23. Oktober 2013

Mehr Schwerverletzte und Getötete bei E-Bikes

Der SINUS-Report 2013 der bfu das Unfallgeschehen mit Elektrofahrrädern analysiert und dabei eine deutliche Zunahme der Schwerverletzten und Getöteten festgestellt. Die allermeisten Opfer sind dabei E-Biker ab 45 Jahren. Überraschend gross ist der Anteil schwerer Personenschäden bei Schleuder-/Selbstunfällen.

Mehr Schwerverletzte und Getötete bei E-Bikes

Der Vergleich der Unfallzahlen von 2011 und 2012 zeigt eine deutliche Zunahme der schweren Personenschäden bei E-Bikern (+ 25 %). Insbesondere der Anstieg der Anzahl getöteter E-Biker von 2 auf 8 ist aufsehenerregend. Aufgrund der geringen Fallzahlen ist bei der Interpretation jedoch Vorsicht geboten. Sicher trägt die erhöhte Fahrleistung einen Teil zu dieser Entwicklung bei, steigerte sich doch die Gesamtzahl der seit 2005 verkauften Elektrofahrräder allein im letzten Jahr um mehr als 50 000 auf nunmehr rund 185 000. Des Weiteren offenbart die Analyse, dass rund 35 % aller verunglückten E-Biker schwer verletzt oder getötet werden. Dieser Anteil liegt für Radfahrer bei 27 % - ein Indiz für eine erhöhte Schwere von E-Bike-Unfällen.

 

Auffallend ist der hohe Anteil der über 45-Jährigen unter den Schwerverletzten und Getöteten (fast 80 %). Vermutlich handelt es sich hier um einen Expositionseffekt, denn im Alltag werden Elektrofahrräder häufig von Personen dieser Altersklasse gefahren. Selbst wenn diese Alterskategorie kein erhöhtes Risiko haben sollte, weist sie doch das grösste Rettungspotenzial auf. Auch die Analyse nach Unfalltypen zeigt Überraschendes: Die häufigsten schweren Personenschäden sind eine Folge von Schleuder-/Selbstunfällen (57 % / 43 % Kollisionen). Das ist umso erstaunlicher, als hier von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.


Welche Verkehrsteilnehmer sind
bei schweren E-Bike-Unfällen die Kollisionsgegner? Zu 64 % sind es Personenwagen und zu weiteren 17 % schwere Motorwagen bzw. Lieferwagen, wobei häufig die Geschwindigkeit von E-Bikes unterschätzt werden dürfte. E-Bikes fahren schnell, sind in der Regel aber nicht von herkömmlichen Fahrrädern zu unterscheiden. Deshalb lösen sie bei anderen Verkehrsteilnehmern auch kaum die Assoziation «schnelles Fahrzeug» aus. Genau darauf zielt die im Frühling dieses Jahres lancierte Präventionskampagne  «Achtung! Das E-Bike ist schneller als man denkt.» von Visana business und bfu.  (pd/ml)

 

www.bfu.ch

 

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