21. Juni 2010

Sicherheitssysteme mitbewerten

Euro NCAP (European New Car Assessment Programme) ist ein Crashtest-Programm, das von der Europäischen Kommission, von Regierungen, Konsumentenschutz-Organisationen und Automobilclubs unterstützt wird. Die Stern-Bewertung findet bei Kunden grosse Beachtung. Neue technische Systeme, welche die Unfallschwere mindern, werden bei den Tests jedoch nicht miteinbezogen.

Sicherheitssysteme mitbewerten

BMW untersuchte mit der Dekra den neuen 5er: Der Aufprall mit und ohne Pre-Crash-System zeigt, dass dank automatischer Bremsung vor dem Aufprall das Fahrzeug mit 40,4 statt mit 64 km/h auftrifft und so die Unfallschwere minimiert wird.

VON ANDREAS SENGER

 

Praktisch jedes neue Fahrzeugmodell wird beim europäischen Neuwagen-Bewertungsprogramm Euro NCAP im Sinne des Konsumentenschutzes auf seine passive Sicherheit überprüft. Dabei werden die Neufahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h in einem versetzten (40% Überlappung) Frontalaufprall auf eine deformierbare Barriere gecrasht. Zudem wird die Karosseriestruktur mittels eines Seitenaufpralls mit 50 km/h sowie eines Pfahltests mit 29 km/h überprüft und bewertet.

BMW hat in Zusammenarbeit mit der Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungsverein) diese Testkonfiguration mit der neuen 5er-Reihe nachgestellt. Zum einen wurde der Fünfer ohne Pre-Crash-System mit den im Test vorgesehenen 64 km/h auf die deformierbare Barriere gefahren. Das im Hauptbild orange lackierte Fahrzeug weist die daraus resultierenden Deformationen auf.

 

Neue Pre-Crash-Systeme

Im neuen 5er wird, wie bei anderen Premiumanbietern auch, gegen Aufpreis ein Fahrerassistenzsystem eingebaut, das kritische Fahrsituationen wie einen Auffahrunfall erkennt und den Fahrer vor dem Aufprall warnen und selbstständig entweder eine Notbremsung oder sogar zusätzlich ein Ausweich-Lenkmanöver einleiten kann. 

Diese Systeme werden im aktuellen Crash-Ablauf nicht miteinbezogen. BMW hat mit der Dekra das Prüfprozedere nachgestellt und einen 5er mit Pre-Crash-System geprüft. Bei allen Systemen wird der Fahrer bei einem drohenden Aufprall optisch und akustisch gewarnt und die Bremsanlage für eine Notbremsung vorbereitet. Danach erfolgt die Phase, in der das Fahrzeug selbstständig eine Vollbremsung einleitet.

 

Geringere kinetische Energie

Dank diesem System bremst der Fünfer 1,2 s vor dem Aufprall ab und wandelt die kinetische Energie in Wärmeenergie an der Radbremse um, und infolge dieser Massnahme prallte das Versuchsfahrzeug mit 40,4 km/h auf. Die Deformation des dunklen Autos ist entsprechend geringer und die Belastung für die Insassen kleiner.

Das Problem stellt sich nun für das Prüfprozedere: Künftig werden nicht nur Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse mit diesen Pre-Crash-Systemen ausgestattet. Derart ausgerüstete Automobile weisen geringere Aufprallgeschwindigkeiten auf, wenn die Systeme wie im Strassenverkehr eingeschaltet sind. Die Crash-Normen müssen entweder weiterhin nur die Karosseriestruktur bewerten oder sich den neuen Gegebenheiten anpassen und die Pre-Crash-Systeme miteinbeziehen. 

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