antriebssysteme bei der EMPA: «Dass der NOx-Ausstoss mit einer Software-Modifikation reduziert werden kann, haben ja schon die Labortests in den USA belegt, bei denen dort die Limiten eingehalten worden sind. Nun muss eben geprüft werden, wie die Schadstoff-Werte der Autos in der Schweiz wirklich sind. Denn die verwendete Software ist nicht verboten – nur im normalen Betrieb ist sie nicht erlaubt. Sie kann zum Beispiel zum Bauteile-Schutz verwendet werden. Weil Katalysatoren bei Temperaturen über 900 Grad leicht kaputt gehen, kann im Programm die Codezeile stehen: Dann anfetten.»

Der VW-Aktionsplan sieht vor, dass Volkswagen und die weiteren Marken des Konzerns noch im Oktober den jeweiligen nationalen Zulassungsbehörden anhand von Referenzfahrzeugen die technischen Lösungen und deren Umsetzbarkeit demonstrieren und sich zunächst die Massnahmen genehmigen lassen, gestaffelt nach den jeweiligen Modellen mit Dieselmotoren des Typs EA 189. Anschliessend werden die Kunden individuell über die technische Lösung zur Nachbesserung ihres Fahrzeugs informiert und Werkstatt-Termine vereinbart.

Die AMAG hat bereits einen Verkaufsstopp für einige hundert Lagerfahrzeuge mit den betreffenden Motoren erlassen. Betroffen sind die Marken Audi, Seat, Skoda, Volkswagen und VW-Nutzfahrzeuge der Baujahre 2009 bis 2014 mit den Dieselmotoren 1,2 TDI, 1,6 TDI und 2,0 TDI. In der Schweiz sind 128’802 Fahrzeuge betroffen.

Von den weltweit 11 Millionen Fahrzeugen, die mit dem Manipulationsprogramm ausgeliefert worden sind, stammen 5 Millionen von VW, 2,1 Millionen von Audi, 1,2 Millionen von Skoda, 700’000 von Seat. Hinzu kommen 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge. (bsc)

www.amag.ch

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