21. Mai 2014

Unbunte Lacke dominieren die Farbwahl beim Neuwagenkauf

Unbunte Lacke wie Grau/Silber, Weiss und Schwarz dominieren auch in der Schweiz die Beliebtheitsskala der Autofarben mit grossem Abstand, wie eine aktuelle Auswertung der Neuwagenzulassungen durch Eurotax ergab.

Unbunte Lacke dominieren die Farbwahl beim Neuwagenkauf

2013 waren insgesamt 81,2% aller verkauften Neuwagen entweder grau/silber (30,1%), weiss (25,9%) oder schwarz (25,2%) lackiert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem kumulierten Rückgang von 0,7% - im ersten Quartal 2014 wurden davon allerdings wieder 0,2% wettgemacht. Bei Limousinen entsprechen die Top-3-Farben exakt der Reihenfolge des Gesamtmarktes, während bei Kombis die Farben Weiss und Schwarz die Plätze tauschen. Bei Cabriolets dominieren im Gegensatz dazu schwarze Fahrzeuge - weisse und graue/silbrige landeten 2013 auf den Rängen 2 und 3.

 

Was hierzulande beim Autokauf hinsichtlich Farbwahl zu beobachten ist, entspricht einem globalen Trend: In abwechselnder Reihenfolge dominieren die Farben Schwarz, Weiss sowie Grau/Silber seit mehr als fünfzehn Jahren das internationale Strassenbild, wie den jährlich publizierten Statistiken der beiden Autolackhersteller PPG Industries und Standox zu entnehmen ist. Dennoch ist der visuelle Eindruck, den der motorisierte Personenverkehr auf europäischen Strassen hinterlässt, alles andere als trist: Mithilfe von tonverändernden Pigmenten oder aber durch eine Veränderung des Lackaufbaus lassen sich heute nämlich auch bei achromatischen Lacken unzählige Farbvariationen erzielen.

 

Gelten neutrale Farben als zeitlos, funktional und seriös, kommen chromatische Farben wie Blau, Grün, Braun oder Rot vor allem bei modischen Kompakt- und Kleinwagen zum Ein­satz, um damit ein modernes, trendiges Lebensgefühl oder einen speziellen ‚Lifestyle‘ zu manifestieren. Im Verhältnis zum Gesamtmarkt finden sich bei Ford, Toyota, Hyundai, Renault, Peugeot und Mini denn auch deutlich mehr Neufahrzeuge in bunten Farben. Ein Trend geht in diesem Segment auch hin zu zweifarbig lackierten Fahrzeugen, mit denen ein jüngeres und experimentierfreudigeres Publikum begeistert werden soll.

 

Ebenfalls farbig dürfen nach wie vor Sportwagen sein, da Zurückhaltung und Under­statement in diesem Segment in der Regel keine relevanten Kaufkriterien darstellen. Gleich­wohl zielen unterschiedliche Sportwagenhersteller auf eine ungleiche Klientel: Waren im zurückliegenden Jahr 35,4% aller verkauften Ferraris rot lackiert, wurden Neuwagen von Maserati und Porsche überwiegend in schwarzer Farbe ausgeliefert (46,8% respektive 40,4%). Die Farbe Schwarz dominierte auch die Verkaufsrangliste bei Audi (37,2%) und BMW (34,2%), während die Mehrzahl verkaufter Personenwagen bei Mercedes grau/silber (39,4%) lackiert waren. Etwas überraschend ist hingegen, dass die letztjährige Verkaufs­rangliste bei VW und Opel - trotz ihres relativ grossen Anteils an Kompaktwagen - ebenfalls von grauen und silbrigen Fahrzeugen angeführt wird.


Auch Käufer von Gebrauchtwagen orientieren sich an den gängigen Farben, die im Strassenbild vorherrschen; sie richten sich damit unbewusst nach den Lieblingsfarben der Neuwagenkäufer. Die zur Auswahl stehende Farbpalette von Fahrzeugmodellen, die sich als Geschäftswagen einer grossen Beliebtheit erfreuen, ist allerdings begrenzt, da geschäftlich genutzte Fahrzeuge überwiegend in Weiss, Grau/Silber und Schwarz bestellt werden. Dies wird auf absehbare Zeit wohl auch so bleiben: Denn wenn die Lackfarbe zur Fahrzeugklasse passt, lassen sich im Normalfall höhere sowie vom Zeitgeist unabhängige Gebrauchtwagen­preise erzielen, was für Flottenbetreiber eine wichtige kalkulatorische Grundlage darstellt. (pd/ml)

 

www.eurotax.ch

 

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