30. März 2011

Genf ist eine Reise wert

Viele Garagisten informieren sich jedes Jahr am Genfer Automobilsalon über die Neuheiten bei ihren eigenen Marken und denen der Mitbewerber. Häufig steht jeweils auch ein ausführlicher Besuch der Halle 7 auf dem Programm; schliesslich lassen sich die diversen Angebote an Einrichtung und Geräten nirgends so gut miteinander vergleichen wie am Autosalon.

Genf ist eine Reise wert

Roland Brogli: «Wir besuchen den Autosalon jedes Jahr, das ist für uns ein Muss.»

VON STEFAN GFELLER

Der Genfer Automobilsalon ist für Garagisten einerseits eine Informationsplattform, lassen sich doch dort sowohl kommende Modelle der eigenen Marke als auch die Fahrzeuge der Mitbewerber begutachten und so das eine oder andere Argument für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch nach dem Salon finden. Auf der anderen Seite planen viele Garagen Neuanschaffungen im Einrichtungsbereich oder von Geräten in die Zeit rund um den Salon, denn in Genf lässt sich das Angebot – in der Einrichtungs- und Zubehörhalle 7 – bestens miteinander vergleichen. Und schliesslich bietet der Autosalon auch immer Gelegenheit für interessante Gespräche, sei es mit Kollegen oder mit Vertretern des Importeurs.

«Produkte vor Ort miteinander vergleichen»

Roland Brogli, Inhaber der Garage Brogli AG, Schlieren (Opel-Markenvertretung), ist jeweils mit seinem Werkstattchef in Genf anzutreffen: «Wir besuchen den Autosalon jedes Jahr, das ist für uns ein Muss. Ich reise jeweils am Morgen früh zusammen mit dem Werkstattchef im Zug nach Genf, so können wir die Zeit während der Hin- und Rückfahrt nutzen, um in aller Ruhe geschäftliche Belange zu besprechen, für die im hektischen Werkstattalltag sonst oft die Zeit fehlt.
Uns interessieren natürlich einerseits die Opel-Produkte, so beispielsweise dieses Jahr die Studie des Zafira; dieses Fahrzeug, das im Herbst auf den Markt kommen wird, wollen wir genauer unter die Lupe nehmen. Andererseits gehen wir auch durch die Hallen und schauen, was die Mitbewerber an neuen Modellen zeigen. Wir wollen uns einen Überblick darüber verschaffen, was die anderen Hersteller im selben Segment wie Opel machen. Wir vergleichen das Design und setzen uns in das eine oder andere Auto und schauen, wie die Platzverhältnisse im Vergleich zu unseren Modellen sind. Die Luxus- und Sportwagen, die ja in Genf auch immer gezeigt werden, interessieren uns dagegen nicht sehr.
Danach gehts in der Regel zu Zubehör und Einrichtung in Halle 7. Dort verbringen wir eigentlich die meiste Zeit unseres Salon-Besuches. Darauf bereiten wir uns bereits zuhause vor, überlegen, was uns interessiert. So steht beispielsweise momentan die Anschaffung eines Lifts zur Diskussion, und da ist natürlich der Automobilsalon eine sehr gute Gelegenheit, um die Produkte vor Ort miteinander vergleichen zu können und um mehrere Offerten einzuholen.
Wir machen keine speziellen Aktionen oder Ausstellungen im Zusammenhang mit Genf. Sowieso sind die Kosten beispielsweise einer Frühlingsausstellung für uns als relativ kleiner Lokalhändler sehr hoch und lassen sich meines Erachtens nicht mehr hereinholen. Effizienter sind kleine Events, wenn ein neues Modell lanciert wird. So haben wir letzten Sommer einen Meriva-Event veranstaltet und dieses Jahr im Januar einen Anlass zum neuen Astra Sports Tourer organisiert. Diese jeweils auf ein neues Modell ausgerichteten Veranstaltungen kommen bei unseren Kunden sehr gut an.
Viele Leute kommen ja gar nicht mehr an eine lokale Ausstellung und informieren sich im Internet, wenn eine Fahrzeug-Neuanschaffung ansteht. Diese Interessenten wissen genau, was sie wollen, wenn sie zu uns in den Betrieb kommen. Und da liegt die Herausforderung, darauf müssen wir uns heute konzentrieren. Wichtig ist, den Kunden, der sich im Internet informiert hat, halten zu können, wenn er in die Garage kommt, ihm ein gutes Angebot machen, Vertrauen vermitteln. Man muss dem Kunden auch zu spüren geben, dass er beraten und ihm nichts aufgeschwatzt wird. Und so kommt es, dass ich immer noch Freude habe, wenn ich ein Auto verkaufen darf.»

Besuch der Halle 7 steht im Zentrum

Auch für Fritz Waldner, Inhaber der Garage & Carrosseriespenglerei Fritz Waldner, Kindhausen (freier Garagist ohne Markenvertretung), und sein Team ist der alljährliche Besuch des Automobilsalons zur Tradition geworden: «Wir fahren jedes Jahr an den Automobilsalon nach Genf. Wir heisst eigentlich die ganze Belegschaft, da ist jeweils ein Tross von sechs Personen der Garage Waldner unterwegs. Die Hallen mit den Autos durchqueren wir jeweils einmal, um uns einen Überblick zu verschaffen, was wieder einmal neues präsentiert wird. Da wir keine Markenvertretung haben, erübrigt sich ein längerer Besuch bei einem Importeur, aber natürlich interessiert uns, welche Marken welche neuen Modelle zeigen – schliesslich werden viele dieser Fahrzeugmodelle in einigen Jahren vielleicht auch zu uns zur Reparatur gebracht.
Ganz wichtig ist für uns der Besuch der Halle 7. Da wir nicht auf Schulungsangebote, Werkzeug und Geräte eines Importeurs zurückgreifen können beziehungsweise müssen, liegt es an uns selbst, dafür zu sorgen, dass wir mit den Markenvertretungen Schritt halten können. Das Geschäft läuft zwar momentan gut, aber ich spüre schon, dass es härter, schwieriger geworden ist. Um stets auf dem neusten Stand – gerade bei den Elektronikanwendungen – zu sein, müssen wir einerseits viel in die Ausbildung der Mitarbeiter investieren. Andererseits ist es unabdingbar, dass wir in unserem Betrieb über entsprechende moderne Geräte beispielsweise zur Motordiagnose verfügen. Und so informieren wir uns jedes Jahr in der Halle 7 des Automobilsalons, was an neuen Werkzeugen, Geräten, Tools und Software angeboten wird.»

Keine Rabattdiskussionen bei den Reifen

Wir haben Fritz Waldner während unseres Besuchs in Kindhausen auch auf die neue Situation auf dem Reifenmarkt angesprochen und wollten wissen, wie die Garage Waldner damit umgeht, dass einige, aber nicht alle, Reifenimporteure auf die kommende Saison hin ihre Kalkulationsbasis stark nach unten angepasst haben. Fritz Waldner: «Ich muss zugeben, dass ich davon bis jetzt noch nichts gehört habe. Aber ehrlich gesagt ist es für uns auch nicht wichtig. Wir kaufen die Reifen bei unserem Lieferanten zum Nettopreis ein und verlangen einen Betrag für das Montieren und Auswuchten. Unsere Kunden wollen die Gesamtpreis für einen Reifenwechsel wissen – und wir wollen nicht stundenlang über Rabatte verhandeln.»

www.brogliag.ch
www.waldner.ch

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